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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 27.03.2019 (Lesedauer ca. 4 Minuten)

Alkohol am Steuer – Limits und Folgen

Bei wieviel Promille droht der Führerscheinentzug? Wie kann man ein Fahrverbot nach einer Trunkenheitsfahrt vermeiden? Wann wird eine MPU angeordnet? Ist Alkohol am Steuer eine Straftat? Was gilt für Fahranfänger? Wann verjähren Alkoholverstöße? Unsere Checkliste klärt Schritt für Schritt Ihre Fragen zum Thema Alkohol am Steuer – garantiert aktuell, kompetent und verständlich!

Das müssen Sie über Alkohol am Steuer wissen

Alkohol am Autosteuer ist kein Kavaliersdelikt! Mehrere tausend Menschen sind jedes Jahr Opfer einer Alkoholfahrt. Aus diesem Grund wird Alkohol am Steuer in Deutschland konsequent geahndet.

Für Fahranfänger gilt 0,0 Promille

Für Fahranfänger in der Probezeit gilt bis zur Vollendung des 21. Lebensjahrs ein absolutes Fahrverbot. Wer hiergegen verstößt erhält einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei, 250 Euro Bußgeld, ein Fahrverbot und muss an einer kostenpflichtigen Nachschulung teilnehmen. Bei Wiederholungstätern sind 3 Punkte in Flensburg fällig und im schlimmsten Fall sogar Geld- und Freiheitsstrafen.

Allgemeine Promillegrenze ist 0,5 Promille

In Deutschland liegt die allgemeine Promillegrenze bei 0,5 Promille Blutalkoholkonzentration. Wird eine Blutalkoholkonzentration von 0,5 bis 1,09 Promille festgestellt, sind keine Ausfallerscheinungen beim Fahrer zu erkennen und wurde kein Unfall verursacht, wird die Trunkenheitsfahrt als Ordnungswidrigkeit geahndet. Beim ersten Mal sind 500 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und ein Monat Fahrverbot fällig. Beim zweiten Mal verdoppelt sich das Bußgeld auf 1.000 Euro, 2 Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot. Beim dritten Mal verdreifacht sich das Bußgeld und das Fahrverbot und es werden ebenfalls zwei Punkte in Flensburg eingetragen.

Ein Fahrverbot aufgrund einer Alkoholfahrt kann unter Umständen vermieden werden, wenn der Autofahrer beruflich auf sein Auto angewiesen ist. Das funktioniert allerdings nur bei Ersttätern.

Absolute Fahruntüchtigkeit bei 1,1 Promille

Bei 1,1 Promille Blutalkoholkonzentration spricht man von einer absoluten Fahruntüchtigkeit. Ab jetzt wird die Trunkenheitsfahrt als Straftat geahndet. Bei Ersttätern wird eine Geldstrafe von 30 bis 30 Tagessätzen oder eine Freiheitsstrafe fällig. Die Fahrerlaubnis wird entzogen und eine Sperrfrist für die Wiedererteilung verhangen. Bei Wiederholungstätern oder bei besonders schweren Fällen kann die Fahrerlaubnis lebenslang entzogen werden.

Wann ist eine MPU fällig?

Eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) wird in der Regel bei einer Blutalkoholkonzentration ab 1,6 Promille angeordnet. Der Führerschein wird dann erst nach erfolgreicher Teilnahme an der MPU wiedererteilt.

Wann werden die Einträge in der Flensburger Verkehrssünderkartei gelöscht?

Bei Alkoholverstößen, die als Ordnungswidrigkeit mit zwei Punkten in Flensburg eingetragen werden, erfolgt nach 5 Jahren eine Tilgung. Einträge über Alkoholverstöße, die als Straftat bewertet wurde, bleiben mindestens 10 Jahre in der Flensburger Verkehrssünderkartei bestehen.

Alkohol am Steuer – Promillegrenzen im EU-Ausland

Die allgemeine Promillegrenze liegt bei unseren europäischen Nachbarn in

  • Belgien bei 0,5 ‰ (180 € Bußgeld

  • Dänemark bei 0,5 ‰ (ein Monatsverdienst)

  • Finnland 0,5 ‰ (ab 15 Tagessätzen)

  • Frankreich 0,5 ‰ (ab 135 € Bußgeld)

  • Griechenland 0,5 ‰ (ab 80 € Bußgeld)

  • Großbritannien 0,5 ‰ (ab 80 € Bußgeld)

  • Italien 0,5 ‰ (ab 530 € Bußgeld)

  • Kroatien 0,5 ‰ (ab 95 € Bußgeld)

  • Niederlande 0,5 ‰ (ab 325 € Bußgeld)

  • Österreich 0,5 ‰ (ab 300 € Bußgeld)

  • Polen 0,2 ‰ (bis 1.200 € Bußgeld)

  • Portugal 0,5 ‰ (ab 250 € Bußgeld)

  • Schweden 0,2 ‰ (ab 40 Tagessätze)

  • Schweiz 0,5 ‰ (ab 520 € Bußgeld)

  • Spanien 0,5 ‰ (ab 500 € Bußgeld)

  • Tschechien 0,0 ‰ (ab 100 € Bußgeld)

