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Kategorie: Anwalt Zivilrecht , 22.12.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Tipps für die Kündigung eines Vertrages mit einem Fitnessstudio!

Das Jahr beginnt bei vielen Menschen mit dem guten Vorsatz mehr Sport zu machen. Das wissen auch die Fitnessstudios und sie locken zum Jahresanfang mit ermäßigten Gebühren oder Schnupperabos. Wurde dann voreilig eine Mitgliedschaft abgeschlossen, ist es oft nicht so einfach schnell wieder aus dem Vertrag mit dem Fitnessstudio raus zu kommen. Hier einige Urteile zu Kündigungsgründen eines Fitnessstudiovertrags…

Vertrag nach Probetraining widerrufbar!

Ein Kunde, der bei einem ersten Probetraining in einem Fitnessstudio einen Vertrag abschließt und es sich im Nachgang zum Training doch anders überlegt, kann den Fitnessstudiovertrag widerrufen. Bei diesem Vertragsabschluss gelten die gesetzlichen Bestimmungen über das Haustürgeschäft die Verbrauchern eine Widerrufsfrist von zwei Wochen einräumen. So lautet ein Urteil des Landgericht Koblenz (Aktenzeichen: 6 S 19/07).

Umzug ist ein Kündigungsgrund!

Der Umzug in eine andere Stadt ist ein Grund den Vertrag mit dem Fitnessstudio fristlos zu kündigen, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 212 C 15699/08). Ein Fitnessstudiovertrag sei ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis, das bei Vorliegen eines wichtigen Grundes gekündigt werden könne.

Krankheit kann Kündigungsgrund sein!

Tritt während der Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio eine Erkrankung beim Kunden ein, kann er seinen Fitnessstudiovertrag fristlos kündigen, wenn er ein ärztliches Attest vorlegt, aus dem hervorgeht, dass er aus gesundheitlichen Gründen von dem Training mit Sportgeräten absehen muss. So lautet eine Entscheidung Amtsgerichts Frankfurt (Aktenzeichen 32 C 3558/96-19).

Allerdings muss das ärztliche Attest konkret die Erkrankung benennen, die dem Kunden ein weiteres Training unmöglich macht. Ein ärztlicher Attest mit der Formulierung „ … eine Fortführung des Trainings im Fitness- bzw. Sportstudio kann zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen" ist nicht konkret genug, entschied das Amtsgericht Lichtenberg (Aktenzeichen 12 C 215/06). Es lehnte daher eine Kündigungsmöglichkeit für den Kunden des Fitnessstudios ab.

Vorsicht auch bei Vorerkrankungen! Leidet ein Kunde eines Fitnessstudios schon beim Abschluss seines Vertrages an einer Krankheit und verschlimmert sich dies, hat er keine Möglichkeit fristlos aus seinem Fitnessstudiovertrag raus zu kommen. So lautet ein Urteil des Amtsgericht Hamburg (Aktenzeichen 20 b 367/97).
Mitgliedsbeiträge in bar - ansonsten fristlose Kündigung möglich!
Wurde in einem Fitnessstudiovertrag nicht ausdrücklich die Zahlungsart „bargeldlos“ vereinbart, muss das Fitnessstudio die Beiträge der Kunden auch in bar annehmen. Anderenfalls hat der Kunde ein Recht den Vertrag mit dem Fitnessstudio fristlos zu kündigen. Dies entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 271 C 1391/09) im Fall einer Kundin eines Fitnessstudios, die bei Vertragsschluss mitteilte, dass sie keine Bankverbindung besitze. Das Fitnessstudio konnte daran eindeutig erkennen, dass die Frau die Beiträge bar zahlen musste.



erstmals veröffentlicht am 08.01.2014, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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