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Familienrecht , 14.03.2017

Wie genau berechnen Unterhaltsrechner den Kindesunterhalt?

Wie genau berechnen Unterhaltsrechner den Kindesunterhalt? © mko - topopt

Nach der Trennung der Eltern muss regelmäßig die Frage geklärt werden, wer in welcher Höhe für die gemeinsamen Kinder Unterhalt zahlen muss. Im Internet findet man viele – meist kostenlose – Unterhaltsrechner für Kindesunterhalt. Ein exaktes Ergebnis sollte man von diesen Unterhaltsrechnern allerdings nicht erwarten.

Grundsätzliches zur Berechnung von Unterhaltsansprüchen


Eltern sind gegenüber ihren minderjährigen Kindern zum Unterhalt verpflichtet, wenn diese sich nicht selbst versorgen können – was in der Regel der Fall ist. Trennen Eltern sich, leistet das Elternteil, bei dem das Kind lebt, einen sog. Naturalunterhalt. Dieser besteht etwa in Essen, Kleidung, Unterkunft. Das Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, ist zum sog. Barunterhalt verpflichtet. Bei volljährigen Kindern schulden beide Elternteile Barunterhalt.

Kindesunterhalt berechnen mit der Düsseldorfer Tabelle


Die Berechnung von Kindesunterhalt erfolgt auf Grundlage der aktuellen Düsseldorfer Tabelle (Stand 1.1.2017). Sie ist aufgegliedert in Einkommens- und Altersstufen. Der Kindesunterhalt fällt höher aus, je älter das Kind und je höher das Einkommen ist. Viele Unterhaltsrechner orientieren sich an der Tabelle. Doch sie berücksichtigt nicht den individuellen Fall.

Was Düsseldorfer Tabelle und Online-Unterhaltsrechner nicht enthalten


Wichtig zu wissen ist, dass mit den Tabelleneinträgen der Düsseldorfer Tabelle nicht alles abgegolten ist. Nicht enthalten sind Krankenversicherungsbeiträge, wenn der Nachwuchs nicht gesetzlich mitversichert ist. Ebenso Studiengebühren, jeglicher Mehrbedarf, der etwa bei Krankheit anfällt oder sog. Sonderkosten, wie die Kosten für eine Klassenfahrt etc.. Diese Beträge sind über die ermittelnden Sätze der Düsseldorfer Tabelle vom Unterhaltspflichtigen zu zahlen.

Unterhaltsrechner und der Selbstbehalt


Dem unterhaltspflichtigen Elternteil muss aber nach der monatlichen Unterhaltszahlung auch selbst noch Geld zum Leben übrig bleiben. Dieser sog. Selbstbehalt liegt derzeit bei nicht erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen bei monatlich 880,00 € und beim erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen bei monatlich 1.080,00 €.

Unterhalt immer vom Anwalt berechnen lassen!


Basis der Unterhaltsberechnung ist das sog. „gereinigte“ Nettoeinkommen. Das bedeutet, dass vom normalen Nettoeinkommen Beträge ab- oder draufgerechnet werden können. Hat der Unterhaltspflichtige zum Beispiel Schulden, können diese im Einzelfall auch bei der Berechnung mindernd zu berücksichtigen sein. Die Ermittlung des Einkommens ist für Laien schwierig und Online-Unterhaltsrechner können in der Regel hier nur Richtwerte liefern. Die Beratung bei einem Anwalt für Familienrecht ist bei der Berechnung von Kindesunterhalt daher immer zu empfehlen!

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