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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 01.09.2021 (Lesedauer ca. 4 Minuten, 1255 mal gelesen)

Verkehrsrechtsschutz – Eine sinnvolle Versicherung?

Fahranfängerin sitzt lächelnd hinter dem Steuer Fahranfängerin sitzt lächelnd hinter dem Steuer © freepik - mko

Streitigkeiten rund um das Fahrzeug können teuer werden, insbesondere wenn die Sache vor Gericht landet. Ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung sinnvoll? Wer sollte einen Verkehrsrechtsschutz abschließen? Welche Vorteile hat ein Verkehrsrechtsschutz? Was spricht dagegen? Und was kostet eine Verkehrsrechtsschutzversicherung?

Ist eine Verkehrsrechtsschutzversicherung Pflicht?

Im Gegensatz zur gesetzlich vorgeschriebenen Kfz-Versicherung können Auto-, Motorrad- oder Fahrradfahrer frei entscheiden, ob sie auch eine Verkehrsrechtsschutzversicherung abschließen möchten. Ob sich ein Verkehrsrechtsschutz lohnt, hängt von individuellen Faktoren ab. In jedem Fall sollten die Vor- und Nachteile eines Verkehrsrechtsschutzes genau überlegt werden.

Welche Vorteil hat ein Verkehrsrechtschutz?

Verkehrsrechtschutz VorteileDie Kfz-Versicherung deckt alle Schäden, die dritten Personen im Straßenverkehr durch den Versicherten zugefügt wurden. Doch die Kfz-Versicherung deckt nicht alle Kosten, die im Rahmen eines Verkehrsunfalls entstehen können.

Wird sich etwa um die Schuldfrage vor Gericht gestritten, können im Fall einer Niederlage hohe Kosten auf den Autofahrer zukommen. Er muss die Kosten für seinen Anwalt, den Anwalt der Gegenseite, Gutachterkosten und die Gerichtskosten zahlen.
Selbst wenn die Schuldfrage geklärt ist, gibt es oft Ärger mit der gegnerischen Kfz-Versicherung bei der Schadensregulierung. Diese wird in vielen Fällen über Monate hinweg verzögert oder der Geschädigte erhält am Ende nicht das was ihm tatsächlich als Schadenssumme zusteht.

In diesen Fällen ist ein Verkehrsrechtsschutz sinnvoll, weil er die Anwalts-, Gutachter- und Gerichtskosten übernimmt und dem Autofahrer so die Durchsetzung seines Rechts ermöglicht.

Dies gilt auch für den Fall, dass ein Autokäufer Mängel am Fahrzeug feststellt und diese gegenüber dem Autoverkäufer Gewährleistungsansprüche geltend macht. Oft landen diese Streitigkeiten vor Gericht und werden teuer.

Aber auch bei Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr oder bei Verkehrsdelikten ist ein Verkehrsrechtsschutz sinnvoll, da er die Anwaltskosten übernimmt. Geldstrafen oder Bußgelder werden aber nicht durch den Verkehrsrechtsschutz übernommen.

Was spricht gegen einen Verkehrsrechtsschutz?

Verkehrsrechtschutz NachteileEin Verkehrsrechtsschutz ist nicht notwendig, wenn es zu einem Personenschaden bei einem Unfall kam. In diesem Fall tritt die Kfz-Versicherung für die Schadensregulierung ein, worunter auch die gerichtliche Vertretung fällt.

Ein Verkehrsrechtsschutz wird auch nicht benötigt, wenn der Konflikt außergerichtlich mit Hilfe einer Schlichtungsstelle beigelegt werden kann. Die außergerichtliche Streitbeilegung ist für Autofahrer mit keinerlei Kosten verbunden.

Wichtig zu wissen ist auch, dass eine Verkehrsrechtsschutzversicherung nicht für Kosten vorsätzlich begangener Verkehrsdelikte aufkommt.

Welche Leistungen umfasst ein Verkehrsrechtsschutz?

Verkehrsrechtschutz Leistungen Wer sich mit dem Abschluss eines Verkehrsrechtsschutzes auseinandersetzt, sollte sich gut informieren, welche Leistungen in der Versicherung umfasst sind. Diese variieren je nach Versicherungsanbieter.

In jedem Fall sollten folgende Leistungen im Verkehrsrechtsschutz eingeschlossen sein: eigene und gegnerische Anwaltskosten, Gerichtskosten und Gutachterkosten.

Versichert sein sollten Ordnungswidrigkeitsverfahren, Verfahren rund um Verkehrsdelikte, Verwaltungsverfahren in Verkehrssachen, Schadensersatzverfahren sowie vertragliche Angelegenheiten. Der Versicherungsschutz sollte auch im Ausland gelten.

Bei den meisten Verkehrsrechtsschutzversicherungen gibt es im Gegensatz zu anderen Versicherungen keine Wartezeit bis man sie in Anspruch nehmen kann.

Worauf sollte man beim Verkehrsrechtsschutz achten?


Vor dem Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung sollte man auf einige Gesichtspunkte beachten.

Zunächst ist ein Blick auf die Versicherungssumme oder Deckungssumme wichtig. Hier gibt es bei den Versicherungsanbietern erhebliche Unterschiede. Erstattet werden von 300.000 Euro bis zu 1.000.000 Euro Deckungssumme. Meist führt eine hohe Deckungssumme zu höheren Versicherungsbeiträgen, aber das muss nicht so sein. Empfohlen wird eine Deckungssumme von mindestens 500.000 Euro.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Selbstbeteiligung. Sie variiert je nach Versicherer zwischen 150 und 500 Euro pro Versicherungsfall und sollte so gewählt werden, wie es das eigene Budget zu lässt.

Wichtig ist auch, ob der Versicherer den Verkehrsrechtsschutz kündigen kann, wenn mehr als zwei Versicherungsfälle pro Jahr vorliegen. Dies ist meist in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen geregelt.

Was kostet eine Verkehrsrechtsschutzversicherung?


Die Kosten für eine Verkehrsrechtsschutzversicherung sind je nach Versicherungsanbieter unterschiedlich. Dabei spielt bei der Berechnung der Police eine wichtige Rolle, ob der Verkehrsrechtsschutz für einen Autofahrer, oder bspw. für die gesamte Familie gelten soll.

Gute Tarife gibt es für Alleinstehende und Familien für 70 Euro im Jahr. Betrachtet man Anwalts- und Gerichtskosten, die bei einem Verkehrsrechtsstreit entstehen, erscheint eine Verkehrsrechtsschutzversicherung günstig.
Um den individuell besten Tarif zu finden, lohnt ein Blick auf Vergleichsportale, wie check24.

Anwalt für Verkehrsschutzrecht konsultieren - was ist zu beachten?

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Häufige Fragen und Antworten zu Verkehrsrechtsschutz


+ Was bedeutet Verkehrsrechtsschutz?

Verkehrsrechtsschutz sichert Sie ab, wenn Sie bspw. nach einem Unfall Ihre Rechte mit Hilfe eines Anwalts vor Gericht durchsetzen wollen. Auch bei Verkehrsdelikten oder Ordnungswidrigkeiten übernimmt der Verkehrsrechtsschutz die Kosten für die Durchsetzung Ihrer Rechte.


+ Wie wichtig ist Verkehrsrechtsschutz?

Ob ein Verkehrsrechtsschutz benötigt wird, hängt von der individuellen Lebenssituation des Verkehrsteilnehmers ab. Lesen Sie dazu mehr in unserer Checkliste.


+ Wie teuer ist Verkehrsrechtsschutz?

Was ein Verkehrsrechtsschutz kostet hängt von den Versicherungsleistungen und vom Versicherer ab. Guter Verkehrsrechtsschutz ist laut Stiftung Warentest für 70 Euro im Jahr zu haben.


+ Verkehrsrechtsschutz wer ist mitversichert?

Wer mit im Verkehrsrechtsschutz versichert ist, kann vom Versicherungsnehmer beim Abschluss der Verkehrsrechtsschutzversicherung bestimmt werden. Je mehr Personen mitversichert sind, desto teurer wird in der Regel der Tarif.


+ Wer braucht Verkehrsrechtsschutz?

Verkehrsrechtsschutz ist bei Vielfahrern zu empfehlen, da sie einem hohen Unfallrisiko ausgesetzt sind.


+ Verkehrsrechtsschutz was beachten?

Beim Verkehrsrechtsschutz sollte unbedingt auf die Leistungen und Deckungssumme geachtet werden.


+ Was deckt Verkehrsrechtsschutz ab?

In der Regel sind folgende Leistungen im Verkehrsrechtsschutz eingeschlossen: eigene und gegnerische Anwaltskosten, Gerichtskosten und Gutachterkosten.




erstmals veröffentlicht am 23.07.2019, letzte Aktualisierung am 01.09.2021

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