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Strafrecht , 25.05.2017

Notwehr: Wie weit darf man gehen?

Notwehr: Wie weit darf man gehen? © mko - topopt

Menschen, die Opfer eines körperlichen Angriffs werden, dürfen sich selbstverständlich wehren. Wie weit die Notwehr gehen darf und mit welchen Mitteln die Verteidigung erlaubt ist, ist vielen Opfern oft nicht ganz klar. Das Oberlandesgericht Hamm hat Klarheit in den Zwiespalt Notwehr gebracht.

Wann ist Notwehr erlaubt?


Nach der Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Aktenzeichen 1 RVs 38/13) darf ein Opfer einen Angriff mit dem mildesten Mittel abwehren, das ihm in der Situation zur Verfügung steht, um den Angriff sofort zu beenden. Das Opfer muss dabei kein Verteidigungsmittel wählen, dass eine zweifelhafte Wirkung hat und den Kampf mit dem Angreifer ungewiss macht.

Notwehr: Ein Beispiel


In dem oben zugrunde liegenden Fahll schlug ein Mann im Rahmen einer Auseinandersetzung unter jungen Männern einem anderen ins Gesicht. Daraufhin nahm der Freund des Geschlagenen seinen Bierkrug und schlug ihn gegen den Kopf des Angreifers. Der Angreifer erlitt eine Gehirnerschütterung, Platzwunden und Blutergüsse.

Opfer muss nicht mildeste Verteidigung wählen


Da Oberlandesgericht Hamm sprach den Bierkrug-Schläger von einer Körperverletzung frei. Seine Tat sei durch Nothilfe gerechtfertigt gewesen. Er habe mit seinem Angriff seinem Freund helfen und weiter Schläge des Angreifers verhindern wollen. Die Notwehrhandlung sei auch erforderlich gewesen, um den Angriff des Schlägers endgültig abzuwehren. Er habe auch nicht auf mildere Verteidigungsmittel, wie etwa Wegschubsen, zurückgreifen müssen, da damit der Ausgang des Kampfes ungewiss geworden wäre. Der Schlag mit einem Bierkrug sei aber geeignet gewesen den Kampf endgültig zu beenden.






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