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Kategorie: Anwalt Reiserecht , 05.09.2016 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Überfahrt mit einer Fähre ist keine Pauschalreise

Bei einer Überfahrt mit einer Fähre handelt es sich nicht um eine Pauschalreise, auch dann nicht, wenn neben der Beförderung des Autos auch eine Kabine zum Übernachten gebucht wird. Dies stellt ein aktuelles Urteil des Amtsgerichts München klar.

Nach verpasster Fährfahrt Entschädigung verlangt


Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Mann eine Überfahrt mit einer Fähre von Genua nach Tunis als Hin- und Rückfahrt bei einem Automobilclub gebucht. Neben der Mitnahme seines Autos war auch eine Übernachtung in einer Kabine vorgesehen. Der Mann verpasste die Abfahrt seiner Fähre in Genua, weil diese vorverlegt worden war. Die nächste Fährverbindung war ihm zu spät, so dass er zurück nach München fuhr und nach Tunis flog. Seine Kosten sowie die vertane Urlaubszeit verlangte der Mann vom Automobilclub entschädigt.

Keine Pauschalreise, deshalb nur Geld für Fähre


Zu Unrecht, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 213 C 3921/16). Bei der Überfahrt mit der Fähre handelt es sich nicht um eine Pauschalreise. Auch wenn eine Kabinenübernachtung mit gebucht war, im Vordergrund stand die Beförderung des Autos. Diese Überfahrt hat nach Auffassung des Münchner Amtsgerichts keinen Urlaubscharakter und auch keinen Erholungswert. Wenn es sich bei der Reise aber nicht um eine Pauschalreise handelt, ist der Automobilclub auch nicht Vertragspartner des Beförderungsvertrags. Er vermittelt nur zwischen der Reederei und dem Fährengast. Somit treffen ihn auch keine Aufklärungspflichten hinsichtlich Fährverspätungen oder Fährausfällen. Das Geld für die Fähre hat der Automobilclub dem Mann allerdings erstattet.

erstmals veröffentlicht am 01.09.2016, letzte Aktualisierung am 05.09.2016

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