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anwaltssuche kranke Frau mit Kopfschmerzen liegt mit Fieberthermometer im Bett
kranke Frau mit Kopfschmerzen liegt mit Fieberthermometer im Bett ©freepik - mko

Arbeitsunfähigkeit – Anwalt für Arbeitsrecht klärt Ihre Fragen!

Letzte Aktualisierung am 18.08.2020 / Lesedauer ca. 3 Minuten

Wann tritt die Arbeitsunfähigkeit ein

Ein Arbeitnehmer ist arbeitsunfähig, wenn er seine ausgeübte berufliche Tätigkeit aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung nicht, oder nur unter der Gefahr der Verschlimmerung seines gesundheitlichen Zustandes, ausführen kann. Meist ist dies zeitlich begrenzt, es kann jedoch in einen dauerhaften Zustand übergehen.

Wie soll man sich krank melden?

Im Falle einer Krankheit muss ein Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber umgehend über sein krankheitsbedingtes Fehlen informieren und auch Auskunft darüber geben wann er vermutlich wieder einsatzfähig ist. Diese Krankmeldung muss nicht telefonisch erfolgen. Eine SMS, ein Fax oder eine E-Mail an den Vorgesetzen oder die Personalabteilung reicht aus. Allerdings sollte sichergestellt sein, dass die Nachricht den Vorgesetzten bzw. die Personalabteilung auch tatsächlich erreicht und er über die Abwesenheit des Angestellten informiert ist um gegebenenfalls rechtzeitig einen anderen Kollegen mit seinen Aufgaben zu betrauen.

Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Ein Arbeitgeber darf, wenn er das im Arbeitsvertrag geregelt hat, bereits nach einem Arbeitstag krankheitsbedingtem Fernbleibens eine ärztliche Bescheinigung von seinen Angestellten fordern, auch wenn die gesetzliche Regelung dies erst nach dem dritten Krankheitstag vorsieht. Daher ist es ratsam, dass der kranke Arbeitnehmer möglichst zügig einen Arzt aufsucht. Dort lässt er sich durch eine Krankschreibung seine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Diese Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung enthält auch das Datum der voraussichtlich zu erwartenden Genesung. Bleibt der Angestellte länger als in der Erstbescheinigung datiert arbeitsunfähig, so braucht er eine Folgearbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Auch diese bekommt er wieder vom Arzt. Langzeiterkrankte Mitarbeiter haben einen Entgeltfortzahlungsanspruch durch den Arbeitgeber bis zu sechs Wochen. Dieser Anspruch auf Entgeltfortzahlung ist in § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz, kurz EntgFG oder auch EFZG, festgelegt.

Lohnfortzahlung und Krankengeld

Bei einer länger als sechs Wochen andauernden Grunderkrankung bzw. Grundleiden entsteht dem Arbeitnehmer, nahtlos anschließend an die Lohnfortzahlung, ein Anspruch auf Krankengeld gegenüber seiner gesetzlichen Krankenkasse. Dieses Krankengeld wird, so es sich um immer die gleiche Erkrankung handelt welche den Arbeitnehmer arbeitsunfähig macht, als Lohnersatzzahlung bis zu 78 Wochen geleistet. Für den Bezug von Krankengeld ist keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung notwendig, es reicht ein einfaches ärztliches Attest für die Krankenversicherung. Die Höhe des Krankengeldes richtet sich nach dem regelmäßigen Einkommen und beträgt 70 Prozent des Bruttogehalts (weitere Einschränkungen können hinzukommen). Nicht nur Arbeitnehmer haben Anspruch auf Krankengeld, auch Auszubildende und ebenso Arbeitslose die Arbeitslosengeld I beziehen. Selbstständige müssen sich jedoch um eine eigene Absicherung kümmern, etwa eine private Krankentagegeld-Versicherung oder sie entscheiden sich für einen höheren Wahltariv bei der gesetzlichen Krankenversicherung.

Was ist Verletztengeld?

Im Falle des Arbeitsausfalles, ausgelöst durch z.B. einem Arbeitsunfall, spricht man vom Verletztengeld. Dieses Verletztengeld wird nach den gleichen Regeln wie das Krankengeld berechnet und ebenfalls von den Krankenkassen gezahlt. Einziger Unterschied ist, dass das Verletztengeld 80 Prozent des Bruttoentgelts betragen darf, das Krankengeld nur 70 Prozent. Einschränkend gilt hier aber, dass das errechnete Verletztengeld das Nettoentgelt nicht übersteigen darf.

Darf man in den Urlaub fahren?

Während einer Langzeit-Erkrankung darf ein Arbeitnehmer auch in den Urlaub fahren, wenn er diesen schon vor seiner Erkrankung gebucht hatte und der Urlaub einen Mehrwert für seine Erholung darstellt. Die Krankenkasse darf in diesem Fall die Zahlung von Krankengeld nicht einstellen, entschied das Sozialgericht Karlsruhe (Aktenzeichen S 4 KR 2398/17). Der Mindesturlaub des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber wird durch eine Langzeit-Erkrankung nicht berührt. Dies hat der EuGH mit der „Schultz-Hoff-Entscheidung“ im Januar 2009 entschieden. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Entscheidung am 18.09.2012 ergänzt und festgelegt, dass Langzeiterkrankten der gesetzliche Mindesturlaub spätestens nach Ablauf eines Übertragungszeitraumes von 15 Monaten nach dem Ende des Urlaubsjahres verfällt, auch wenn die Arbeitsunfähigkeit über diesen Zeitraum hinaus ununterbrochen andauert. Dies bezieht sich auf den gesetzlichen Mindesturlaub und nicht auf tarifliche oder vertraglich getroffene Urlaubsansprüche im Arbeitsvertrag.

Arbeitsunfähigkeit ein Anwalt für Arbeitsrecht hilft

Ein Anwalt für Arbeitsrecht berät und vertritt Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei allen Fragen rund um die Arbeitsunfähigkeit. Er berät in komplizierten Sachfragen wie dem Verhinderungsfall, wenn also während einer Krankschreibung eine erneute Krankheit auftritt und was im Falle einer Berufsunfähigkeit zu tun ist. Ist es sinnvoll die Arbeitsunfähigkeit eines Arbeitsnehmers durch den medizinischen Dienst überprüfen zu lassen, und welche rechtlichen Schritte können gegen Blaumacher eingeleitet werden? Wann kann ein Mitarbeiter wegen genesungswidrigem Verhaten erfolgreich abgemahnt werden? Ein Anwalt für Arbeitsrecht prüft, ob eine Kündigung im Krankheitsfall wirksam ausgesprochen wurde und wie ein Arbeitnehmer dagegen vorgehen kann. Er steht Ihnen mit seiner ganzen arbeitsrechtlichen Kompetenz und Erfahrung bei allen rechtlichen Problemen rund um den Krankheitsfall im Beruf zur Seite.