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Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht , 11.07.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 1013 mal gelesen)

Sport und der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung

Sei es Fußball, Reiten oder Skifahren- beim der Ausübung eines Sport besteht auch stets die Gefahr eines Unfalls. Muss dann die gesetzliche Unfallversicherung für die Unfallfolgen aufkommen?

Gesetzlicher Unfallversicherungsschutz nur bei Vertrag mit Vereinsmanagement



Das Bundessozialgericht (Aktenzeichen B 2 U 5/14 R) hat aktuell festgestellt, dass Sportler bei Unfällen während des Trainings nur dann den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung genießen, wenn sie einen Vertrag mit dem Vereinsmanagement abgeschlossen haben, worin weitergehende Verpflichtungen als nur die reine Sportausübung festgelegt sind. Eine Vergütung für die Ausübung des Sports im Verein ist für die Anerkennung eines Arbeitsunfalls nicht zwingend notwendig.
Im zugrundeliegenden Fall war eine Handballerin bei einem Handballverein beschäftigt. Ihr Vertrag enthielt Vereinbarungen die das Bundessozialgericht zu dem Schluss kommen lassen, dass die Sportlerin in den Betrieb des Vereins eingegliedert war und den Weisungen des Managements unterstand. Ein Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung wurde anerkannt.
Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung für Skiunfall bei Studenten
In einer anderen Entscheidung legte das Bundessozialgericht (Aktenzeichen B 2 U 13/13 R) fest, dass Studenten, die einen Unfall im Rahmen eines von der Universität angebotenen Skikurses erleiden, ein Anspruch aus der gesetzlichen Unfallversicherung zu steht. Die Universität sei neben der Bildung auch für die sportliche Übung der Studenten zuständig.

Versicherungsschutz auch für Meniskusschaden beim Profi-Fußballer


Der Meniskusschaden eines Profi-Fußballers fällt unter den Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Das entschied das Hessische Landessozialgericht (Aktenzeichen L 9 U 214/09).

Die Richter vertraten die Auffassung, dass der Fußballsport in den obersten vier Fußball-Ligen dazu führt, dass die Kniegelenke hochgradig beim Sportler belastet werden. Dies kann über einen längeren Zeitraum zu einer Berufskrankheit führen, deren Folgen von der gesetzlichen Unfallversicherung ausgeglichen werden müssten.

Versicherungsschutz möglich auch für Fußball- Vertragsamateure!


Wenn Fußball-Vertragsamateure als Beschäftigte des Vereins anzusehen sind, genießen sie bei Unfall im Rahmen ihrer sportlichen Betätigung auch den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. So entschied das Sozialgericht Leipzig (Aktenzeichen S 23 U 20/11).
Im zu entscheidenden Fall hatte ein Fußballspielers der mit seinem Verein einen Vertrag über Aufwandsentschädigungen und Siegprämien vereinbart hatte. Der Spieler zog sich während des Trainings eine Verletzung am Sprunggelenk zu. Nach Auffassung des Gerichts handelt es sich bei diesem Fall nicht um die Ausübung eines Hobbys, sondern aufgrund der finanziellen Regelungen um eine Beschäftigung die über eine mitgliedschaftliche Bindung hinausgehe.


erstmals veröffentlicht am 14.05.2015, letzte Aktualisierung am 11.07.2016

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