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Kategorie: Anwalt Strafrecht , 22.12.2016 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Wohnungseinbruch – Das sollten Sie wissen!

Wohnungseinbruch – Das sollten Sie wissen! © Maksym Dykha - Fotolia

Nach der aktuellen Kriminalstatistik ist in Deutschland die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche weiter gestiegen- in manchen Bundesländern sogar um 30 Prozent! Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit ist besondere Vorsicht geboten. Wenn es zu einem Wohnungseinbruch gekommen ist, sollten Sie Folgendes beachten …

Stehlgutliste für Versicherung!



Versicherungen verlangen von ihren Versicherungsnehmern bei einem Einbruchdiebstahl eine sogenannte Stehlgutliste. In dieser Liste müssen alle Güter aufgeführt werden, die gestohlen wurden. Kommt ein Einbruchsopfer dieser Pflicht nicht nach, wird die Versicherung von ihrer Leistungspflicht frei und muss für den Einbruchsschaden nicht aufkommen.

Dies musste ein Versicherungsnehmer erfahren, bei dem während einer Urlaubsreise ins Haus eingebrochen wurde und Schmuck und Bargeld gestohlen wurden. Sein Sohn hatte den Einbruch bei der Polizei gemeldet. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub wurde der Versicherungsnehmer mehrfach von der Polizei aufgefordert eine Stehlgutliste einzureichen, was er nicht tat. Die in Anspruch genommene Versicherung lehnte eine Leistung ab, da der Versicherungsnehmer gegen seine Verpflichtung verstoßen habe, eine Stehlgutliste bei der Polizei einzureichen. Diese Auffassung teilte auch das Amtsgericht München (Aktenzeichen C 7440/10). Das Gericht führte aus: Der Versicherungsnehmer habe auf Grund der ihm bekannten Versicherungsbedingungen von dieser Pflicht auch gewusst. Hätte der Kläger den Verlust aus dem Versteck im Wohnzimmerschrank gemeldet, hätte die Polizei weitere Ermittlungen angestellt, insbesondere nach Personen, die von dem Versteck und dem Urlaub des Klägers wissen konnten. Da sich der Kläger trotz Aufforderung nicht bei der Polizei gemeldet habe, habe diese ihre Ermittlungen eingestellt. Sie sei sogar davon ausgegangen, dass gar nichts entwendet wurde. Auf Grund dieses massiven Verstoßes gegen seine vertraglichen Pflichten müsse die Versicherung nichts mehr leisten, so das Amtsgericht München.

Versicherung zahlt nicht bei alten Türschlössern und Katzenklappen



Wenn Einbrechern das Eindringen in ein Haus aufgrund maroder Türschlösser erleichtert wird, muss die Versicherung für den Einbruchschaden nicht einspringen, entschied das Landgericht Essen (Aktenzeichen 15 S 297/08).
Auch bei einer nicht abgeschlossenen Haustüre, wird die Versicherung von ihrer Leistungspflicht frei, Dies hat das Landgericht Koblenz (Aktenzeichen 16 O 150/04) entschieden. Eine Haustüre muss abgeschlossen sein, nur zu zuziehen reicht nicht aus!
Kommt ein Einbrecher aufgrund einer Katzenklappe leichter in ein Haus, kann dies auch dazu führen, dass die Versicherung nicht für den Einbruchsschaden aufkommen muss, entschied das Amtsgericht Dortmund (Aktenzeichen 433 C 10580/07).



erstmals veröffentlicht am 25.11.2014, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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