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Kfz-Versicherung: Infos und Anwälte, die Ihnen helfen

Letzte Aktualisierung am 27.09.2017 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Warum ist die Kfz-Versicherung eine Pflichtversicherung?

Bei mehr als 2,5 Millionen Kfz-Verkehrsunfällen pro Jahr in Deutschland ist es gut, dass es Versicherungen gibt, die dann eintreten, wenn durch einen Unfall ein Sachschaden- oder ein Personenschaden entstanden ist. Der Gesetzgeber hat das so vorgesehen: Nach dem Pflichtversicherungsgesetz ist die Kfz-Haftpflichtversicherung in Deutschland die Voraussetzung für die Zulassung eines PKW. Ohne Haftpflichtversicherung keine Zulassung und kein Nummernschild: Schlicht unvorstellbar, dass bei der heutigen Verkehrsdichte, den entsprechenden Unfallzahlen und den damit verbundenen Risiken im Straßenverkehr kein Versicherungsschutz bestehen könnte. Innerhalb Europas / der europäischen Union haben inzwischen alle Länder die Pflichtversicherung für Pkw eingeführt. In einigen Ländern wird dies durch eine vorgeschriebene Plakette an der Windschutzscheibe jedes Pkw dokumentiert. Unterschiede gibt es noch bei der Höhe der Deckungssummen. Wer im europäischen Ausland einen Leihwagen nutzt, sollte sich daher erkundigen, wie hoch die Deckungssumme ist und gegebenenfalls eine Zusatzversicherung abschließen.

Welche Versicherungen fallen weiterhin unter die Kfz-Versicherung?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung versichert nicht den Fahrer eines Pkw sondern das Fahrzeug: Im Regelfall sind alle Schäden versichert, die mit dem versicherten Fahrzeug verursacht werden. Die Schadenersatzpflicht trifft den Fahrer, der schuld an einem Unfall ist, bzw. unter Umständen auch den Halter. Der Halter des Kfz ist dafür verantwortlich, dass sein Fahrzeug versichert ist. Neben der Haftpflichtversicherung von Bedeutung im Kfz-Bereich ist die Kaskoversicherung. Sie versichert nicht nur die durch das eigene Fahrzeug verursachten Sach- und Personenschäden beim Unfallgegner, sondern, je nach Umfang des Versicherungsschutzes, auch Schäden am eigenen Pkw (Teilkasko, Vollkasko). Auch die Insassen-Unfallversicherung und die Verkehrs-Rechtsschutzversicherung dürfen zu den Kfz-Versicherungen zu zählen sein. Welchen (Gesamt-)Versicherungsschutz ein Fahrer und sein Fahrzeug genießen, hängt also davon ab, welches Versicherungspaket er sich schnürt, vom eigenen Risikoempfinden, und, nicht unwesentlich, auch vom Geldbeutel. Der staatlich verordnete Mindestversicherungsschutz ist immer die Kfz-Haftpflicht.

Wie wird die Prämie bei der Kfz-Versicherung berechnet?

Wenn’s ums Geld geht, sind nicht alle Kfz-Halter gleich: Nicht alle zahlen die gleiche Versicherungsprämie für die gleiche Leistung. Zunächst sind die Versicherer frei bei der Gestaltung der Prämienhöhe. Hier herrscht heftiger Wettbewerb; die Prämien / Beiträge unterscheiden sich wesentlich. Bei der Haftpflicht- und bei der Vollkasko-Versicherung berechnen die Versicherer eine günstigere Prämie, wenn der Versicherte einen schadenfreien Verlauf aufweisen kann ("Schadenfreiheitsrabatt"). Gerechnet wird in SF-Klassen von SF1 bis SF 35 (bei einigen Versicherern auch höher). Die jeweilige SF-Klasse bezeichnet die Anzahl der schadenfreien Jahre; je mehr schadenfreie Jahre desto günstiger die Versicherungsprämie. Auch die Art des Fahrzeugs hat Einfluss auf die Prämienhöhe, denn die richtet sich unter anderem auch nach dem Schadenbedarf eines bestimmten Fahrzeugtyps. Einfach gesagt: Wer ein Fahrzeug fährt, das statistisch gesehen häufig in (teure) Unfälle verwickelt ist, zahlt eine höhere Prämie. Ein weiteres Merkmal bei der Prämienberechnung ist die Regionalklasse. Versicherungsprämien in einer Region mit vielen Unfällen (Schäden) sind teurer. Regionalklassen und Typklassen können sich ändern. Die Einstufung wird anhand von aktualisierten statistischen Werten jährlich neu vorgenommen. Erhöht sich dadurch der Beitrag für einen Versicherten, hat dieser ein außerordentliches Kündigungsrecht für seinen Vertrag. Zahlreiche Versicherer ziehen weitere Merkmale zur Prämiengestaltung heran, etwa das Alter des Versicherungsnehmers, die Einschränkung der Nutzung des Fahrzeuges auf bestimmte Personen, die Anzahl der im Haushalt lebenden Kinder, die jährliche Fahrleistung usw. Bei den Kaskoversicherungen bieten Versicherer die Prämienreduzierung durch eine Selbstbeteiligung an. Trägt der Versicherte einen Teil des Schadens selbst, kann er mit einer günstigeren Prämie rechnen. Selbstbeteiligungen sind immer vorab im Versicherungsvertrag zu vereinbaren.

Welche Kündigungsmöglichkeiten gibt es bei der Kfz-Versicherung?

Im Regelfall werden Kfz-Haftpflichtversicherungen für ein Jahr abgeschlossen und verlängern sich automatisch, wenn sie nicht gekündigt werden. Kündigungsmöglichkeiten bestehen üblicherweise durch ordentliche Kündigung, bei Veräußerung des Fahrzeugs, durch außerordentliche Kündigung des Versicherers im Schadenfall oder durch den Versicherungsnehmer bei Beitragserhöhung oder bei der erwähnten veränderten Typklassen bzw. Regionalklassen-Einstufung.

Was ist bei einem Unfall zu beachten?

KFZ-Haftpflichtversicherer regulieren Schäden mit dem Unfallgegner im Allgemeinen ohne dass der Versicherte einen Beitrag dazu leisten müsste (außer seiner Aussage und der Schilderung des Unfallhergangs). Wird ihm die Schuld oder eine Teilschuld zugesprochen, muss er allerdings mit einer Erhöhung seiner Versicherungsprämie (ggf. Herabstufung in seiner SF-Klasse) rechnen. Ist man Unfall-Geschädigter, kann sich der Kontakt zu einer gegnerischen Versicherung wesentlich schwieriger gestalten, besonders dann, wenn ein Personenschaden vorliegt. Aus diesem Grund raten wir in einem solchen Fall dringend, sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen, der die Lage überblickt und Sie in Ihren Rechten unterstützt. Kontaktieren Sie am besten jetzt gleich unverbindlich einen Rechtsanwalt für Verkehrsrecht in Ihrer Nähe!