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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 21.11.2016

Nebel: Die Herausforderung für Autofahrer - inklusive Bußgeldfalle

Nebel: Die Herausforderung für Autofahrer - inklusive Bußgeldfalle © Petair - Fotolia

Nebelschwaden auf den Straßen sind eine Herausforderung für Autofahrer. Was viele Autofahrer nicht wissen: Bei Nebel, Dämmerung oder sonstigen schlechten Sichtverhältnissen sind Autofahrer gesetzlich verpflichtet mit Licht zu fahren, ansonsten drohen Bußgelder!

Nebelschwaden auf den Straßen und Autobahnen sind eine Herausforderung für alle Autofahrer. Was viele Autofahrer nicht wissen: Bei Nebel, Dämmerung oder sonstigen schlechten Sichtverhältnissen sind Autofahrer gesetzlich verpflichtet mit Licht zu fahren, ansonsten drohen Bußgelder!

Fahren ohne Licht - Bußgeld!


Hat ein Autofahrer kein Licht am Auto eingeschaltet, obwohl es aufgrund der Sichtverhältnisse notwendig gewesen wäre, kann dies ein Bußgeld von 10 Euro bedeuten. Fährt ein Autofahrer bei Nebel ohne Licht, kann dass innerorts zu einem Bußgeld von 25 Euro und ausserorts zu einem Bußgeld von 40 Euro führen.

Zusätzliche Nebelschlussleuchte nicht immer erlaubt!


Vorsicht ist auch beim Gebrauch von Nebenscheinwerfern geboten. Einige Autofahrer schalten bei schlechteren Sichtverhältnissen nicht nur das Licht an, sondern auch sofort die Nebelscheinwerfer. Nebelscheinwerfer dürfen allerdings erst eingeschaltet werden, wenn die Sicht weniger als 50 Meter beträgt (§ 17 StVO). In diesem Fall darf der Autofahrer (§ 3 StVO) auch nicht schneller als 50 km/h fahren, möglicherweise auch noch erheblich langsamer, wenn die Witterungsverhältnis dies erfordern. Der Autofahrer muss zudem zu den übrigen Fahrzeugen einen großen Sicherheitsabstand einhalten.

Nebelschlussleuchte rechtzeitig wieder ausschalten!


Sobald sich der Nebel aber wieder lichtet und die Sichtverhältnisse besser werden, sollten Nebelscheinwerfer wegen der Gefahr der Blendung sofort ausgeschaltet werden. Leider vergessen dies einige Autofahrer immer wieder und bringen dadurch sich und andere Verkehrsteilnehmer in große Gefahr.

Bei Nebel maximal 50 km/h fahren!


Vorfahrtsberechtigte, die sich bei aufziehenden Nebelschwaden an einen Kreuzungsbereich annähern, müssen ihre Geschwindigkeit gegebenenfalls bis unter 50 km/h herabsetzen. Das ght aus einer Entscheidung des Oberlandesgericht Schleswig (Aktenzeichen 7 U 153/03 ) hervor. Im zu entscheidenden Fall fuhr ein Traktorfahrer bei aufziehendem Nebel mit ungefähr 70 km/h in eine Kreuzung. Dabei übersah er einen von rechtskommenden, vorfahrtsberechtigten Autofahrer mit leichten Geschwindigkeitsüberschreitung und es kam zu einem Autounfall . Nach Auffassung des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts ist eine Geschwindigkeit von 70 km/h im Kreuzungsbereich bei nebelbedingt schlechten Witterungsverhältnissen zu hoch. Der Verkehrsteilnehmer müsse in dieser Situation damit rechnen, dass er für andere Verkehrsteilnehmer schlecht erkennbar sei. Nach der Straßenverkehrsordnung dürfe nicht schneller als 50 km/h gefahren werden, wenn die Sichtweite durch Nebel weniger als 50 m betrage. Möglicherweise müsse er sogar noch langsamer fahren, so die Richter. Im vorliegenden Fall hätten sich aber beide Verkehrsteilnehmer verkehrswidrig verhalten, so dass sie im Verhältnis 75 Prozent zu 25 Prozent für die Unfall -Folgen aufkommen müssten.

erstmals veröffentlicht am 02.05.2013, letzte Aktualisierung am 21.11.2016

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