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Kategorie: Anwalt Steuerrecht , 13.06.2018

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Notrufsystem!

Haushaltsnahe Dienstleistungen: Notrufsystem! © mko - topopt

Mit der Inanspruchnahme von haushaltsnahen Dienstleistungen können Steuerpflichtige ihre Steuerlast bis zu 1.200 Euro senken. Unter haushaltsnahe Dienstleistungen fallen insbesondere Handwerkerleistungen für Erhaltungs-, Renovierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen im Haushalt.

Notrufsystem als haushaltsnahe Dienstleistung


Ein hilfebedürftiger Mensch, der betreutes Wohnen in einer Seniorenheim in Anspruch nimmt, kann die Kosten für ein Notrufsystem als haushaltsnahe Dienstleistung geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (Aktenzeichen VI R 18/14) im Fall einer 95jährigen Frau, die ein Abo für ein Notrufsystem abgeschlossen hatte, damit sie weiterhin sicher und selbstverantwortlich in ihrer Wohnung im Seniorenheim leben konnte. Die Kosten von 1.400 Euro im Jahr machte die alte Dame als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend.

Zu Recht, entschied der Bundesfinanzhof. Ein Haushalt kann auch in einem Pflegeheim geführt werden. Das Notrufsystem übernehme Aufgaben im Haushalt, die ansonsten von nahestehenden Personen übernommen würden. Die Kosten hierfür seien mit Aufwendungen für Gartenpflege oder Wäsche vergleichbar.

Ermäßigung kann durch Versicherungsleistung gemindert werden


Der Ermäßigungsbetrag kann allerdings durch Versicherungsleistungen gemindert werden. Das Finanzgericht Münster (Aktenzeichen 13 K 136/15 E) entschied dies im Fall einer Steuerzahlerin, die für die Beseitigung eines Wasserschadens Handwerkerleistungen in Höhe von rund 3.200 Euro in Anspruch genommen hatte. Diese Kosten setzte sie bei ihrer Einkommenssteuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen an und begehrte eine entsprechende Steuerermäßigung. Das Finanzamt lehnt dies ab, da die Frau von ihrer Versicherungen den Schaden erstattet bekommen hat.

Dem pflichtete das Finanzgericht Münster bei. Eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen setzte eine wirtschaftliche Belastung des Steuerpflichtigen voraus. An dieser fehle es regelmäßig, wenn eine Versicherung eine Schadensregulierung vorgenommen hat. Auch seien die gezahlten Versicherungsbeiträge nicht als wirtschaftliche Belastung anzuerkennen, da damit schließlich die Versicherungsleistung angespart werde, so die Münsteraner Richter.


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