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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 16.06.2017 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Stiefkindadoption: Wie ist die Rechtslage?

Stiefkindadoption: Wie ist die Rechtslage? © mko - topopt

Bringt ein Ehepartner ein Kind aus einer vorherigen Beziehung mit in die Ehe besteht oft der Wunsch dieses Kind zu adoptieren, um die neue Familie komplett zu machen. Mit der Adoption ist das Stiefkind dann nämlich rechtlich ein gemeinsames Kind der neuen Eheleute.

Worin unterscheidet sich die Stiefkindadoption von einer normalen Adoption?


Bei der Stiefkindadoption bleiben die rechtlichen Bindungen des Kindes mit seinem leiblichen Elternteil bestehen. Dies unterscheidet die Stiefkindadoption von einer normalen Adoption. Die rechtlichen Bindungen zum anderen Elternteil werden mit der Stiefkindadoption völlig aufgeben.

Geht eine Stiefkindadoption auch gegen den Willen eines Elternteils?


Grundsätzlich muss das leibliche Elternteil seine Zustimmung zur Adoption erteilen. Ohne Zustimmung kommt es nur in absoluten Ausnahmefällen zu einer Adoption. Sind die leiblichen Eltern nicht miteinander verheiratet, üben aber das gemeinsame Sorgerecht aus, so kann das Familiengericht die Zustimmung des anderen Elternteils ersetzen. Voraussetzung ist, dass dem Kind ohne die Adoption unverhältnismäßige Nachteile entstehen würden.

Wann ist ein Stiefkindadoption notwendig?


Allein das Argument, eine Stiefkindadoption sei notwendig, damit der neue Ehepartner etwa bei Arztbesuchen oder Krankenhausaufenthalten ein Informations- und Entscheidungsrecht hat, greift nicht. Das entschied kürzlich das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 4 UF 33/17). Allein aus diesem Grund sei die Durchtrennung der rechtlichen Bande vom leiblichen Eltern teil nicht gerechtfertigt. Eine Vollmacht reiche hierfür völlig aus. Das Kind habe keine erheblichen Vorteile durch eine Adoption.


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