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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 09.08.2016 (Lesedauer ca. 1 Minute, 1022 mal gelesen)

Fußball-Bundesliga: Befristete Arbeitsverträge bei Profi-Fußballern rechtens?

Fußball-Bundesliga: Befristete Arbeitsverträge bei Profi-Fußballern rechtens? © mko - topopt

Die neue Fußball-Bundesliga-Saison geht bald wieder los. Immer noch finden Transfers von Fußballern zu neuen Vereinen statt. Arbeitsrechtlich stellt sich dabei die Frage, ob die in der Regel befristeten Arbeitsverträge der Fußball-Profis rechtens sind. Zu dieser Frage hat das Arbeitsgericht Mainz (Aktenzeichen 3 Ca 1197/14) im vergangenen Jahr ein bemerkenswertes Urteil gefällt.

Fußballer erhielt zwei befristete Arbeitsverträge


Im zu entscheidenden Fall erhielt der Torwart Helmut Paul Heinz Müller bei dem Bundesligaverein 1. FC Mainz 05 zunächst einen befristeten Arbeitsvertrag für drei Jahre. Dieser Arbeitsvertrag wurde dann noch mal um zwei Jahre verlängert. Danach wollte sich der Fußballverein von dem Keeper trennen. Dieser verklagte daraufhin den Verein. Nach seiner Auffassung ist die Kündigung unzulässig, das Arbeitsverhältnis müsse vielmehr unbefristet fortbestehen.

Urtei: Befristung nur bei sachlichem Grund


Zu Recht, urteilte das Arbeitsgericht Mainz. Eine Befristung eines Arbeitsvertrages komme auch bei Fußball-Profis nur nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz in Frage. Danach müsse ein besonderer Sachgrund für die Befristung des Arbeitsverhältnisses vorliegen, der im konkreten Fall bei einem Profifußballer aber nicht gegeben sei. Ein besonderer Sachgrund für eine Befristung eines Arbeitsverhältnisses ist etwa die Schwangerschaftsvertretung oder Saisonarbeiten in der Landwirtschaft.

Bleibt abzuwarten, in wieweit dieses Urteil Grundlage für weitere Klagen von Fußball-Profis mit befristeten Arbeitsverträgen nach sich zieht und welche Konsequenzen dies dann für die Fußballvereine hat.

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