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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 05.03.2020 (Lesedauer ca. 4 Minuten, 63 mal gelesen)

Hunde, Katzen, Hasen – was ist in der Mietwohnung erlaubt?

Hunde, Katzen, Hasen – was ist in der Mietwohnung erlaubt? © freepik - mko

Kann ein Vermieter Haustiere in der Mietwohnung verbieten? Was sind Kleintiere? Was gilt für gefährliche Tiere? In unserer Checkliste finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Miete und Tierhaltung – aktuell, kompetent und verständlich.

Im Mietrecht finden sich keine ausdrücklichen Regelungen zur Tierhaltung. Es gibt daher weder eine generelle Erlaubnis Haustiere in einer Mietwohnung zu halten, noch gibt es ein generelles Verbot. Grundsätzlich gilt, dass die Tierhaltung in einem zumutbaren Rahmen bleiben und dem bestimmungsgemäßen Mietgebrauch einer Mietwohnung entsprechen muss.

Darf Tierhaltung im Mietvertrag verboten werden?


Tierhaltung darf in einem Mietvertrag nicht pauschal durch eine entsprechende Vertragsklausel verboten werden. Das hat der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen VIII ZR 340/06) entschieden und klargestellt, dass eine solche Vertragsklausel unwirksam ist.

Möglich ist aber, dass der Vermieter und der Mieter im Mietvertrag eine individuelle Regelung zur Tierhaltung in der Mietwohnung vereinbaren. Diese aber nur dann wirksam, wenn Vermieter und Mieter auf Augenhöhe über diese Vereinbarung zu einer Einigung gefunden haben und wenn diese Vereinbarung von beiden Parteien unterzeichnet ist.

Ob der Mieter die Erlaubnis des Vermieters zur Tierhaltung benötigt, hängt grundsätzlich von der Tierart ab. Unterschieden wird bei den Haustieren in Kleintiere, Haustiere mit Erlaubnisvorbehalt und gefährliche Tiere als Haustiere.

Was sind Kleintiere?


Bei Kleintieren ist aufgrund ihrer Art nicht davon auszugehen, dass sie eine Störung und Gefahr für die Mietwohnung oder das Miethaus darstellen. Dazu gehören Kleinvögel, Fische, Schildkröten, Zwergkaninchen und kleine ungiftige Schlangen. Diese Kleintiere können in begrenzter Zahl ohne Erlaubnis vom Vermieter in einer Mietwohnung gehalten werden. Kleine giftige oder exotische Tiere gehören nicht zu dieser Kategorie.

Welche Haustiere fallen unter den Erlaubnisvorbehalt?


Alle Haustiere, die nicht unter die Kategorie „Kleintiere“ fallen, bedürfen der Erlaubnis des Vermieters. Dabei kann der Vermieter nicht einfach nach gut Dünken entscheiden, sondern muss im Einzelfall die Art des Haustiers, seine Größe, sein Verhalten und seine Bedürfnisse im Hinblick auf die betroffene Wohnung abwägen. Die Erlaubnis zur Tierhaltung kann nur dann vom Vermieter versagt werden, wenn es gewichtigere Gründe gegen die Tierhaltung gibt als für sie. Dabei darf sich der Vermieter nur auf konkrete Anhaltspunkte, etwa für eine unzumutbare Belästigung der Mitbewohner durch einen Hund berufen, allein seine Befürchtung reicht nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München (Aktenzeichen 411 C 976/18) nicht aus. Hausschweine in einer Mietwohnung darf ein Vermieter laut einer Entscheidung des vom Amtsgerichts Berlin-Köpenick nicht verbieten, wenn von ihnen keine Geruchsbelästigung ausgeht. Bezüglich der Haltung von Hunden und Katzen urteilen die Gerichte sehr unterschiedlich. Daher sollte in jedem Fall die Erlaubnis des Vermieters eingeholt werden.

Was gilt für gefährliche Tiere?


Gefährliche Tiere, wie etwa ein Kampfhund, oder exotische Tiere, wie Giftschlangen, Leguane oder Frettchen benötigen immer die Erlaubnis des Vermieters, bevor sie in die Mietwohnung einziehen. Stellen die Tiere eine Gefahr für den allgemeine Wohngebrauch oder für die Mitbewohner dar, kann der Vermieter seine Erlaubnis verweigern.

