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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 25.02.2019 (Lesedauer ca. 4 Minuten)

Mobbing am Arbeitsplatz – So können Sie sich erfolgreich wehren!

Jeder achte Arbeitnehmer wurde laut einer aktuellen Studie am Arbeitsplatz schon einmal gemobbt. Wenn es trifft, der steht den Angriffen vom Chef oder den Kollegen oft alleine und hilflos gegenüber. Unsere Experten-Checkliste hilft Ihnen Schritt für Schritt Mobbing am Arbeitsplatz wirkungsvoll ein Ende zu setzen – aktuell, kompetent und verständlich!

Das sollten Sie über Mobbing am Arbeitsplatz wissen

Konflikte am Arbeitsplatz sind üblich, schließlich arbeiten in einem Unternehmen ganz unterschiedliche Menschen miteinander. Wann die Grenze zum Mobbing erreicht ist, ist oft schwer einzuschätzen – zumal es keine gesetzliche Definition von Mobbing gibt.
Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts ist Mobbing jedes systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte. Beim Mobbing findet eine gezielte systematische dauerhafte Ausgrenzung eines Arbeitnehmers an seinem Arbeitsplatz statt.

Damit ist auch klar, dass nicht jeder Konflikt im Arbeitsleben gleich als Mobbing zu bewerten ist. Sachbezogene Kritik vom Chef oder von Kollegen ist kein Mobbing. Auch eine berechtigte Abmahnung stellt kein Mobbing dar.

Prüfen Sie anhand unserer Checkliste selbst, ob Sie Mobbing am Arbeitsplatz ausgesetzt sind.

Checkliste - bin ich ein Mobbing-Opfer?

Formular Checkliste - bin ich ein Mobbing-Opfer? Checkliste - bin ich ein Mobbing-Opfer?
Wer unsicher ist, ob bei ihm Mobbing vorliegt, kann dies anhand dieser Checkliste prüfen.
Quelle: anwaltssuche.de, 27.02.2019 Downloads: 45


Arbeitgeber muss Mobbing-Opfer schützen

Der Arbeitgeber unterliegt einer gesetzlichen Fürsorgepflicht gegenüber seinen Arbeitnehmern. Danach hat er einzuschreiten, wenn überwiegende Interessen des Arbeitnehmers gefährdet sind, wie sein Persönlichkeitsrecht oder seine Gesundheit. Damit beinhaltet die Fürsorgepflicht auch den Schutz vor Mobbing. Kommt der Arbeitgeber seiner Fürsorgepflicht im Hinblick auf Mobbing im Unternehmen nicht nach, kann der betroffene Arbeitnehmer ihn auf Schadensersatz verklagen.

Welche Rechte haben Arbeitnehmer bei Mobbing?

Mobbing-Opfer haben, wie jeder Arbeitnehmer, ein gesetzlich verankertes Beschwerderecht, wenn sie sich ungerecht behandelt oder sonst wie benachteiligt oder beeinträchtigt fühlen.

Des Weiteren können Sie vom Arbeitgeber Beseitigung und Unterlassung der Schikane verlangen und gerichtlich durchsetzen. Einen Anspruch darauf, dass dem Mobber gekündigt wird, haben Betroffene allerdings nicht. Unternimmt der Arbeitgeber trotz Aufforderung nichts, kann der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung unter Angabe von Gründen so lange verweigern, bis der Arbeitgeber Abhilfe schafft.

Mobbing-Opfer haben zudem die Möglichkeit Schadensersatz und Schmerzensgeld von Täter und ggfs. vom Arbeitgeber einzuklagen. Die Beweislast für das Mobbing und seine Folgen liegt beim Arbeitnehmer.

So erkennen Sie Mobbing – typische Merkmale

Ob es sich bei Streitigkeiten am Arbeitsplatz um normale Auseinandersetzungen handelt, oder ob man schon von Mobbing sprechen kann, erkennen Sie typischerweise an folgenden Merkmalen:

Angriffe richten sich immer gegen einen Arbeitnehmer

Ein bestimmter Arbeitnehmer wird grundlos spontan schikaniert.

Angriffe finden dauerhaft statt

Arbeitnehmer sind Schikanen am Arbeitsplatz ständig ausgesetzt und nicht nur ab und zu vereinzelt.

Angriffe erfolgen systematisch

Die Angriffe beabsichtigen den Arbeitnehmer psychisch zu verletzen oder ihn zur Kündigung zu bewegen.


