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Erbrecht , 05.12.2012

Erbfolge: Das Erbrecht des Ehegatten

Tritt ein Erbfall ein, bei dem der Verstorbene weder ein Testament noch einen Erbvertrag hinterlassen hat, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. In diesem Fall sollen die Menschen erben, die dem Erblasser am nächsten standen. Das ist ohne Zweifel neben den Kinder, der Ehegatte.

Tritt ein Erbfall ein, bei dem der Verstorbene weder ein Testament noch einen Erbvertrag hinterlassen hat, tritt die gesetzliche Erbfolge ein. In diesem Fall sollen die Menschen erben, die dem Erblasser am nächsten standen. Das ist ohne Zweifel neben den Kinder, der Ehegatte.

Der Ehegatte zählt nicht zu den Verwandten des Erblassers, daher steht ihm ein eigenes gesetzliches Erbrecht zu. Seine Erbschaft hängt maßgeblich davon ab, in welchem Güterstand die Ehegatten gelebt haben und ob Verwandte neben ihm erben.

Lebten die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, dann erbt der Ehegatte die Hälfte des Nachlasses, die andere Hälfte erhalten die Erben der 1. Ordnung (Kinder, Enkelkinder, Urenkel). Beispiel: Erblasser, verheiratet in Zugewinngemeinschaft, hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Die Frau erbt ½ des Nachlasses, die Kinder je ein Viertel. Hinterlässt der Erblasser eine Frau und drei Kinder, dann erbt die Frau ½ des Nachlasses und die Kinder je ein 1/6.

Sind neben dem Ehegatten nur noch Erben der 2. Ordnung (Eltern, Geschwister, Neffen, Nichten) da, so erbt der Ehegatte im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft ¾ des Nachlasses und die übrigen Erben ¼ des Nachlasses. Das gleiche gilt für Erben der 3. Ordnung (Großeltern). Beispiel: Der kinderlos verstorbene Erblasser hinterlässt seine Frau. Als weiterer Verwandter lebt nur noch sein Bruder. Beim Güterstand der Zugewinngemeinschaft erbt die Frau ¾ des Nachlasses und der Bruder 1/4.

Sind außer dem überlebenden Ehegatten nur noch gesetzliche Erben der 3. Ordnung (Urgroßeltern und deren Abkömmlinge) oder Erben fernerer Ordnungen, dann erbt der Ehegatte allein.
Hatten die Ehegatten während ihrer Ehe Gütertrennung vereinbart, so erbt der Ehegatte je nachdem welcher Ordnung die weiteren Verwandte angehören. Gesetzlich geregelt ist, dass der überlebende Ehegatte und jedes Kind zu gleichen Teilen erben.
Im Falle der Gütergemeinschaft gehört der Anteil am Gesamtgut zum Nachlass des Erblassers, der nach den allgemeinen Vorschriften vererbt wird. Haben die Ehegatten fortgesetzte Gütergemeinschaft vereinbart, wird der Anteil des verstorbenen Ehegatten nicht vererbt. Die Gesamthand zwischen den Ehegatten und den gemeinschaftlichen erbberechtigten Abkömmlingen wirkt in diesem Fall fort.
Unabhängig vom Güterstand der Ehegatten, hat der überlebende Ehegatte einen Anspruch auf den Voraus. Beim Voraus handelt es sich um die Haushaltsgegenstände, soweit sie nicht Zubehör eines Grundstücks sind, sowie die Hochzeitsgeschenke.

Im Falle einer Scheidung vor dem Tod des Erblassers hat der geschiedene Ehegatte kein Erbrecht mehr. Das gesetzliche Erbrecht scheidet selbst dann aus, wenn die Ehe noch nicht geschieden ist, dem Ehegatten aber bereits der Scheidungsantrag zugestellt wurde (BGHZ 111, 329).


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