Logo anwaltssuche.de
Verkehrsrecht , 09.03.2009

MPU-Flucht

Wichtige Änderung im Fahrerlaubnisrecht - Führerscheintourismus gehört der Vergangenheit an

Für viele Menschen gehört der Führerschein zu den wichtigsten Dokumenten in der Brieftasche – die Fahrerlaubnis ist oftmals sogar von existenzieller Bedeutung für den Inhaber. Beispielsweise kann der Entzug der Fahrerlaubnis für Fernfahrer oder andere Berufstätige, die ihren Lebensunterhalt nur mit eben dieser Erlaubnis verdienen können, einen Weg in die Arbeitslosigkeit bedeuten.

MPU-Flucht als Schlupfloch
Häufig ist die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis auch mit einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) verbunden, welche als Beurteilungsgrundlage für die spätere Neuausstellung des Führerscheins dient.
Dieser anspruchsvollen Hürde fühlen sich viele Menschen in einer großen Anzahl der Fälle jedoch nicht gewachsen, sodass sie die Möglichkeit nutzen, sich in einem anderem, im EU-Ausland gelegenen, Staat einen Führerschein ausstellen zu lassen, den die deutschen Behörden dann anerkennen müssen. Diese als „Führerscheintourismus“ oder „MPU-Flucht“ bezeichnete Praxis diente bis vor kurzem als günstiges und bequemes Schlupfloch, um der Kontrolle der deutschen Behörden wirksam entgehen zu können.

Neue EG-Richtlinie gebietet Einhalt
Mit der Umsetzung einer EG-Richtlinie (Richtlinie 2006/126/EG) des Europäischen Parlaments und des Rates ist der beschriebenen Praxis der MPU-Flucht in Deutschland mit Wirkung ab dem 19. Januar 2009 jedoch ein Riegel vorgeschoben worden.
Gemäß Artikel 11 Absatz 4 dieser Richtlinie kann ein EU-Mitgliedsstaat die Anerkennung eines (EU-)ausländischen Führerscheins ablehnen, sofern die Fahrerlaubnis der betreffenden Person im erstgenannten Staat eingeschränkt, ausgesetzt oder entzogen wurde.

Konsequenzen für die Fahrer
Da der neuerworbene Führerschein nun nicht mehr von den deutschen Behörden anerkannt wird, macht sich ein Fahrer in Deutschland also ab sofort wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis strafbar, wenn er trotz Sperre in Deutschland mit der neuen Fahrerlaubnis ein Fahrzeug führt und „erwischt“ wird – eine Tat, die mit Freiheitsstrafe von einem Jahr oder Geldstrafe bedroht ist!

Der beste Rat kann natürlich nur sein, es gar nicht bis zum Entzug der Fahrerlaubnis kommen zu lassen und sich frühzeitig anwaltlicher Hilfe zu bedienen. Sollte der Fall der Fälle dennoch einmal eingetreten sein und Fahrerlaubnisentzug oder eine MPU anstehen, so kann nicht mehr dazu geraten werden, eine Fahrerlaubnis im EU-Ausland zu erwerben, um die Untersuchung zu umgehen.
Empfehlenswerter ist es in einem solchen Fall, den Rat eines Rechtsanwalts einzuholen, um die Auseinandersetzung mit den Behörden so reibungslos wie möglich bewältigen zu können.
Häufig besteht für den Probanden dabei auch die Möglichkeit, von einem spezialisierten Rechtsanwalt unter Hinzuziehung eines Psychologen gezielt auf die MPU vorbereitet zu werden, was die Chancen eines erfolgreichen Bestehens der Untersuchung enorm steigert.


Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Auto & Verkehr
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Verkehrsrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

