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Erbrecht , 30.11.2016

Erbrecht: Wann endet die Vereinsmitgliedschaft eines Verstorbenen?

Erbrecht: Wann endet die Vereinsmitgliedschaft eines Verstorbenen? © Zerbor - Fotolia

Bei der Abwicklung des Nachlasses eines Verstorbenen stellt sich für die Erben die Frage, wie mit der Mitgliedschaft des Verstorbenen in einem Verein umzugehen ist. Erlischt diese mit dem Tod automatisch? Treten die Erben in die Vereinsmitgliedschaft anstelle des Verstorbenen ein?

Das Amtsgericht München (Aktenzeichen 242 C 1438/16) hat sich mit diesen Fragen im Rahmen des folgenden Falls auseinandergesetzt: Die Erblasserin war vor vielen Jahren Mitglied in einem Verein für Haus- und Wohnungseigentümer beigetreten. Als sie verstarb wurden ihre Mitgliedsbeiträge noch vier weitere Jahre bezahlt, dann wurde die Zahlung eingestellt. Der Verein strengte ein Mahnverfahren gegen die Erblasserin an und erfuhr dort, dass diese bereits vor längerer Zeit verstorben war. Nach der Satzung des Vereins endet die Mitgliedschaft durch Tod nach Ablauf des Geschäftsjahrs. Der Verein vertritt allerdings die Auffassung, dass die Erben durch ihre Zahlung der Mitliedsbeiträge über den Tod der Erblasserin hinaus, anderen Stelle die Mitgliedschaft fortgesetzt haben und somit auch weiterhin zu Zahlung der Mitgliedsbeiträge verpflichtet sind.

Reine Zahlung der Beiträge begründet für Erben keine Mitgliedschaft


Zu Unrecht, entschied das Amtsgericht München. Nach der Satzung des Vereins habe die Mitgliedschaft am Ende des Geschäftsjahrs in dem die Erblasserin gestorben ist geendet. Um die Mitgliedschaft als Erbe fortzusetzen, hätte dieser dies dem Verein gegenüber ausdrücklich erklären müssen. Allein die Zahlung der Mietgliedsbeiträge reiche dafür als konkludente Willenserklärung nicht aus. Allerdings macht das Amtsgericht München den Erben auch darauf aufmerksam, dass er verpflichtet gewesen sei, den Verein über den Tod der Erblasserin zu informieren.

erstmals veröffentlicht am 10.11.2016, letzte Aktualisierung am 30.11.2016

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