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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 16.02.2017

Valentinstag: Hat eine Verlobung rechtliche Folgen?

Valentinstag: Hat eine Verlobung rechtliche Folgen? © IVASHstudio - Fotolia

Für Einkaufsmeilen und Restaurants ist der Valentinstag eine dankbare Erfindung. Und viele Verliebte nutzen diesen Tag, um sich die Heirat zu versprechen. Aber "nützt" eine Verlobung aus (steuer-)rechtlichen Sicht eigentlich etwas und gibt es auch Pflichten, die auf der Habenseite gegenüberstehen?

Heiratsversprechen ist ein Vertrag


Das Heiratsversprechen, also die Verlobung oder das Verlöbnis, ist - rechtlich gesehen - ein Vertrag . Darin verpflichten sich die Verlobten, später gemeinsam eine Ehe zu schließen. Ein solcher Verlobungsvertrag ist aber nur dann wirksam, wenn die Verliebten geschäftsfähig sind. Und das sind sie mit einem zu viel an Champagner und Cocktails ziemlich sicher nicht mehr. Aber keine Sorge: Die Verlobungsverpflichtung zur Eheschließung ist sowieso nicht einklagbar. Automatisch endet der Vertrag mit der Hochzeit oder mit dem Tode eines Verlobten. Ansonsten kann die Verlobung so lange bestehen, so oft erneuert oder so schnell gelöst werden, wie die Verlobten dies wünschen. Ein Wort noch zum Besuchsrecht : Während Verwandte oder verheiratete Personen auf der Intensivstation leichter Zutritt erhalten, gilt dies nicht für Verlobte. Sie sind auf ihre Überredungskünste angewiesen. Kurz gesagt: Verlobte haben weder Sonderrechte noch besondere Pflichten.

Welche Steuervorteile bringt die Verlobung?


Möchten Sie als Verlobte(r) einen Vertrag eingehen, der Ihnen oder Ihrem Partner vor dem Finanzamt unter anderem Vorteile bringen soll, müssen Sie besondere Vorsicht walten lassen. Das Finanzamt ist bei Verträgen unter Angehörigen und Bekannten besonders skeptisch. Möchten Sie mit Ihrer großen Liebe eine Firma gründen, einen Mietvertrag unterzeichnen oder ihm ein Darlehen gewähren, muss der Vertrag darüber Klauseln enthalten, die auch mit anderen (fremden) Vertragspartnern üblich wären. Apropos Steuern: Geldausgaben für Ihre(n) Verlobte(n) sind besonders (steuer-)günstig. So bleiben Verlobungsgeschenke in einer Höhe von bis zu 500 tausend Euro steuerfrei. Sind Sie noch großzügiger, müssen Sie die entsprechenden Steuern erst nach der Eheschließung berappen. Wird die Verlobung gelöst, muss die Beschenkte entweder das Geschenk zurückgeben oder Schenkungssteuer darauf bezahlen. Sie hat dann nur einen Freibetrag von 20 tausend Euro. Auf Geschenke, die über dem Freibetrag liegen, sind 30 Prozent Steuern zu zahlen.

Hochzeitstermin im Dezember: klarer Steuervorteil!


Und auch wenn es unromantisch klingt: Wer gegen Ende des Jahres heiratet, erhält die steuerrechtlichen Vorteile auf das gesamte letzte Jahr angerechnet - und damit wohl auch für einen guten Teil der Verlobungszeit. Anders ausgedrückt muss eine (standesamtliche) Hochzeit im Januar eines Jahres tatsächlich Liebe sein...

erstmals veröffentlicht am 14.02.2017, letzte Aktualisierung am 16.02.2017

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