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Anwalt Arbeitsunfähigkeit

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Nicht jede Krankheit macht arbeitsunfähig

Können Sie Ihren Job tatsächlich nicht ausüben?

Grundsätzlich muss die Krankheit die alleinige Ursache für die Arbeitsunfähigkeit sein. Andere Gründe spielen hierfür keine Rolle. Zweitens ist entscheidend, welche Art von Tätigkeit Sie ausüben. Beispiel: Sie haben sich den großen Zeh gebrochen. Als Politesse sind Sie ziemlich sicher arbeitsunfähig, da Sie zur Ausübung Ihrer Tätigkeit viel zu Fuß unterwegs sind. Als Buchhalter sind Sie aufgrund Ihrer sitzenden Tätigkeit hingegen vermutlich arbeitsfähig - und auch wenn Sie viel Mühe haben, zur Arbeit und wieder nach Hause zu kommen. Sie sind aber auch als Politesse arbeitsfähig, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen eine Verwaltungstätigkeit im Büro übertragen darf (Arbeitsvertrag prüfen!). Eine grundsätzliche Ausnahme ist sicherlich, wenn Sie nachweislich starke Schmerzen haben und Sie sich dadurch nicht konzentrieren können. Dies sollte am besten schriftlich durch ein Arzt bestätigt werden.

Drei Tage danach Krankenschein einwerfen - eine Mär!

Es ist nicht nur taktisch unklug, in der Firma erst nach Tagen seine Arbeitsunfähigkeit zu melden, Sie verhalten Sie dadurch schlicht vertragsbrüchig. Fakt ist: Sie müssen Ihrem Chef unverzüglich darüber informieren, dass Sie krank sind und nicht arbeiten können. Was heißt unverzüglich? Darüber gibt es tausend Urteile und noch mehr Fachaufsätze. Auf der sicheren Seite sind Sie in den meisten Fällen, wenn Sie morgens noch vor dem Arztbesuch eine erste Zwischeninformation durchgeben und ankündigen, dass Sie eventuell arbeitsunfähig sind und die Arbeitsunfähigkeit nach dem Arztbesuch bestätigen oder dementieren. Sollte Ihnen das nicht möglich sein, müssen Sie sich darum bemühen, dass die Mitteilung ein Familienangehöriger oder Bekannter übernimmt. Bitte beachten Sie: Es genügt nicht, dem Praktikanten in der Firma Bescheid zu geben, sprechen Sie besser ausdrücklich mit der Personalführung oder direkt mit Ihrem Vorgesetzten.

Krankengeld auch ohne förmlichen Krankenschein

Arbeitnehmer aufgepasst: Für den Anspruch auf Krankengeld reicht eine bloße Bestätigung des Arztes aus, die er oder der Patient der Krankenkasse vorlegen kann. Er muss nicht zwingend auf der förmlichen Bescheinigung "Krankenschein" quittiert haben. Außerdem muss der Arzt nicht unbedingt eine Kassenzulassung vorweisen. Es kann sich genauso gut um einen Klinikarzt handeln, entschied das Sozialgericht Leipzig in einem entsprechenden Fall (AZ S 2 KR 75/16).

Vorsicht: Lohnkürzung, Abmahnung, Kündigung sind möglich

Sicherlich werden 99 Prozent der Arbeitgeber beide Auge zudrücken, wenn Sie einen schlimmen Verkehrsunfall hatten. Jedoch, auch wenn es hart klingt: Kann der Arbeitgeber glaubhaft machen, dass Sie Ihre Vertragspflichten verletzt haben, kann diese Tatsache Lohnkürzung, Abmahnung und im Wiederholungsfall sogar eine Kündigung rechtfertigen.

Bei Streitigkeiten zum Anwalt

Ob Arbeitnehmer oder Arbeitgeber: Bei Fragen zur Arbeitsunfähigkeit sollten Sie sich im Zweifelsfall kompetente Hilfe in Form eines Anwalts holen.

Letzte Aktualisierung am 2017-05-24

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