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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 03.12.2012

Einbruchdiebstahl: Stehlgutliste unverzüglich anfertigen!

Die Zahl der Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Häusern nimmt bedingt durch die Jahreszeit wieder stark zu. Aber auch wenn der Schock nach einem Einbruch in die eigenen vier Wände groß ist: Bei einem Einbruch mit Diebstahl muss der Versicherungsnehmer unverzüglich eine Liste mit allen Gütern, die gestohlen wurden, bei der Polizei vorlegen. Versäumt er dies, wird die Versicherung von ihrer Leistungspflicht frei.

Die Zahl der Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Häusern nimmt bedingt durch die Jahreszeit wieder stark zu. Aber auch wenn der Schock nach einem Einbruch in die eigenen vier Wände groß ist: Bei einem Einbruch mit Diebstahl muss der Versicherungsnehmer unverzüglich eine Liste mit allen Gütern, die gestohlen wurden, bei der Polizei vorlegen. Versäumt er dies, wird die Versicherung von ihrer Leistungspflicht frei.

So lautet eine aktuelle Entscheidung des Amtsgericht München (AZ C 7440/10) in folgendem Fall: Während einer Urlaubsreise war beim Versicherungsnehmer eingebrochen und Schmuck und Bargeld gestohlen worden. Sein Sohn hatte den Einbruch bei der Polizei gemeldet. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub wurde der Versicherungsnehmer mehrfach von der Polizei aufgefordert eine Stehlgutliste einzureichen, was er nicht tat. Die in Anspruch genommene Versicherung lehnte eine Leistung ab, da der Versicherungsnehmer gegen seine Verpflichtung verstoßen habe, eine Stehlgutliste bei der Polizei einzureichen. Diese Auffassung teilte auch das Amtsgericht München. Das Gericht führte aus: Der Versicherungsnehmer habe auf Grund der ihm bekannten Versicherungsbedingungen von dieser Pflicht auch gewusst. Hätte der Kläger den Verlust aus dem Versteck im Wohnzimmerschrank gemeldet, hätte die Polizei weitere Ermittlungen angestellt, insbesondere nach Personen, die von dem Versteck und dem Urlaub des Klägers wissen konnten. Da sich der Kläger trotz Aufforderung nicht bei der Polizei gemeldet habe, habe diese ihre Ermittlungen eingestellt. Sie sei sogar davon ausgegangen, dass gar nichts entwendet wurde.
Auf Grund dieses massiven Verstoßes gegen seine vertraglichen Pflichten müsse die Versicherung nichts mehr leisten.

Auch das Landgericht Köln (Aktenzeichen 24 O 570/03) sprach eine Versicherung von ihrer Pflicht einen Einbruchsschaden zu begleichen frei, weil die Stehlgutliste von den Versicherungsnehmern bei der Versicherung zu spät vorgelegt wurde. Die bestohlene Familie hatte erst zwei Wochen nach dem Einbruch eine Liste mit den gestohlenen Wertgeständen angefertigt. Diese Liste legte sie dann erst weitere elf Tage später bei der Hausratversicherung vor. Für die Kölner Richter zu spät: Nach einem Einbruchsdiebstahl müsse der Versicherte die Stehlgutliste unverzüglich der Polizei und der Hausratsversicherung zukommen lassen. Im Regelfall, so das Gericht, sei von wenigen Tagen auszugehen. Durch die frühzeitige Festlegung solle nämlich ein schneller Fahndungserfolg der Polizei ermöglicht werden. Zudem solle verhindert werden, dass der Versicherte den Schaden nachträglich aufbausche. Die betroffenen Versicherungsnehmer ging also nach dem Einbruchsdiebstahl leer aus.



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