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Kategorie: Anwalt Reiserecht , 26.01.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 170 mal gelesen)

Urteile zum Thema Abnehmen - Wer muss wann zahlen?

Urteile zum Thema Abnehmen - Wer muss wann zahlen? © AlexMaster - Fotolia

Durch die derzeitige Kälte sind viele Deutsche noch im Winterschlaf. Und doch "droht" die nächste Bademodensaison. Unschönen Fettpölsterchen sollte jetzt bereits den Kampf angesagt werden. Manchmal hilft dabei sogar der Richterhammer - hier lesen Sie wie Gerichte in Abnehmurteilen entschieden haben.

Anspruch auf neue Kleider nach massiver Gewichtsreduktion


Einem Hartz-IV-Empfänger muss die Arbeitsagentur neue Kleider bezahlen, wenn er massiv abgenommen hat. So lautet das Urteil vor dem Landessozialgericht Hamburg. Der Leistungsempfänger hatte mit Hilfe eines Medikaments in kurzer Zeit 32 Kilogramm abgenommen. Unter anderem benötigte er bei Hosen statt der Männergröße 44 nur noch 36. Die Sozialrichter argumentierten, dass eine Kostenübernahme grundsätzlich dann rechtens seien, wenn "außergewöhnliche Umstände" vorliegen. Dies wäre bei der erheblichen Gewichtsreduktion der Fall. Die Kleidungsstücke zu ändern, stelle keine Alternative da, dass die Kosten dafür höher lägen.

Krankenkasse muss Brustverkleinerung zahlen


Eine Krankenkasse muss einer Frau eine Brustverkleinerung dann bezahlen, wenn diese wegen zu großer Brüste unter starken Rückenbeschwerden und Nackenschmerzen leidet und auch eine starke Gewichtsabnahme keine Besserung bringt. Das ist das Fazit eines Urteils aus Aachen. Eine sehr übergewichtige Frau hatte in besagtem Fall in acht Monaten 30 Kilogramm abgenommen. Ihre Brüste wogen jedoch auch im Anschluss unwesentlich weniger. Ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse lehnte die von der Frau beantragte Kostenübernahme aufgrund der Aktenlage ab und forderte weiteres Abnehmen. Die Frau entschied sich - zunächst auf eigene Kosten - dennoch zur Brustverkleinerung. Als ihre Rückenbeschwerden danach verschwanden, klagte sie die Kosten für die OP gerichtlich ein. Mit Erfolg: So urteilte das Sozialgericht Aachen, die Kasse müsse die Kosten für den Eingriff übernehmen. Die Frau habe abnormal große Brüste, für deren Verkleinerung die Krankenkasse leistungspflichtig sei.

Überwichtiger Gärtner muss für Joberhalt weiter abnehmen


Hingegen muss ein stark übergewichtiger Gärtner weiter abnehmen, wenn er seinen Arbeitsplatz erhalten möchte. Darauf hat er sich mit seinem Arbeitgeber vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf geeinigt. Die Gartenbaufirma hatte dem 200 Kilo-Mann nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit die Kündigung ausgesprochen, da er aufgrund seiner Fettleibigkeit nicht mehr voll einsatzfähig sei. Zwölf Kilo sind bereits runter, wie viele es letztlich werden müssen, wurde gerichtlich nicht festgeschrieben. Letztlich müsse der 49-Jährige für Pflanz- und Kanalarbeiten wieder voll einsatzfähig sein, meint die Gartenbaufirma.

Abnehmversprechen rechtswidrig


Alle Abnehmwilligen, die voller Hoffnung viel Geld in diverse Schlankheitsmethoden stecken, mögen beim folgenden Urteil aus Österreich aufhorchen: Nach einem jahrelangen Streit vor dem Landesgericht Linz wurde der Klägerin eines Musterprozesses gegen die Firma Figurella stattgegeben. Deren Methode: Sie hatten der Frau für 3000 Euro 60 Sauerstoffbehandlungen verkauft und einen verminderten Körperumfang von 40 Zentimeter versprochen. Mündlich war der Frau versichert worden, sie müsse sich an keine Diät halten oder Ernährungsumstellung vornehmen. Allerdings überreichte man ihr eine Ernährungsbroschüre. Die Sauerstoffbehandlungen zeigten nicht die gewünschte Wirkung und die Kundin wollte den Vertrag rückabwickeln, das Unternehmen Figurella bestand jedoch auf die vereinbarte Summe von 3000 Euro. Die Richter gaben der Frau letztlich Recht.

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