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Kategorie: Anwalt Immobilienrecht , 31.08.2012 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Handwerkerrechnungen- So vermeiden Sie Kostenexplosionen und Ärger!

Gutes Handwerk hat seinen Preis- keine Frage! Kunden erleben aber nach der guten Arbeit oft eine böse Überraschung, wenn die Rechnung ins Haus flattert. Die Abrechnung ist um einiges höher als man besprochen hatte. Klare Vereinbarung zwischen Kunden und beauftragten Handwerksunternehmen helfen eine rechtliche Auseinandersetzung um die Abrechnung zu vermeiden.

Gutes Handwerk hat seinen Preis- keine Frage! Kunden erleben aber nach der guten Arbeit oft eine böse Überraschung, wenn die Rechnung ins Haus flattert. Die Abrechnung ist um einiges höher als man besprochen hatte. Klare Vereinbarung zwischen Kunden und beauftragten Handwerksunternehmen helfen eine rechtliche Auseinandersetzung um die Abrechnung zu vermeiden.

• Schriftlicher Vertrag
Grundsätzlich sollte ein schriftlicher Vertrag zwischen dem Kunden als Auftraggeber und dem Handwerker als Auftragnehmer abgeschlossen werden. So können beide Parteien auch im Nachhinein sehen, welche Leistungen zu welchen Preisen vereinbart wurden. Mindestinhalt des Vertrages sollte das Festlegen der Leistung sein, beispielsweise: Einbau von drei Fenstern. Ferner sollte die Abrechnungsart festgelegt werden. Die Abrechnung kann auf Stunden lohn erfolgen, oder zu einem Pauschalpreis. Darüber hinaus empfiehlt es sich einen Fertigstellungstermin festzulegen.

• Kostenvoranschlag
Bevor ein schriftlicher Vertrag über ein Gewerk abgeschlossen wird, sollte das Handwerksunternehmen dem Kunden einen schriftlichen Kostenvoranschlag unterbreiten. Im Kostenvoranschlag kalkuliert das Handwerksunternehmen die ungefähren Kosten des Auftrags. Rechnet das Handwerksunternehmen später auf Grundlage eines Kostenvoranschlages ab, können die Kosten bis zu 20 Prozent überschritten werden. Vorsicht: Dieser Spielraum wird von Handwerksunternehmen auch gerne mal ausgenutzt, um preiswerter als die Konkurrenz zu sein und damit den Auftrag zu erhalten. Wird der Kostenvoranschlag allerdings nur unwesentlich überschritten, muss der Kunde die Mehrkosten tragen.
Auch wenn das Anfertigen eines Kostenvoranschlages für ein Handwerksunternehmen mit sehr viel Aufwand verbunden sein kann, dürfen hierfür keine Kosten in Rechnung gestellt werden.

• Schriftliches Angebot
Um Kostenexplosionen zu vermeiden sollte der Kunde vom Handwerksunternehmen daher immer ein schriftliches Angebot verlangen. Dieses ist nämlich im Gegensatz zum Kostenvoranschlag für das Handwerksunternehmen binden. Das heißt, die im Angebot aufgeführten Kosten dürfen im Nachhinein nicht einfach überschritten werden. Kommt es bei der Erfüllung des Auftrags zu weiteren oder umfangreicheren Arbeiten als im Angebot aufgeführt, muss das Handwerksunternehmen seinen Kunden darüber informieren. Dies erfolgt in der Regel durch ein „Nachtragsangebot“ mit dem sich der Kunde einverstanden erklären muss. Auf der sicheren Seite ist der Kunde wenn es ihm gelingt mit dem Handwerksunternehmen einen „Festpreis“ zu vereinbaren. In diesem Fall trägt das Handwerksunternehmen das Kostenrisiko für Mehrarbeiten, höhere Materialkosten oder mehr Personalaufwand.

• Abschlagszahlungen
Grundsätzlich kann das Handwerksunternehmen seine erbrachten Leistungen erst nach der Abnahme durch den Kunden abrechnen. Das Handwerksunternehmen hat aber die gesetzliche Möglichkeit sogenannte Abschlagszahlungen zu vereinbaren. In diesem Fall muss der Kunde dann je nach Baufortschritt eine bestimmte Zahlung leisten.



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