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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 22.12.2016

Miete: Wer haftet bei Wasserschäden?

Miete: Wer haftet bei Wasserschäden? © Dan Race - Fotolia

Die Waschmaschine läuft aus, das Regenrohr ist verstopft oder ein Wasserrohr ist geplatzt- die Ursachen für Wasserschäden in Mietobjekten sind vielfältig. Doch wer muss letztlich für den Wasserschaden haften – Mieter oder Vermieter?

Grundsätzlich haftet für einen Wasserschaden der Verursacher. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Mieter die Pflicht haben ihre Haushaltsgeräte regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Unterlassen sie das, kann der Vermieter ihnen fahrlässiges Handeln vorwerfen und sie müssen für den Schaden haften.

Keine Aquastopp-Vorrichtung an der Waschmaschine- Mieter haftet für Wasserschaden


Ein Mieter, der seine Waschmaschine ohne eine Aquastopp-Vorrichtung anschließt und den Wasserhahn der Zuleitung durchgängig geöffnet lässt, haftet aufgrund von Fahrlässigkeit für einen durch die Waschmaschine verursachten Wasserschaden. Dies stellte das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 3 U 6/04) im Fall eines Mieters fest, der den Schlauch seiner Waschmaschine lediglich mit einer Schelle an der Wasserzuleitung montiert hatte. Nach ein paar Jahren stellte sich dann Materialermüdung ein und die Schelle rutschte vom Wasserschlauch. Das Waschmaschinenwasser floss in die Wohnung und richtete Schäden in der Wohnung und in der darunterliegenden Wohnung an in Höhe von rund 6.000 Euro an. Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters übernahm die Schadensregulierung, verlangte das Geld aber vom Mieter im Zuge des Regresses zurück. Zu Recht, entschied das Oberlandesgericht Oldenburg. Der Mieter habe wissen können, dass sein Vorgehen zu einem Wasserschaden führen könnte. Er habe somit fahrlässig gehandelt und habe der Versicherung das Geld für den Wasserschaden zurück zu erstatten.

Tipp der Redaktion: Mieter sollten ihre Waschmaschine unbedingt mit einer sogenannten Aquastopp-Vorrichtung anschließen. Wenn Mieter auf diese Vorrichtung verzichten wollen, sollten sie zumindest nach dem Waschgang den Wasserhahn zudrehen.

Welche Versicherung haftet für Wasserschäden?


Welche Versicherung für einen Wasserschaden aufkommen muss, ist abhängig davon wo und weshalb der Wasserschaden entstanden ist. Die Wohngebäudeversicherung muss etwa Wasserschäden regulieren, die aufgrund von defekten Wasserleitungen, die zur Wasserversorgung oder Heizung dienen. Für Wasserschäden am Mobiliar kommt die Hausratversicherung auf. Die Private Haftpflichtversicherung springt dann ein, wenn der Mieter den Wasserschaden fahrlässig verursacht hat.

Wasserschaden- Versicherung darf Unternehmen für Trocknungsarbeiten nicht vorschreiben


Eine Versicherung darf bei einem Wasserschaden, den sie regulieren muss, dem Geschädigten gegenüber nicht vorschreiben, welches Unternehmen er mit den Trocknungsarbeiten beauftragt. Dies entschied das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht Aktenzeichen 6 U 70/10.






erstmals veröffentlicht am 16.07.2015, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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