anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Familienrecht , 13.04.2018

Künstliche Befruchtung mit „falschem“ Sperma – Schmerzensgeld für Mutter!

Künstliche Befruchtung mit „falschem“ Sperma – Schmerzensgeld für Mutter! © Kristin Gründler - Fotolia

Wird eine ärztliche Insemination mit Sperma eines nicht vereinbarten Spenders durchgeführt und kommt es deshalb zu körperlich-psychischen Belastungen bei der Mutter, steht ihr ein Anspruch auf Schmerzensgeld zu, entschied kürzlich das Oberlandesgericht Hamm.

Sperma nicht vom vereinbarten Spender


Ein gleichgeschlechtliches Paar hatte sich zu einer heterologen Insemination entschieden und ließ diese bei einem entsprechenden Facharzt durchführen. Nach der Geburt des ersten Kindes beabsichtigte das Paar eine weitere künstliche Befruchtung, allerdings mit der Bedingung, dass es sich um den gleichen Samenspender, wie beim ersten Kind handeln sollte. Dem Paar war es wichtig, dass die Kinder Vollgeschwister sind. Die künstliche Befruchtung fand erfolgreich statt. Nach der Geburt des zweiten Kindes stellte sich aber anhand eines Bluttest heraus, dass es sich um unterschiedliche Samenspender gehandelt haben muss. Die Mutter der Kinder verklagte den behandelnden Arzt auf Schmerzensgeld, da sie unter Erschöpfungszuständen, depressiven Episoden und Schuldgefühlen gegenüber beiden Kindern leide und sich in eine psychologische Behandlung begeben habe.

Arzt verhält sich pflichtwidrig


Dem folgte das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 111 O 83/14 LG) und sprach der Mutter rund 7.500 Euro Schmerzensgeld zu. Der Arzt habe die Insemination nicht mit dem vereinbarten Sperma durchgeführt. Damit habe er pflichtwidrig gegen seine vertraglichen Verpflichtungen verstoßen und hafte für die Auswirkungen, so das Gericht.


Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Ehe & Familie
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Familienrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern grau Stern grau Stern grau Stern grau Stern grau 0.0 / 5 (0 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Familienrecht 04.01.2018
Meistens ist es selbstverständlich, dass man seine eigenen Familienmitgliedern mit Rat, Tat und der notwendigen Finanzkraft unterstützt. Besonders nach einer Scheidung ist es aber gut, dass es Regeln gibt, die den Umfang von Betreuung und den Unterhalt festlegen.
Kategorie: Anwalt Familienrecht 07.11.2016
Ob sie wollen oder nicht: Bei einer Trennung müssen Eltern viele Entscheidungen auch weiterhin gemeinsam treffen. Gerade beim Thema Umgangsrecht ist es wichtig, seine Rechte und Pflichten zu kennen, damit die Kinder nicht zum Spielball ihrer Eltern werden.
Kategorie: Anwalt Familienrecht 26.04.2016 (1873 mal gelesen)

Der Deutsche Bundestag hat die Reform des Unterhaltsrechts verabschiedet. Das neue Unterhaltsrecht soll zum 1. Januar 2008 in Kraft treten. Zu den Regelungen im Einzelnen ...

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.928 / 5 (125 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht GKS Rechtsanwälte 17.01.2011 (1351 mal gelesen)

OLG Urteil zum Aufenthaltsbestimmungsrecht: Mutter darf nicht mit Kindern ins Ausland ziehen

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.861111111111111 / 5 (72 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Ehe & Familie

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung