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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 22.07.2020 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 263 mal gelesen)

Hohe Geldbuße für das Aussetzen von Haustieren in der Urlaubszeit!

augesetzter Hund auf einem Feldweg augesetzter Hund auf einem Feldweg © freepik - mko

Gerade zur Urlaubszeit werden wieder vermehrt Haustiere einfach vor Tierheimen oder an Autobahnraststätten ausgesetzt, weil sie nicht in die Urlaubsplanung passen. Das ist nicht nur moralisch fragwürdig, den herzlosen Haustierhaltern droht eine empfindliche Geldbuße und eventuell sogar eine Freiheitsstrafe!

Aussetzen von Haustieren ist eine Ordnungswidrigkeit!


Wer sein Haustier aussetzt, um sich seiner zu entledigen oder sich der eigenen Halterpflicht zu entziehen, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 Euro geahndet werden kann. Stirbt ein Haustier, weil es ausgesetzt wurde, droht seinem Besitzer eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.
Unter Aussetzen versteht man nicht nur das Anbinden oder Abstellen eines Haustiers vor einem Tierheim oder einer Autobahnraststätte. Haustierhalter, die bewusst eine Situation schaffen, in der das Haustier von sich aus entläuft – etwa der offene Papageienkäfig am offenen Fenster, verwirklichen den Tatbestand des Aussetzens. Ebenso, wenn Haustiere, wie zum Beispiel Katzen, bewusst von ihrem Halter verjagt werden.

Zurücklassen von Haustieren ist verboten


Nicht nur das Aussetzen eines Haustiers ist verboten, auch das Zurücklassen eines Haustieres über einen längeren Zeitraum verstößt gegen das Tierschutzgesetz. Haustierhalter können ihrem Tier nicht einfach für zwei Wochen Wasser und Futter hinstellen und dann in Urlaub fahren. Wer sein Tier ohne Betreuung sich selbst überlässt, muss ebenfalls mit einer empfindlichen Geldbuße von bis zu 25.000 Euro rechnen.

Ausgesetztes Haustier gefunden – und jetzt?


Wer einen ausgesetzten Hund oder eine Katze findet, kann sie nicht einfach behalten und mit nach Hause nehmen. Das Haustier muss, wie jede andere gefundene Sache, bei der Fundbehörde abgegeben werden. Das Fundrecht ist insoweit auch auf gefundene Haustiere anwendbar. Ist das Tier verletzt und benötigt eine tierärztliche Versorgung, kann der Finder das Haustier zunächst zum Tierarzt bringen. Für die Kosten der tierärztlichen Behandlung kommt die Fundbehörde auf, entschied der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (Aktenzeichen 5 BV 14/1846). Der Finder muss allerdings die Fundbehörde umgehend vom Fund des Haustiers informieren, so das Bundesverwaltungsgericht (Aktenzeichen 3 C 7/16).

Alternativen zum Aussetzen von Haustieren


Ist eine Versorgung des Haustiers durch Nachbarn, Freunde oder Verwandte nicht möglich, so gibt es Tierpensionen, die eine artgerechte Unterbringung des Tiers während des Urlaubs gewährleisten.

Wer aus triftigen Gründen nicht mehr länger für sein Haustier sorgen kann, sollte sich an ein Tierheim oder einen Tierschutzverein wenden und sein Haustier dort abgeben. Dort wird man das Haustier artgerecht versorgen und sich um eine geeignete Weitervermittlung bemühen.

Schon gewusst? Kosten für Tierversorgung sind steuerlich absetzbar


Oft führen auch finanzielle Gründe dazu, dass Haustiere ausgesetzt werden. Sie verursachen für ihre Besitzer, etwa durch Tierarztbesuche, Ferienbetreuung und Futterkosten, nicht unbedeutende finanzielle Aufwendungen. Eine gute Nachricht für alle Herrchen und Frauchen ist: Die Kosten, die durch die Versorgung oder Betreuung eines Haustieres entstehen, können als haushaltsnahe Dienstleistung bei der Steuer angesetzt werden! Dies entscheid der Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VI R 13/15) im Fall eines Katzenbesitzers, der seine Katze während seines Urlaubs zu Hause von einer Tierbetreuung versorgen ließ. Für die hierfür entstandenen Kosten beantragte der Mann eine Steuerermäßigung für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen. Zu Recht, entschied das Gericht: Die Tierbetreuung weist eine ausreichende Nähe zur Haushaltsführung auf. Mit ihr seien Arbeiten wie Fellpflege, Füttern etc. verbunden, die ansonsten ein Haushaltsangehöriger vornehmen würden.

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