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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 15.10.2020 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 934 mal gelesen)

Nebel – Was müssen Autofahrer beachten?

Lastwagen fahren auf einer nebeligen Straße Lastwagen fahren auf einer nebeligen Straße © freepik - mko

Wenn Nebel die Sicht von Autofahrern behindert, ist besondere Vorsicht geboten. Welches Licht müssen Autofahrer bei Nebel einschalten? Wann dürfen sie nicht mit Nebelscheinwerfern fahren? Welche Geschwindigkeit ist bei Nebel erlaubt? Und wieviel Abstand muss bei schlechter Sicht zum Vordermann eingehalten werden?

Welches Licht muss man bei Nebel einschalten?


Nebel schränkt die Sicht für den Autofahrer erheblich ein. Aus diesem Grund muss ein Autofahrer laut Straßenverkehrsordnung bei einer Sichtbehinderung durch Nebel auch am Tag mit Abblendlicht fahren. Das Tagfahrlicht reicht für gute Sichtverhältnisse nicht aus. Das Fernlicht sollten Autofahrer möglichst nicht benutzen, da es durch den Nebel zu Reflektionen kommt, die die Sicht eher verschlechtern, statt sie zu verbessern.

Nebelscheinwerfer dürfen eingeschaltet werden, wenn die Sicht des Autofahrers u.a. durch Nebel stark beeinträchtigt ist. Sie können zusammen mit dem Abblendlicht oder alleine benutzt werden. Sobald sich die Sichtverhältnisse verbessern, muss der Nebelscheinwerfer wegen der Gefahr der Blendung anderer Verkehrsteilnehmer sofort wieder ausgeschaltet werden. Ansonsten riskiert der Autofahrer ein Bußgeld.

Die Nebelschlussleuchte darf nur eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite des Autofahrers 50 m oder weniger beträgt, das gilt auch in geschlossenen Ortschaften. Als Orientierung dienen die Leitpfosten am Straßenrand, die genau 50 Meter Abstand haben. Auch die Nebelschlussleuchte muss ausgeschaltet werden, wenn sich die Sicht verbessert, ansonsten droht ein Bußgeld zwischen 20 und 35 Euro.

Fahren ohne Licht bei schlechter Sicht – Bußgeld?


Autofahrer, die ohne Licht bei schlechten Sichtverhältnissen fahren, riskieren ein Bußgeld zwischen 20 und 90 Euro sowie einen Punkt in Flensburg.

Wie schnell darf man bei Nebel fahren?


Autofahrer müssen laut Straßenverkehrsordnung ihre Geschwindigkeit den Sichtverhältnissen anpassen. Bei Nebel ist die Geschwindigkeit daher zu drosseln. Die Straßenverkehrsordnung regelt, dass bei einer Sichtweite von weniger als 50 Meter ein Autofahrer nicht schneller als 50 km/h fahren darf – das gilt auch auf Autobahnen! Grundsätzlich muss ein Autofahrer die Geschwindigkeit seines Fahrzeugs so anpassen, dass er in der für ihn einsehbaren Strecke jederzeit anhalten kann. Hält sich ein Autofahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung, droht ihm je nach Höhe des Geschwindigkeitsverstoßes ein Bußgeld, ein Fahrverbot sowie Punkte im Verkehrszentralregister in Flensburg.

Unter Umständen müssen Autofahrer, die sich im Nebel einer Kreuzung nähern, ihre Geschwindigkeit auch unter 50 km/h drosseln. Dies entschied das Oberlandesgericht Schleswig (Aktenzeichen 7 U 153/03) im Fall eines Traktorfahrers, der bei aufziehendem Nebel mit ungefähr 70 km/h in eine Kreuzung fuhr und dabei einen von rechtskommenden, vorfahrtsberechtigten Autofahrer, der leicht zu schnell fuhr, übersah. Nach Auffassung des Gerichts ist bei nebelbedingt schlechten Witterungsverhältnissen eine Geschwindigkeit von 70 km/h im Kreuzungsbereich zu hoch. Der Verkehrsteilnehmer müsse in dieser Situation damit rechnen, dass er für andere Verkehrsteilnehmer schlecht erkennbar sei. Beide Fahrzeugführer verhielten sich damit verkehrswidrig und mussten im Verhältnis 75 Prozent zu 25 Prozent für die Unfallfolgen aufkommen.

Wieviel Abstand ist bei schlechter Sicht zum Vordermann notwendig?


Bei Nebel und schlechten Sichtverhältnissen ab Sichtweiten 50 Meter oder weniger muss der Autofahrer einen Abstand zum Vordermann von mindestens 25 Meter einhalten. Um den Abstand einschätzen zu können, empfiehlt es sich an den Leitpfosten am rechten Fahrbandrand zu orientieren. Sie sind in einem Abstand von 50 Meter angebracht.

erstmals veröffentlicht am 02.05.2013, letzte Aktualisierung am 15.10.2020

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