  • Ungarn 0,0 ‰ (ab 100 € Bußgeld)

Alkohol am Steuer - Verlust des Arbeitsplatzes

Alkohol am Steuer kann auch Auswirkungen auf ein bestehendes Arbeitsverhältnis haben. Wird etwa ein Berufskraftfahrer bei einer privaten Autofahrt mit 1,36 Promille am Steuer erwischt, muss er damit rechnen seinen Arbeitsplatz fristlos zu verlieren, entschied das Hessischen Landesarbeitsgericht (Aktenzeichen 10 Sa 245/11). Auch das Arbeitsgericht Berlin (Aktenzeichen 24 Ca 8017/13) hält eine verhaltensbedingte Kündigung des Arbeitsverhältnisses eines Kraftfahrers für gerechtfertigt, wenn dieser sein Fahrzeug unter Alkoholeinfluss führte. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Koblenz (Aktenzeichen 6 L 1071/12.KO) darf ein Dienstherr einem Polizeianwärter nach einer festgestellten Trunkenheitsfahrt untersagen, die Dienstgeschäfte weiterzuführen.

Mit Alkohol am Steuer erwischt? So gehen Sie vor

Wer von der Polizei mit Alkohol am Steuer erwischt wurde, sollte folgende Punkte unbedingt beachten:

  • Machen Sie keine Angaben zu ihrem Alkoholkonsum – Sie haben ein Aussageverweigerungsrecht!

  • Lehnen Sie den Atemalkoholtest ab!

  • Stimmen Sie einer Blutprobe nicht zu!

  • Kontaktieren Sie umgehend einen Anwalt für Verkehrsrecht!


Ausführliche Tipps finden Sie in unserer Checkliste „„Alkohol am Steuer - Wie verhalte ich mich bei einer Verkehrskontrolle?“ – auch zum Ausdrucken fürs Handschuhfach!

Checkliste Alkohol am Steuer

Formular Checkliste Alkohol am Steuer Checkliste Alkohol am Steuer
Übersicht: Das gilt bei einer Fahrt mit Alkohol und einer Verkehrskontrolle
Quelle: anwaltssuche.de, 28.03.2019 Downloads: 4


TOP-Irrtümer bei Alkohol am Steuer


TOP-Irrtum: Unter 0,5 Promille kann mir nichts passieren

Das stimmt nur, wenn während der Autofahrt kein Unfall geschieht. Wer mit 0,3 Promille Alkohol im Blut einen Unfall verursacht, ist Schadensersatz- und Regressforderungen von Versicherungen ausgesetzt.

TOP-Irrtum: Während der Autofahrt darf man keinen Alkohol trinken

Wer kein Fahranfänger ist, darf während einer Autofahrt Alkohol trinken, solange die erlaubte Promillegrenze von 0,5 eingehalten wird. Da die Einschätzung, wann die Promillegrenze erreicht ist, für den Autofahrer schwer einzuschätzen ist, sollte während einer Autofahrt auf Alkohol besser gänzlich verzichtet werden.

TOP-Irrtum: Nur Wiederholungstäter müssen den Führerschein abgeben

Das ist falsch. Der Führerschein kann auch bei der ersten festgestellten Alkoholfahrt eingezogen werden, wenn ein Autofahrer mit einer Blutalkoholkonzentration ab 0,3 Promille den Straßenverkehr gefährdet sowie bei einer Blutalkoholkonzentration ab 1,1 Promille.

TOP-Irrtum: Nur betrunkenen Autofahrern droht der Führerscheinentzug

Nicht nur Autofahrer können nach einer Trunkenheitsfahrt ihren Führerschein verlieren. Auch ein betrunkener Fahrradfahrer muss seinen Führerschein abgeben, wenn bei ihm der Grenzwert für die absolute Fahruntüchtigkeit von 1,6 Promille festgestellt wurde. So entschieden zum Beispiel das Verwaltungsgericht Oldenburg (Aktenzeichen 7 B 2323/08) und das Verwaltungsgericht Neustadt (Aktenzeichen 3 L 636/14.NW).




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Alkohol am Steuer - Fragen und Antworten


+ Wieviel Alkohol am Steuer ist erlaubt?

Für Fahranfänger gilt 0,0 Promille am Steuer. Alle anderen Autofahrer dürfen mit bis zu 0,5 Promille ans Steuer.



+ Wieviel Alkohol am Steuer mit 21?

Das absolute Alkoholverbot gilt für Fahranfänger bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres.



+ Wieviel Alkohol am Steuer 2018?

Die aktuellen Promillegrenzen finden Sie oben in unserem Ratgeber.



+ Was kostet Alkohol am Steuer?

Die Kosten für Alkohol am Steuer sind abhängig von der Höhe der festgestellten Alkoholkonzentration im Blut und ob es sich um eine Wiederholungstat handelt.



+ Wer ist Wiederholungstäter?

Wer zum zweiten Mal mit Alkohol am Steuer erwischt wird, wird zum Wiederholungstäter. Bußgeld und Fahrverbot werden beim zweiten Mal verdoppelt, beim dritten Mal verdreifacht. Außerdem müssen Wiederholungstäter mit einer MPU rechnen.





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