anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Familienrecht , 11.07.2018

Gefährdet ein Smartphone das Wohl des Kindes?

Gefährdet ein Smartphone das Wohl des Kindes? © Andrew Barker - Fotolia

Die Mediennutzung eines Kindes darf nur dann mit Auflagen vom Familiengericht belegt werden, wenn das Kindeswohl im Einzelfall gefährdet ist. Grundsätzlich gefährden Eltern nicht grundsätzlich das Wohl ihres achtjährigen Kindes, wenn sie ihm ein Smartphone mit freiem Internetzugang zur Verfügung stellen.

Familiengericht verbot Achtjähriger eigenes Smartphone


Dies entschied aktuell das Oberlandesgericht Frankfurt/Main (Aktenzeichen 2 UF 41/18) und hob damit eine Auflage des Familiengerichts auf, wonach ein achtjähriges Kind bis zu seinem 12. Geburtstag kein eigenes frei zugängliches Smartphone besitzen durfte und die Mutter dafür Sorge tragen musste, das hinsichtlich der Nutzung von Medien Regeln über verbindliche Zeiten und Inhalte aufgestellt werden.
Dieser familiengerichtlichen Auflage lag ein Streit der getrenntlebenden Eltern über das Aufenthaltsbestimmungsrecht des Kindes zugrunde. Die Eltern und das Kind wehrten sich gegen diese Auflage.

Oberlandesgericht hob Auflage auf und konkretisierte ein Smartphone-Verbot


Mit Erfolg, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt/Main. Das Familiengericht dürfe Maßnahmen nur ergreifen, wenn das körperliche, geistige und seelische Wohl des Kindes gefährdet sei. Die Entwicklung des Kindes müsse mit hoher Wahrscheinlichkeit negativ beeinflusst werden. Eine bloße Möglichkeit einer Schädigung der Entwicklung des Kindes reiche nicht aus. Eine konkrete Gefährdung des Kindes durch ein eigens Smartphone mit freiem Internetzugang sein nicht festgestellt worden. Allgemeine Risiken der Mediennutzung von Kindern seien grundsätzlich nicht ausreichend für eine konkrete Kindesgefährdung. Die Nutzung von digitalen Medien sollte pädagogisch begleitet werden, liege aber im eigenverantwortlichen Bereich der Eltern.

Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Ehe & Familie
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Familienrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern grau Stern grau Stern grau Stern grau Stern grau 0.0 / 5 (0 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Familienrecht 04.01.2018
Meistens ist es selbstverständlich, dass man seine eigenen Familienmitgliedern mit Rat, Tat und der notwendigen Finanzkraft unterstützt. Besonders nach einer Scheidung ist es aber gut, dass es Regeln gibt, die den Umfang von Betreuung und den Unterhalt festlegen.
Kategorie: Anwalt Familienrecht 07.11.2016
Ob sie wollen oder nicht: Bei einer Trennung müssen Eltern viele Entscheidungen auch weiterhin gemeinsam treffen. Gerade beim Thema Umgangsrecht ist es wichtig, seine Rechte und Pflichten zu kennen, damit die Kinder nicht zum Spielball ihrer Eltern werden.
Kategorie: Anwalt Familienrecht 26.04.2016 (1873 mal gelesen)

Der Deutsche Bundestag hat die Reform des Unterhaltsrechts verabschiedet. Das neue Unterhaltsrecht soll zum 1. Januar 2008 in Kraft treten. Zu den Regelungen im Einzelnen ...

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.928 / 5 (125 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Familienrecht GKS Rechtsanwälte 17.01.2011 (1351 mal gelesen)

OLG Urteil zum Aufenthaltsbestimmungsrecht: Mutter darf nicht mit Kindern ins Ausland ziehen

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.861111111111111 / 5 (72 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Ehe & Familie

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung