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Kategorie: Anwalt Reiserecht , 22.01.2020 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 1389 mal gelesen)

Tipps für die Kündigung eines Vertrages mit einem Fitnessstudio!

Tipps für die Kündigung eines Vertrages mit einem Fitnessstudio! © freepik - mko

Mehr Sport und gesünder leben – ein Vorsatz für das neue Jahr den sich insbesondere Fitnessstudios zu Nutze machen. Sie locken zum Jahresanfang mit ermäßigten Gebühren oder Schnupper-Abos. Wer jetzt voreilig eine Mitgliedschaft abschließt, kommt oft so schnell nicht mehr aus dem Vertrag mit dem Fitnessstudio wieder raus – doch es gibt Ausnahmen!

Fitnessvertrag nach Probetraining widerrufbar?


Ein Kunde, der im Rahmen seines ersten Probetrainings in einem Fitnessstudio einen Vertrag abschließt und es sich im Nachgang zum Training doch anders überlegt, kann den Fitnessstudiovertrag widerrufen. Bei diesem Vertragsabschluss gelten die gesetzlichen Bestimmungen über das Haustürgeschäft, wonach Verbraucher innerhalb von zwei Wochen das Geschäft widerrufen können. So lautet ein Urteil des Landgericht Koblenz (Aktenzeichen: 6 S 19/07).

Fitnessvertrag ohne Brille unterzeichnet – Anfechtungsgrund?


junge Frau mit liest einen VertragEine Kundin, die eigentlich ein Schnupper-Angebot des Fitnessstudios nutzen wollte, aber irrtümlich einen Fitnessvertrag für ein Jahr unterzeichnete, weil sie keine Brille anhatte, kann den Fitnessvertrag anfechten, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 271 C 30721/13).

Krankheit – ein Grund zur fristlosen Kündigung?


junge Frau vor Laufbändern hält sich verletztes KnieTritt während der Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio eine Erkrankung beim Kunden auf, kann er seinen Fitnessstudiovertrag fristlos kündigen, wenn ihm die Fortführung des Vertrages nicht zumutbar ist (Bundesgerichtshof, Aktenzeichen XII ZR 62/15). Voraussetzung ist, dass er ein ärztliches Attest vorlegt, aus dem hervorgeht, aus welchen gesundheitlichen Gründen er vom Training mit Sportgeräten absehen muss, so das Amtsgerichts Frankfurt (Aktenzeichen 32 C 3558/96-19). Ein ärztlicher Attest mit der Formulierung „ … eine Fortführung des Trainings im Fitness- bzw. Sportstudio kann zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen" ist nicht konkret genug, entschied das Amtsgericht Lichtenberg (Aktenzeichen 12 C 215/06). Ebenso reicht die Formulierung „ der Kunde kann aus gesundheitlichen Gründen das Studio nicht mehr nutzen“ laut Amtsgericht Frankfurt/Main (Aktenzeichen 31 C 2619/19) nicht aus.

Das Amtsgericht München (Aktenzeichen 113 C 27180/11) stellt klar, dass das Fitnessstudio den Kunden bei einer Sportunfähigkeit nicht auf die Nutzungsmöglichkeiten der Wellnessangebote verweisen darf. Diese seien nur eine Nebenleistung des Fitnessvertrages, aber nicht das Motiv warum der Kunden den Vertrag abgeschlossen hat.

Vorsicht bei Vorerkrankungen! Leidet ein Kunde schon beim Abschluss seines Vertrages mit dem Fitnessstudio an einer Krankheit und verschlimmert sich diese, hat er keine Möglichkeit fristlos aus seinem Fitnessstudiovertrag raus zu kommen. So lautet ein Urteil des Amtsgericht Hamburg (Aktenzeichen 20 b 367/97).

Umzug und Jobwechsel – Kündigungsgrund ?


Ehepaar und Hund zieht in eine andere Stadt, sitzt vor gefüllten UmzugskartonsDer Umzug in eine andere Stadt ist ein Grund den Vertrag mit dem Fitnessstudio fristlos zu kündigen, entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 212 C 15699/08). Ein Fitnessstudiovertrag sei ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis, das bei Vorliegen eines wichtigen Grundes gekündigt werden könne.

Fitnessstudio verweigert Bargeldannahme – Kündigungsgrund ?


Wurde in einem Fitnessstudiovertrag nicht ausdrücklich die Zahlungsart „bargeldlos“ vereinbart, muss das Fitnessstudio die Beiträge der Kunden auch in bar annehmen. Anderenfalls hat der Kunde ein Recht den Vertrag mit dem Fitnessstudio fristlos zu kündigen. Das entschied das Amtsgericht München (Aktenzeichen 271 C 1391/09) im Fall einer Kundin eines Fitnessstudios, die bei Vertragsschluss mitteilte, dass sie keine Bankverbindung besitze. Das Fitnessstudio hätte eindeutig erkennen können, dass die Frau ihre Beiträge bar zahlen wird.


erstmals veröffentlicht am 08.01.2014, letzte Aktualisierung am 22.01.2020

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