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Schule: Rechtstipps zu Unfällen

Ob beim Sportunterricht oder in der Pause – Unfälle passieren in der Schule immer wieder. Schnell stellt sich dann die Frage nach der Haftung. Lesen Sie mehr …

Sportunfälle in der Schule- zahlt die gesetzliche Unfallversicherung?


Schüler im Rahmen des Schulsports sind gesetzlich unfallversichert, auch wenn das Training nicht in einem Schulgebäude stattfindet. Dies stellt eine Entscheidung des Bundessozialgerichts (Aktenzeichen B 2 U 19/08 R) klar. Die Schülerin im zu entscheidenden Fall stürzte in der Turnhalle eines Sportclubs bei einem Flick-Flack und zog sich erhebliche Verletzungen an der Halswirbelsäule zu. Auch wenn das Sporttraining nicht in der Schul-Turnhalle stattfand, gehört es doch zum organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule. Das Training war in den Schul-Lehrplan eingepflegt und wurde von Lehrern der Schule überwacht. Damit greift auch der Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung für Schulunfälle, so die Bundessozialrichter.

Unfall im Chemieunterricht – Schmerzensgeld für den Schüler?


Ein Schüler der sechsten Klasse eines Gymnasiums hatte im Rahmen des Chemieunterrichts an einem Experiment zum Thema "Verbrennung" teilgenommen. Die Schüler bekamen dafür von ihrem Lehrer eine Schale, einen Bunsenbrenner und Brennspiritus ausgehändigt. Die Schüler sollten ein Holzstäbchen mit dem Bunsenbrenner zum Brennen bringen, es dann in die Nähe der mit Brennspiritus gefüllten Schalen führen und beobachten, wann der Brennspiritus zu brennen anfängt. Der Lehrer füllte bei einem Schüler Brennspiritus nach. Dabei entzündete sich auch die Flüssigkeit in der Flasche, die die Lehrerin in der Hand hielt. Der brennende Brennspiritus traf den Schüler und dieser trug erhebliche Verbrennungen an Gesicht, Hals und Oberkörper davon. Das Kind musste ins Krankenhaus und unter Vollnarkose behandelt werden. Der Schüler klagte daraufhin auf eine Zahlung von Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro.
Zu Unrecht, entschied das Oberlandesgericht Osnabrück (Aktenzeichen 6 U 34/15). Behandlungskosten würden bei einem Schulunfall von der gesetzlichen Unfallversicherung getragen. Eine Zahlung von Schmerzensgeld an Schüler sei gesetzlich absichtlich ausgeschlossen worden, um den Schulfrieden nicht zu stören. Nur wenn Vorsatz beim Unfall-Geschehen und den Unfall-Folgen nachweisbar sei, könne ausnahmsweise Schmerzensgeld gezahlt werden. Dies war im zu entscheidenden Fall nicht gegeben.

Unfall im Hort - Versicherungsschutz der gesetzlichen Unfallversicherung?


Schüler stehen während ihrer Betreuung in schulischen Horteinrichtungen auch beim Essen unter dem erweiterten Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. So lautet eine Entscheidung des Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (Aktenzeichen L 9 U 41/06) im Fall eines Grundschülers, der seit einem Unfall im Rahmen einer Hortbetreuung schwerstbehindert ist.
erstmals veröffentlicht am 03.06.2016, letzte Aktualisierung am 06.06.2016

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