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Kategorie: Anwalt Reiserecht , 31.07.2013 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Urteile rund ums Fliegen

Von der Buchung eines Fluges über den Check-In bis zu den auftretenden Mängel einer Flugreise: Das Thema „Fliegen“ beschäftigt die deutschen Gerichte. Wir haben Ihnen einige interessante aktuelle Urteile zum Thema zusammengestellt.

Von der Buchung eines Fluges über den Check-In bis zu den auftretenden Mängel einer Flugreise: Das Thema „Fliegen“ beschäftigt die deutschen Gerichte. Wir haben Ihnen einige interessante aktuelle Urteile zum Thema zusammengestellt.

Buchung der Reise: Barzahlung darf ausgeschlossen werden!
Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen Xa ZR 68/09) darf eine Fluggesellschaft bei der Buchung eines Flugtickets die Barzahlung ausschließen. Fordert die Fluggesellschaft aber für die Kartenzahlung eine gesonderte Gebühr, ist dies unzulässig.

Einchecken: Die Flugreise beginnt!
Mit dem Einchecken am Flughafen gilt eine Flugreise als vom Fluggast angetreten. Muss dieser danach von der Reise zurücktreten, ist dies kein Fall mehr für die Reiserücktrittversicherung, entschied das Oberlandesgericht Dresden (Aktenzeichen 3 U 1338/01).

Kann ein Fluggast seine Kreditkarte, mit der er sein Flugticket bezahlt hat, nicht am Check-In-Schalter vorlegen, ist dies kein Grund ihm den Antritt des Fluges zu verweigern. Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Fluggesellschaften, die dies vorsehen, sind unwirksam. Dies entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Akzenzeichen 16 U 43/11).

Fluggäste, die zu spät kommen haben Pech gehabt: Sind die Flugzeugtüren schon verschlossen, müssen diese für die verspäteten Fluggäste nicht wieder geöffnet werden. Dies entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Aktenzeichen 16 U 18/08) und führte aus: Ein etwaiger Anspruch auf eine Türöffnung würde zu erheblichen Störungen im Flugverkehr führen.

Während des Fluges: Anschnallen!
Fluggäste, die sich der Aufforderung sich anzuschnallen widersetzen, können vom Piloten aus dem Flugzeug verwiesen werden. Dies entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Aktenzeichen 13 U 231/09).

Nach dem Flug: Reisemängel geltend machen!
Ein defekter Liegesitz auf einem Langestreckenflug stellt einen Reisemangel dar, entschied das Landgericht Frankfurt am Main (Aktenzeichen 2-24 O 31/12).
Bei erheblichen Flugverspätungen stehen Fluggästen Ausgleichleistungen zu. Das entschied der EUGH (Aktenzeichen C-581/10 und C-629/10) und erkannte mit dem Urteil eine dreistündige Verspätung nach der geplanten Ankunft als erheblich an.

Diese Ausgleichzahlungen können auch von Kleinkindern geltend gemacht werden. Nach einem Urteil des Landgerichts Stuttgart können Ausgleichansprüche nach der Fluggast-rechteverordnung im Falle einer Flugverspätung auch von Minderjährigen- hier einem 16 Monate altem Baby- geltend gemacht werden.
Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen X ZR 128/11) müssen Fluggäste auf einem Anschlussflug noch mitgenommen, auch wenn ihr Reisegepäck auf einen späteren Flug verbracht wird.


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