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Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht , 21.02.2017 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Nasse Tanzfläche oder Stolperkante vor Supermarkt – Aktuelle Urteile zur Haftung

Nasse Tanzfläche oder Stolperkante vor Supermarkt – Aktuelle Urteile zur Haftung © mko - topopt

Ob es die nasse Tanzfläche in einer Disko oder eine Stolperkante vor dem Eingang zum Supermarkt ist – kommt es zum Sturz eines Besuchers, müssen in vielen Fällen die Gerichte entscheiden, wen die konkrete Verkehrssicherungspflicht traf und wer damit Schadensersatz leisten muss.

Geschäftsführer haftet anteilig für Stolperkante vor einem Supermarkt


Für den Sturz eines Mannes wegen einer 3 cm hohen Stolperkante zwischen zwei Gehplatten im Eingangsbereich eines Supermarktes, haftet der Geschäftsführer zur Hälfte. Dies entschied aktuell das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen Verfahren 9 U 158/15). Der Mann hatte sich bei seinem Sturz den Oberarm gebrochen und verlangte Schmerzensgeld.

Kunden des Supermarkts sollten Bodenunebenheiten beachten


Das Oberlandesgericht Hamm nahm im Fall der Stolperkante vor einem Supermarkt ein 50 prozentiges Mitverschulden des Mannes an. Mit Unebenheiten von bis zu 2,5 cm müssten Fußgänger bei einem Gehweg rechnen. Zwar sei der Gehweg an der Unfallstelle 3 cm uneben gewesen, der Fußgänger hätte aber bei hinreichender Aufmerksamkeit den Sturz durchaus vermeiden können.

Disco-Betreiber haftet für Sturz auf nasser Tanzfläche


Eine Frau stürzte in der Silvesternacht auf einer nassen Tanzfläche in einer Disco und zog sich eine tiefe Schnittverletzung zu. Sie verlangte vom Betreiber der Disko Schmerzensgeld, da angeblich ein Nerv in ihrer Hand durch die Schnittverletzung durchtrennt wurde und sie große gesundheitliche Beeinträchtigungen erfuhr.

Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 9 U 77/15) hielt es nach einer Beweisaufnahme für erwiesen, dass die Frau aufgrund von Flüssigkeit, die sich auf der Tanzfläche befand, hinfiel. Den Betreiber der Disko traf eine Verkehrssicherungspflicht für einen ordnungsgemäßen Zustand der Tanzfläche zu sorgen. Dieser Pflicht kam er offensichtlich nicht nach. Ein Mitverschulden der Frau am Unfall sei nicht erkennbar, so die Hammer Richter.

erstmals veröffentlicht am 10.02.2017, letzte Aktualisierung am 21.02.2017

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