3.7 / 5 (6 Bewertungen)
Zum Anwalt für Verkehrsrecht an Ihrem Ort
A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T U V W Z Ü
Verkehrsrecht Bad Berneck Verkehrsrecht Bad Homburg vor der Höhe Verkehrsrecht Bad Kissingen Verkehrsrecht Bad Kreuznach Verkehrsrecht Bad Langensalza Verkehrsrecht Bad Nenndorf Verkehrsrecht Bad Neustadt Verkehrsrecht Bad Oeynhausen Verkehrsrecht Bad Salzungen Verkehrsrecht Bad Saulgau Verkehrsrecht Bad Schwalbach Verkehrsrecht Bad Segeberg Verkehrsrecht Bad Soden Verkehrsrecht Bad Wörishofen Verkehrsrecht Baden Baden Verkehrsrecht Baiersbronn Verkehrsrecht Balingen Verkehrsrecht Ballenstedt Verkehrsrecht Bammental Verkehrsrecht Bargteheide Verkehrsrecht Bayreuth Verkehrsrecht Bendorf Verkehrsrecht Benningen am Neckar Verkehrsrecht Bensheim Verkehrsrecht Bergheim Verkehrsrecht Bergisch Gladbach Verkehrsrecht Berlin Charlottenburg Verkehrsrecht Berlin Friedrichshain Verkehrsrecht Berlin Hellersdorf Verkehrsrecht Berlin Hohenschönhausen Verkehrsrecht Berlin Köpenick Verkehrsrecht Berlin Kreuzberg Verkehrsrecht Berlin Lichtenberg Verkehrsrecht Berlin Marzahn Verkehrsrecht Berlin Mitte Verkehrsrecht Berlin Neukölln Verkehrsrecht Berlin Pankow Verkehrsrecht Berlin Prenzlauer Berg Verkehrsrecht Berlin Reinickendorf Verkehrsrecht Berlin Schöneberg Verkehrsrecht Berlin Spandau Verkehrsrecht Berlin Steglitz Verkehrsrecht Berlin Tempelhof Verkehrsrecht Berlin Tiergarten Verkehrsrecht Berlin Treptow Verkehrsrecht Berlin Wedding Verkehrsrecht Berlin Weißensee Verkehrsrecht Berlin Wilmersdorf Verkehrsrecht Berlin Zehlendorf Verkehrsrecht Bernau bei Berlin Verkehrsrecht Bernkastel-Kues Verkehrsrecht Bielefeld Mitte Verkehrsrecht Birkenwerder Verkehrsrecht Bisingen Verkehrsrecht Bitburg Verkehrsrecht Bitz Verkehrsrecht Blankenfelde Verkehrsrecht Böblingen Verkehrsrecht Bocholt Verkehrsrecht Bochum Mitte Verkehrsrecht Bochum Nord Verkehrsrecht Bochum Ost Verkehrsrecht Bochum Süd Verkehrsrecht Bochum Südwest Verkehrsrecht Bochum Wattenscheid Verkehrsrecht Bonn Bad Godesberg Verkehrsrecht Bonn Beuel Verkehrsrecht Bonn Stadtbezirk Verkehrsrecht Borgentreich Verkehrsrecht Braunschweig Verkehrsrecht Bremen Mitte Verkehrsrecht Bremen Ost Verkehrsrecht Brieselang Verkehrsrecht Buchholz Verkehrsrecht Bühl Verkehrsrecht Bühlertal Verkehrsrecht Bünde Verkehrsrecht Burg bei Magdeburg Verkehrsrecht Burgwedel Verkehrsrecht Burladingen

Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 02.05.2016
Die Fahrerlaubnis ist ein begehrtes Dokument. Ihr Erwerb ist nicht gerade billig; für viele Menschen ist sie eine Voraussetzung für den täglichen Weg zur Arbeit, für Berufskraftfahrer die Erwerbsgrundlage. Was tun, wenn die Fahrerlaubnis entzogen wird?
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 13.09.2016
Der Führerschein ist eine Urkunde von hohem Wert. Es ist nicht nur teuer, ihn zu erwerben; in vielen Fällen ist er auch die Voraussetzung für Job und Broterwerb. Wer ihn hat, möchte ihn möglichst behalten.
Kategorie: Anwalt Verkehrsstrafrecht 17.05.2016
Wer beruflich oder privat auf das Auto angewiesen ist, dem rutscht bei einem drohenden Entzug seiner Fahrerlaubnis das Herz erst einmal in die Hose. Gründe, Auswirkungen und Möglichkeiten aus rechtlicher Perspektive erhalten Sie hier.
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht 02.05.2016
Der neue EU-Führerschein von 2013 soll die Welt erneut ein wenig fälschungssicherer machen. Bei ihm gibt es allerdings noch einen entscheidenden Unterschied zu allen früheren Modellen - und das betrifft jeden Führerscheinbesitzer nach exakt 15 Jahren.
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (312 mal gelesen)

In diesem Artikel wird erklärt, worin sich rechtlich Führerscheinverlust, Entziehung der Fahrerlaubnis und Fahrverbot unterscheiden.

