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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 20.03.2017

Lohnt sich der Gang vor das Arbeitsgericht?

Lohnt sich der Gang vor das Arbeitsgericht? © mko - topopt

Rechtliche Streitigkeiten, die dem Arbeitsrecht zugeordnet werden, landen vor dem Arbeitsgericht. Das Arbeitsgericht ist ein Spezial-Gericht (Sondergerichtsbarkeit), das Sonderregelungen beinhaltet.

Arbeitsgericht: Von A wie Abmahnung bis Z wie Zeugniskorrektur


Vor dem Arbeitsgericht werden Streitigkeiten rund um das Thema Arbeit & Beruf behandelt. Haben Sie eine ungerechtfertige Kündigung mit oder ohne vorheriger Abmahnung erhalten und setzen Sie sich dagegen zur Wehr, werden Sie sich mit Ihrem Gegner ebenso vor dem Arbeitsgericht treffen wie beim Streit um das Arbeitszeugnis, ein Wettbewerbsverbot oder bei einem Mobbing- Vorwurf. Nicht immer ist der Gang vor das Arbeitsgericht die richtige Wahl, auch wenn die Gerichtsbarkeit in punkto Kosten grundsätzlich arbeitnehmerfreundlich ist. Die bessere Wahl könnte im Einzelfall eine Mediation im Arbeitsrecht sein.

Arbeitsgericht: In der I. Instanz zahlen jede Partei selbst


Ein wichtiger Unterschied zwischen Arbeitsgericht und Zivilgericht ist die Kostenübernahme. Beim Zivilgericht zahlt derjenige die Gerichtskosten und die Anwaltskosten für sich und die gegnerischen Partei, der verliert. Beim Arbeitsgericht trägt in der I. Instanz jede Partei seine Anwaltskosten selbst. Die Gerichtskosten zahlt der Verlierer, bei einem Vergleich fallen keine Gerichtskosten, sondern lediglich Bearbeitungsgebühren an (z.B. Porto, Gebühr für Zeugen etc.). Diese Regelung ist für den allgemein als schwächer angesehenen Arbeitnehmer gedacht. Denn würde er verlieren, hätte er auch die gegnerischen Kosten zu zahlen - und aufgrund dieses Risiko den Gang vor Gericht scheuen und sein Recht nicht versuchen, einzuklagen.

Arbeitsgericht: In der II. Instanz zahlt der Verlierer die Hauptlast


Geht die Streitigkeit in die nächste Runde, sieht es anders aus: In der II. Instanz muss der Prozessverlierer neben den eigenen auch die gegnerischen Anwaltskosten tragen.

Welches Arbeitsgericht ist zuständig?


In den allermeisten Fällen ist das Arbeitsgericht am Erfüllungsort zuständig. Das ist derjenige Ort, an dem die Arbeitstätigkeit hauptsächlich stattgefunden hat. Reichen Sie oder Ihr Anwalt die Klage am örtlichen und deshalb ggf. falschen Arbeitsgericht ein, bleibt die 3-Wochen-Klagefrist gewahrt. Die Klage wird in der Regel vom "falschen" Arbeitsgericht an das zuständige Gericht weitergeleitet.

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