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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 14.12.2017

Unterhaltspflicht beim Wechselmodell

Unterhaltspflicht beim Wechselmodell © mko - topopt

Hält sich in Kind nach der Trennung der Eltern je zur Hälfte bei einem Elternteil auf, spricht man vom sogenannten Wechselmodell. Da kein Elternteil schwerpunktmäßig für das Kind aufkommt, stellt sich in diesen Fällen die Frage, wie viel Unterhalt muss jedes Elternteil zahlen?

Grundsätzlich: Beide Eltern sind unterhaltspflichtig!


Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch sind beide Elternteile gegenüber ihrem Kind unterhaltspflichtig. Die Unterhaltspflicht beschränkt sich nicht nur auf die finanzielle Unterstützung des Kindes, sondern auch auf die Betreuung.

Unterhaltspflicht beim Residenzmodell


Kommt es zur Trennung eines Paares wird der Umgang mit dem gemeinsamen Kind geregelt. Bislang war es üblich, dass ein Kind schwerpunktmäßig bei einem Elternteil lebte und den anderen Elternteil etwa am Wochenende besuchte. In diesen Fällen spricht man vom Residenzmodell. Hier ist der Elternteil, bei dem das Kind nicht ständig lebt, zu hundert Prozent barunterhaltspflichtig. Der Unterhaltsanspruch bemisst sich dabei an den Einkommen- und Vermögensverhältnissen des Elternteils.

Unterhaltspflicht beim Wechselmodell


In letzter Zeit entscheiden sich immer mehr Familien für das sogenannte Wechselmodell. Das heißt, das Kind lebt je zu fünfzig Prozent bei beiden Elternteilen. Das Wechselmodell kann nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen XII ZB 601/15) auch gegen den Willen eines Elternteils vom Familiengericht angeordnet werden. Entscheidend ist für die Familiengerichte bei der Auswahl Residenzmodell oder Wechselmodell das Wohl des Kindes.

Da beim Wechselmodell bei keinem Elternteil der Schwerpunkt der Betreuung liegt, müssen sie für den Unterhalt des Kindes anteilig aufkommen. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshof (Aktenzeichen XII ZB 599/13) richtet sich der Unterhaltsbedarf des Kindes nach dem Einkommen und Vermögen beider Elternteile-

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