anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Internetrecht , 14.04.2010 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Privater Verkauf bei eBay: So schnell werden Sie zum Gewerbetreibenden

Beim privaten eBay-Verkauf ist Vorsicht geboten, da der private Verkäufer schnell rein rechtlich gesehen zum gewerblichen Verkäufer werden kann.

Der Online-Flohmarkt eBay erfreut sich gerade bei privaten Verkäufern einer großen Beliebtheit. Sei es bei Haushaltsauflösungen, Erbschaften oder dem Verkauf einer alten Bücher- oder Plattensammlung - bei eBay finden sich dankbare Abnehmer. Wer erst einmal den privaten eBay-Verkauf für sich entdeckt hat, den lässt dieser Virus so schnell nicht wieder los.

Doch hier ist Vorsicht geboten, da der private Verkäufer schnell rein rechtlich gesehen zum gewerblichen Verkäufer werden kann. Dies ist dann gegeben, wenn, so die Rechtsprechung, ständig und planmäßig bei eBay verkauft wird. Die Rechtsprechung ist nicht ganz einheitlich. Letztlich ist dann ein gewerblicher Verkauf anzunehmen, wenn oft verkauft wird. So hat bspw. der Bundesgerichtshof in einem Urteil vom 04.12.2008, Az.: I ZR 3/06 entschieden, dass bereits 91 Verkäufe in fünf Wochen dazu führen, dass der private Verkäufer gewerblich wird. Auch der Verkauf von Neuware oder immer wieder gleichen Waren kann problematisch werden.

Die Rechtsfolgen sind gravierend: Zum einen dürfen gewerbliche Verkäufer die Gewährleistung nicht ganz ausschließen, Hauptproblem ist jedoch, dass quasi pseudo-gewerbliche Verkäufer auch wettbewerbsrechtlich abgemahnt werden können. Der private Verkäufer bei eBay, der umfangreich verkauft, unterscheidet sich in nichts von einem großen gewerblichen Händler. Folge ist, dass er bspw. die Verpflichtung hat, eine sogenannte Anbieterkennzeichnung mit seinen persönlichen Daten vorzuhalten oder über das Widerrufsrecht zu informieren. Eine entsprechende Abmahnung ist nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer. Hier kommen schnell zwischen 400,00 € und 1.000,00 € zusammen.
So faszinierend der Marktplatz eBay auch sein mag, für einen umfangreichen Privatverkauf eignet er sich nicht.

Rechtsanwalt Johannes Richard
Fachanwalt für gewerblicher Rechtsschutz

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Computer & Internet
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Internetrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8529411764705883 / 5 (34 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Gesellschaftsrecht 23.01.2017
Der Verkauf eines Unternehmens ist eine höchst komplexe Angelegenheit, die auch unter Ehrenmännern kaum mit einem Handschlag zu erledigen ist. Für einen rechtssicheren Verkauf bedarf es erheblicher Vorbereitungen und Verhandlungen sowie kundiger Beratung.
Kategorie: Anwalt Immobilienrecht 22.06.2017
Der Kauf einer Immobilie birgt Fallstricke; dazu gehören versteckte Mängel. Ein Verkäufer ist verpflichtet, einen Mangel, den er kennt, zu offenbaren. Tut er das nicht, kann es sich um ein arglistiges Verschweigen handeln - mit der Folge, dass der Käufer Ansprüche gegen ihn geltend machen kann.
Online-Auktionen: Was tun bei Ärger mit ebay & co.? © sma - topopt
Expertentipp vom 18.04.2017 (1862 mal gelesen)

Versteigerungen im Internet sind nach wie vor beliebt. Bei ebay oder unzähligen anderen Auktionsplattformen wird vom Auto über die Examensarbeiten bis zum angelutschten Promi-Kaugummi auf alles geboten, was sich versteigern lässt. Welche Rechte und Pflichten sind bei der Online-Auktion zu beachten?

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.02 / 5 (100 Bewertungen)
Expertentipp vom 15.09.2017 (796 mal gelesen)

Kann bei Immobilienkaufverträgen ohne weiteres der Rücktritt erklärt und der Vertrag rückabgewickelt werden? Wann besteht ein Recht zur Anfechtung des Immobilienkaufvertrages?

Soweit der notarielle Vertrag über eine gebrauchte Immobilie (Mehrfamilienhaus, Einfamilienhaus, Wohnung etc.) einmal geschlossen wurde, kann er nicht mehr ohne weiteres rückabgewickelt werden. Vielmehr bedarf es hierfür in der Regel besonderer Gründe. In Betracht kommen z .B. ein vertraglich vereinbartes Rücktrittsrecht, ein gesetzliches Rücktrittsrecht oder ein Recht zur Anfechtung des Kaufvertrages.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.054054054054054 / 5 (37 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Computer & Internet

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung