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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 10.04.2020 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 349 mal gelesen)

Ostern: Erhalten Arbeitnehmer Feiertagszuschläge?

Arbeiter malen ein Osterei an Arbeiter malen ein Osterei an © freepik - mko

Für die Arbeit an Feiertagen erhalten Arbeitnehmer in der Regel einen Feiertagszuschlag. So sehen es viele Tarifverträge vor. Doch gilt das auch an den bevorstehenden Osterfeiertagen? Und unter welchen Voraussetzungen dürfen Unternehmen überhaupt ihre Arbeitnehmer an Feiertagen arbeiten lassen?

Wann darf an Feiertagen gearbeitet werden?


Grundsätzlich darf an gesetzlichen Feiertagen und Sonntagen nach dem Arbeitszeitgesetz nicht gearbeitet werden. Doch es gibt Ausnahmen: In der Gastronomie, Hotels, Landwirtschaft, Pflegediensten, Bewachungsgewerbe, Presse, Energie- und Versorgungsbetrieben und den Verkehrsbetrieben ist die Arbeit an Sonn- und Feiertagen erlaubt.

Müssen Lohnzuschläge für Feiertagsarbeit gezahlt werden?


Es gibt für Arbeitnehmer keinen gesetzlichen Anspruch auf einen Sonn- oder Feiertagszuschlag. Dies hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil (Aktenzeichen 5 AZR 97/06) bestätigt.

Arbeitnehmern kann aber ein Feiertagszuschlag zustehen, wenn dieser im Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung oder in einem Tarifvertrag geregelt ist. Auch aus betrieblicher Übung kann sich ein Anspruch auf einen Lohnzuschlag an Feiertag begründen, wenn in der Vergangenheit der Arbeitgeber diesen wiederholt gezahlt hat und der Arbeitnehmer deshalb davon ausgehen konnte, dass er den Zuschlag erhält.

Wie hoch ist der Feiertagszuschlag?


Die Höhe des Feiertagszuschlags ist nicht gesetzlich geregelt, sondern ergibt sich aus der Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Was gilt an den Osterfeiertagen?


Der Ostersonntag ist in 15 Bundesländern kein gesetzlicher Feiertag. Einen Feiertagszuschlag gibt es daher nicht. Einzige Ausnahme ist das Land Brandenburg.

Das hat auch das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil (Aktenzeichen 5 AZR 317/09) klar gestellt und erteilte einem Arbeitnehmer, der als Bäcker an den Osterfeiertagen arbeiten musste, hinsichtlich eines Feiertagslohnzuschlags eine klare Abfuhr. Auch wenn im betreffenden Manteltarifvertrag für die Brot- und Backwarenindustrie ein Lohnzuschlag an Feiertagen vorgesehen ist, gelte das nicht für den Ostersonntag, da dieser ein religiöser, aber kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland ist.

Auch im Fall eines an Ostersonntag arbeitenden Monteur im Schichtdienst lehnte das Bundesarbeitsgericht (Aktenzeichen 10 AZR 347/10) eine Feiertagszuschlag ab. Der Arbeitnehmer kann sich nicht auf den im Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V) gewährten Zuschlag für Feiertagsarbeit berufen, da in Sachsen-Anhalt Ostersonntag und Pfingstsonntag nach dem Landesrecht keine gesetzlichen Feiertage sind, so das Gericht.

erstmals veröffentlicht am 23.03.2016, letzte Aktualisierung am 10.04.2020

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