So ist das Halten von Waranen und Chamäleons in einer Mietwohnung laut einer Entscheidung des Amtsgericht Bielefeld (Aktenzeichen 401 C 275/17) nicht erlaubt. Diese exotischen Tiere erzeugten bei Mitbewohnern Angst und Abscheu und störten so den Wohngebrauch.
Bei exotischen Haustieren gilt es zudem die entsprechenden Vorschriften in den Landesgesetzen zu beachten. Möglicherweise ist eine behördliche Genehmigung für die Tierhaltung notwendig.

Sind Besuchertiere erlaubt?


Haustiere, die mit einem Besucher in eine Mietwohnung kommen und sich dort nur vorübergehend aufhalten, fallen nicht unter den Erlaubnisvorbehalt des Vermieters. Der Mieter wird aufgrund des Besuchertiers noch nicht zum Tierhalter.

Wie viele Haustier sind in der Mietwohnung erlaubt?


Grundsätzlich gibt es keine fest gelegte Anzahl wie viele Haustiere in einer Mietwohnung gehalten werden dürfen. Wichtig ist, dass der Mieter mit seiner Tierhaltung den vertragsgemäßen Gebrauch der Wohnung aufrechterhält. Stinkt es etwa im Treppenhaus unerträglich nach Katzenurin, weil ein Mieter 18 Katzen in einer 100 qm Wohnung hält, reicht dies für eine fristlose Kündigung des Mietverhältnisses aus, entschied das Amtsgericht Augsburg. Das Gericht stellte klar, dass die Wohnung zu Wohnzwecken dient und nicht zur Katzenbetreuung. Sieben ausgewachsene Katzen sind für eine 100 qm Wohnung definitiv zu viel, so das Gericht.

Selbst wenn die Katzenhaltung in einer Mietwohnung erlaubt ist, sind 15 Katzen nicht mehr tolerabel, entschied das Landgericht Aurich (Aktenzeichen 1 S 275/09) und erklärte die fristlose Kündigung eines Vermieters für wirksam.

Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts München (Aktenzeichen 424 C 28654/13) entspricht die Haltung von mehr als einem Hund in einer Mietwohnung in der Regel nicht mehr dem normalen Mietgebrauch.

Kann der Vermieter seine Erlaubnis zur Tierhaltung widerrufen?


Geht von einer erlaubten Tierhaltung später starke Störungen und Belästigungen für den allgemeinen Wohngebrauch aus, hat der Vermieter das Recht seine erteilte Erlaubnis zu widerrufen. So etwa bei einem Hausschwein, das sich später als angriffslustig gegenüber anderen Mitbewohnern zeigt und diese beißt. Oder einem Hund, der durch sein nächtliches Bellen ständig Ruhestörungen verursacht. Denkbar ist zudem ein Widerruf aufgrund von allergischen Reaktionen anderer Mitbewohner, etwa auf Katzenhaare im Treppenhaus.

Diese Konsequenzen drohen bei unerlaubter Tierhaltung


Hält ein Mieter ein Haustier, obwohl der Vermieter dies ausdrücklich untersagt hat oder seine Erlaubnis nicht erteilt hat, kann dies erhebliche rechtliche Konsequenzen für den Mieter mit sich ziehen.

Zunächst kann der Vermieter den Mieter wegen unerlaubter Tierhaltung abmahnen und dies mit einer Frist verbinden, wann das Tier spätestens aus der Mietwohnung zu entfernen ist. Der Vermieter hat nämlich aufgrund der vertragswidrigen Tierhaltung einen gesetzlichen Anspruch auf Entfernung des Haustieres.

Die vertragswidrige Tierhaltung berechtigt den Vermieter darüber hinaus zu einer fristlosen oder ordentlichen Kündigung des Mietverhältnisses, wenn er den Mieter zuvor in dieser Sache abgemahnt und der Mieter das Haustier nicht aus der Mietwohnung entfernt hat.


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