3.4 / 5 (16 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (475 mal gelesen)

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) hat mit einem folgenschweren Urteil eine vermeintliche Lücke für Autofahrer geschlossen, die nach dem Entzug der deutschen Fahrerlaubnis und einer entsprechenden Sperre weiter mit einem Führerschein aus einem europäischen Land Auto fuhren (EuGH, Urt. v. 21.05.2015, Rs. C-339/14).

3.8 / 5 (11 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Handelsrecht    (171 mal gelesen)

Wer ohne gültige Fahrerlaubnis in Deutschland Auto fährt, macht sich strafbar wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Das kann nach aktueller Rechtsprechung auch dann gelten, wenn der Fahrer im Besitz eines EU-Führerscheins ist.

3.8 / 5 (8 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (187 mal gelesen)

Wer wegen einer Straftat im Straßenverkehr auffällt und verurteilt wird, dem kann nach geltendem Recht mit der Verurteilung zugleich die Fahrerlaubnis entzogen werden, wenn das Gericht ihn als zum Führen von Fahrzeugen ungeeignet ansieht. Ist bereits im Verfahren absehbar, dass es auf eine solche Entziehung hinausläuft, so kann die Fahrerlaubnis bereits „vorläufig“ entzogen werden – zumindest bis zum Abschluss des Strafverfahrens. Das Landgericht Hannover (LG) hat in diesen Fällen allerdings nun per Beschluss die Rechte von Angeschuldigten gestärkt: Eine vorläufige Entziehung der Fahrerlaubnis ist zumindest dann rechtswidrig und muss aufgehoben werden, wenn das Verfahren sich zu lange – im konkreten Fall 16 Monate – hinzieht (LG Hannover, Beschl. v. 24.02.2016 - 40 Qs 18/16).

3.6 / 5 (9 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (244 mal gelesen)

Seit dem 01.07.2009 gelten für das Bestehen der so genannten Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (kurz „MPU“) verschärfte Regeln, welche das Bestehen einer solchen Untersuchung deutlich erschweren können. Dem kann jedoch gezielt entgegengewirkt werden.

3.5 / 5 (11 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (126 mal gelesen)

Bei den Themen Medizinisch-Psychologische-Untersuchung (MPU) und Entziehung der Fahrerlaubnis denkt man in erster Linie an Alkohol im Straßenverkehr. In letzter Zeit sind jedoch Maßnahmen der Führerscheinstelle im Vormarsch, die sich auf den Nachweis von Drogen (in erster Linie Cannabis, Amphetamine und Kokain) stützen.

3.2 / 5 (6 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (93 mal gelesen)

Vor den möglichen Folgen von Trunkenheitsfahrten sei eindringlich gewarnt: Wer mit 0,5 Promille und mehr Alkohol im Blut erwischt wird, zahlt mindestens 500 Euro und kassiert vier Punkte in Flensburg sowie einen Monat Fahrverbot!

3.3 / 5 (3 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (2828 mal gelesen)

Bei Fahrten unter Drogeneinfluss existiert noch eine Gesetzeslücke: So gibt es keine Grenzwerte für absolute Fahruntüchtigkeit. Das kann bedeuten: Fahrverbot ja, Führerschein-Entzug nein.

3.5 / 5 (86 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (133 mal gelesen)

Wer seinen Führerschein wegen eines Fahrverbots abgeben muss, sollte die behördlicherseits vorgegebenen Fristen unbedingt einhalten. Der Grund: Erst kürzlich hat das Verwaltungsgericht Saarlouis einem Autofahrer, der sich partout nicht von seinem Führerschein trennen wollte, fünf Tage Gefängnis angeordnet.

4.0 / 5 (4 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Handelsrecht    (163 mal gelesen)

EU-Führerscheine müssen grundsätzlich von den anderen Mitgliedstaaten anerkannt werden. Ein EU-Führerschein, der im Ausland ausgestellt wurde, muss von den deutschen Behörden allerdings nicht anerkannt werden, wenn das sogenannte Wohnsitzerfordernis nicht erfüllt wird.

4.1 / 5 (10 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Auto & Verkehr

Suche in Fachbeiträgen