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Kategorie: Anwalt Mietrecht , 23.09.2021 (Lesedauer ca. 3 Minuten, 988 mal gelesen)

Mietwohnung: Wer haftet für Wasserschäden?

Mietwohnung: Wer haftet für Wasserschäden? © freepik - mko

Ein defekter Waschmaschinenschlauch, eine überlaufende Badewanne oder ein geplatztes Rohr - die Ursachen für Wasserschäden in einer Mietwohnung sind vielfältig. Steht die Wohnung erstmal unter Wasser ist der Schaden meist groß. Wie sollen Mieter sich jetzt verhalten und wer haftet für einen Wasserschaden – Mieter oder Vermieter?

Wie müssen sich Mieter bei einem Wasserschaden verhalten?


Stellt der Mieter einen Wasserschaden fest, muss er den Schaden soweit wie möglich begrenzen. Das heißt: Zuerst Wasser abstellen! Ist das nicht möglich oder ausreichend sollte das austretende Wasser in Behältnissen aufgefangen werden, um weitere Schäden zu vermeiden.

Doch Vorsicht: Der Mieter hat zwar die Pflicht den Wasserschaden zu begrenzen, er darf ihn aber nicht beseitigen! Die Schadensursache darf nicht verändert werden, denn in vielen Fällen schickt die Versicherung zunächst einen Gutachter, der sich den Schaden und die Ursache anschaut.

Im nächsten Schritt muss der Mieter den Vermieter und die Versicherung umgehend vom Wasserschaden informieren.

Wer haftet für den Wasserschaden in der Mietwohnung?


Für einen Wasserschaden in der Mietwohnung haftet grundsätzlich der Verursacher des Schadens.

Hat also der Mieter den Wasserschaden selbst verursacht, muss er auch die Kosten dafür tragen. Mieter haben die Pflicht haben ihre Haushaltsgeräte regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit zu überprüfen. Unterlassen sie das, kann der Vermieter ihnen fahrlässiges Handeln vorwerfen mit der Folge, dass sie für den Wasserschaden aufkommen müssen.

Ein Mieter, der seine Waschmaschine ohne eine Aquastopp-Vorrichtung anschließt und den Wasserhahn der Zuleitung durchgängig geöffnet lässt, haftet aufgrund von Fahrlässigkeit für einen durch die Waschmaschine verursachten Wasserschaden. Dies stellte das Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 3 U 6/04) im Fall eines Mieters fest, der den Schlauch seiner Waschmaschine lediglich mit einer Schelle an der Wasserzuleitung montiert hatte. Nach ein paar Jahren stellte sich dann Materialermüdung ein und die Schelle rutschte vom Wasserschlauch. Das Waschmaschinenwasser floss in die Wohnung und richtete Schäden in der Wohnung und in der darunterliegenden Wohnung an in Höhe von rund 6.000 Euro an. Die Wohngebäudeversicherung des Vermieters übernahm die Schadensregulierung, verlangte das Geld aber vom Mieter im Zuge des Regresses zurück. Zu Recht, entschied das Oberlandesgericht Oldenburg. Der Mieter habe wissen können, dass sein Vorgehen zu einem Wasserschaden führen konnte. Er habe somit fahrlässig gehandelt und habe der Versicherung das Geld für den Wasserschaden zurück zu erstatten.

Der Vermieter haftet für Wasserschäden in der Mietwohnung, wenn ihm die Ursache für den Wasserschaden beim Abschluss des Mietvertrags bekannt war oder wenn er den Wasserschaden durch einen Umstand zu vertreten hat, so etwa bei einem Rohrbruch aus Nachlässigkeit.

Welche Versicherung reguliert den Wasserschaden?


Welche Versicherung für einen Wasserschaden aufkommt, hängt davon ab wo und weshalb der Wasserschaden entstanden ist.
Bei defekten Wasserleitungen oder Rohrbrüchen muss die Wohngebäudeversicherung den Wasserschaden regulieren. Sie tritt auch bei einem Wasserschaden aufgrund eines defekten Wasserschlauchs an der Waschmaschine ein.

Die Hausratversicherung übernimmt Wasserschäden, die aufgrund von unplanmäßig ausgetretenem Leitungswasser am Mobiliar der Mietwohnung entstanden sind.

Die private Haftpflichtversicherung des Mieters springt dann ein, wenn der Mieter den Wasserschaden fahrlässig verursacht hat.

Übrigens: Eine Versicherung darf bei einem Wasserschaden, den sie regulieren muss, dem Geschädigten nicht vorschreiben, welches Unternehmen er mit den Trocknungsarbeiten beauftragt. Dies entschied das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht Aktenzeichen 6 U 70/10.

Kann der Mieter aufgrund des Wasserschadens die Miete mindern?


Hat der Mieter den Wasserschaden nicht selbst zu vertreten, kann er unter bestimmten Voraussetzungen die Miete mindern. So etwa, wenn Räume aufgrund des Wasserschadens nicht mehr bewohnbar sind, sich Schimmel bildet oder der Lärm von Lüftungsgeräten das Wohnen stark beeinträchtigt.

Wie Mieter bei einer Mietminderung erfolgreich vorgehen, lesen Sie in unserem Rechtstipp „Mietminderung - Alles was Sie wissen müssen“.







erstmals veröffentlicht am 16.07.2015, letzte Aktualisierung am 23.09.2021

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