In der Mobbing-Falle – und jetzt?

Arbeitnehmer, die am Arbeitsplatz von Kollegen oder vom Chef systematisch schikaniert werden, sollten folgendermaßen vorgehen:

Ziehen Sie sich nicht zurück!

Isolieren Sie sich nicht im Unternehmen und warten Sie bei Schikane am Arbeitsplatz nicht zu lange ab. Je schneller Sie den Angriffen etwas entgegensetzen, desto schneller ist ihr Problem gelöst.

Mobbing-Tagebuch führen!

Führen Sie über alle Mobbing-Vorfälle im Job ein Tagebuch mit Datum, Uhrzeit, Beteiligten und Handlung. Dies dient Ihnen in erster Linie zu Beweiszwecken bei möglichen juristischen Auseinandersetzungen, aber auch um Muster zu erkennen und Lösungen zu erarbeiten.

Betriebsrat/Kollegen einweihen!

Suchen Sie sich einen Kollegen, dem Sie im Unternehmen vertrauen und teilen Sie ihm Ihre Situation mit. Rückhalt von nicht beteiligten Kollegen hilft in Mobbing-Situationen. Suchen Sie auch die Unterstützung des Betriebsrats. Hier wird es im Zweifel bereits Erfahrungen mit Mobbing am Arbeitsplatz und Lösungsmodellen geben.

Beratungsstelle aufsuchen!

Es gibt zahlreiche Beratungsstellen für Mobbing am Arbeitsplatz. Scheuen Sie sich nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hier sitzen Experten, die ihr Mobbing-Problem professionell lösen können und Ihnen zeigen wie Sie mit Ihrem eigenen Verhalten die Mobbing-Situation steuern können.

Anwalt für Arbeitsrecht konsultieren!

Ein Anwalt für Arbeitsrecht weiß, wie Sie den Mobbing-Attacken schnell und effektiv ein Ende setzen. Er berät Sie hinsichtlich Ihrer Rechte am Arbeitsplatz und wer seine Rechte kennt, tritt mit einem größeren Selbstbewusstsein auf. Nehmen Sie die Hilfe eines Rechtsexperten in Anspruch, um Ihre Rechte am Arbeitsplatz schnell und nachhaltig durchzusetzen.


Mobbing am Arbeitsplatz – ein Fall fürs Strafrecht?

Mobbing ist kein strafrechtliches Delikt und daher auch nicht strafrechtlich sanktioniert. Einzelne Mobbing-Handlungen könne aber sehr wohl strafbar sein und entsprechend verfolgt werden. Zu denken ist hier an die Straftatbestände Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, sexuelle Belästigung, Nötigung, Körperverletzung und ggfs. Sachbeschädigung und Diebstahl. In diesen Fällen sollte immer auch eine strafrechtliche Verfolgung in Erwägung gezogen werden.


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Kompetente Beratung vom Anwalt für Arbeitsrecht Bei Mobbing am Arbeitsplatz wenden Sie sich frühzeitig vertrauensvoll an einen Anwalt für Arbeitsrecht. Er kann aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und Erfahrung sicher einschätzen, wann strafrechtliche Aspekte wichtig werden und welche Schritte dann zu gehen sind. Zögern Sie nicht zu lange. Jetzt hier klicken und Anwaltssuche starten.



Häufige Fragen und Antworten zu Mobbing


+ Mobbing - wer hilft?

Es gibt eine Vielzahl von Beratungsstellen die Mobbing-Opfern schnelle und kompetent Hilfe anbieten. Ein Anwalt für Arbeitsrecht hilft Betroffenen ihre Rechte schnelle und effektiv durchzusetzen.



+ Wie Mobbing beweisen?

Die Beweislast für Mobbing liegt beim Arbeitnehmer. Ein hilfreiches Beweismittel ist ein Mobbing-Tagebuch mit Datum, Uhrzeit, Beteiligten und Handlung.



+ Mobbing am Arbeitsplatz - was tun?

Sich schnell mit professioneller Hilfe zur Wehr setzen. Mobbing am Arbeitsplatz kann in der Regel nicht ausgesessen werden und bedarf professioneller Unterstützung.



+ Wo Mobbing anzeigen?

Erfüllen einzelne Mobbing-Handlung Straftatbestände wie Beleidigung, Nötigung, sexuelle Belästigung etc. kann eine Strafanzeige bei den Ermittlungsbehörden gestellt werden.





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