Logo anwaltssuche.de
Verkehrsrecht ,

Verkehrsrecht: Führerscheinverlust, Entziehung der Fahrerlaubnis und Fahrverbot

In diesem Artikel wird erklärt, worin sich rechtlich Führerscheinverlust, Entziehung der Fahrerlaubnis und Fahrverbot unterscheiden.

Die Fahrerlaubnis ist ein Verwaltungsakt, der zum Führen eines Kraftfahrzeuges im öffentlichen Verkehrsraum berechtigt. Während der Führerschein lediglich die amtliche Urkunde darstellt, die auf das Vorhandensein einer Fahrerlaubnis hinweist. Dies klingt zwar alles ziemlich verwirrend, ist aber ganz einfach zu verstehen, wenn man sich einmal vor Augen hält, was beim Verlust des Führerscheines oder der Fahrerlaubnis passiert.

Verliere ich lediglich den Führerschein, also das amtliche Dokument, was jeder in seiner Brieftasche oder im Auto hat, indem es sich einfach nicht mehr auffinden lässt, ist man trotzdem noch zum Führen eines Kraftfahrzeuges berechtigt, da man ja immer noch eine Fahrerlaubnis hat. Er muss sich lediglich einen erneuten Führerschein von der Behörde ausstellen lassen. Wenn man also bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle seinen Führerschein nicht vorzeigen kann, begeht man lediglich eine Ordnungswidrigkeit.


Verliere ich jedoch meine Fahrerlaubnis bedeutet dies stets den Entzug der Fahrerlaubnis von der Behörde, was wiederum nicht mehr zum Führen eines Kraftfahrzeuges berechtigt. Selbst wenn man trotzdem noch den Führerschein als Dokument besitzt, ist es einem dann nicht mehr erlaubt mit einem Kraftfahrzeug auf öffentlichen Straßen zu fahren. Geschieht dies trotzdem macht man sich eines "Fahrens ohne Fahrerlaubnis" strafbar. Hier wird es auch noch mal deutlich, dass es sich beim Fahren ohne Fahrerlaubnis im Gegensatz zum Fahren ohne Führerschein stets um eine Straftat handelt.

Dann gibt es als drittes noch das Fahrverbot. Ein Fahrverbot wird in der Regel bei Verkehrsverstößen ausgesprochen und kann mit einer Dauer von 1 Monat bis zu 3 Monate verhängt werden. In der Zeit besteht zwar die Fahrerlaubnis unverändert weiter, allerdings darf man für die Dauer des Fahrverbotes hiervon keinen Gebrauch machen. Macht man dies trotzdem, macht man sich wieder eines "Fahrens ohne Fahrerlaubnis" strafbar. Erfolgt die Abgabe des Führerscheins nicht rechtzeitig, gilt das Fahrverbot trotz der Tatsache, dass man immer noch im Besitz des Führerscheins ist. Man kann sich also trotz Besitz des Führerscheins beim Fahren eines Kraftfahrzeuges aufgrund des ausgesprochenen Fahrverbotes strafbar machen.

Wie man sieht, ist es für einen Laien nahezu unmöglich mit diesem Wirrwarr über Führerschein, Fahrerlaubnis und Fahrverbot klarzukommen. Deswegen ist es immer wichtig eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen und sich bei Problemen direkt an einen Verkehrsrechtsanwalt zu wenden.

Henning Karl Hartmann
Rechtsanwalt für Verkehrsrecht

Rechtsanwalt Dr. Henning Karl Hartmann
Bernauer Straße 29, 16515 Oranienburg
gelistet in: Oranienburg
Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Auto & Verkehr
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Verkehrsrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_graustern_graustern_graustern_graustern_grau

0.0 / 5 (0 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (37 mal gelesen)

Zur Urlaubszeit sind wieder viele deutsche Autofahrer mit ihrem Fahrzeug im europäischen Ausland unterwegs. Gut, wer sich mit den jeweiligen Verkehrsregeln des Landes auskennt, ansonsten können bei Verkehrsverstößen empfindliche Geldbußen drohen …

4.5 / 5 (2 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (130 mal gelesen)

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) hat mit einem folgenschweren Urteil eine vermeintliche Lücke für Autofahrer geschlossen, die nach dem Entzug der deutschen Fahrerlaubnis und einer entsprechenden Sperre weiter mit einem Führerschein aus einem europäischen Land Auto fuhren (EuGH, Urt. v. 21.05.2015, Rs. C-339/14).

Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (228 mal gelesen)

Was in Deutschland legitim ist, wird in der Schweiz mit einem Bußgeld geahndet. Tagtäglich wird hierzulande auf Facebook, Twitter oder anderen sozialen Netzwerken gepostet, wo wieder einmal eine Radarkontrolle durchgeführt wird.

5.0 / 5 (2 Bewertungen)
Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (115 mal gelesen)

Der Teufel steckte wie immer im Detail - besser gesagt in der Länge eines unscheinbaren Kabels: Wie jetzt bekannt wurde, dürfen viele Autofahrer, die mit dem Gerät LEIVTEC XV3 als vermeintlich zu schnell fahrend gemessen wurden, berechtigt darauf hoffen, dass die Messung unverwertbar ist.

Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (112 mal gelesen)

Immer wieder ist in der anwaltlichen Praxis zu beobachten, dass die Auswertung von Geschwindigkeitsmessungen nicht durch Behörden sondern faktisch durch private Firmen durchgeführt wird. In einem solchen Fall hat das Amtsgericht Kassel nun ein "Beweisverwertungsverbot" für die fragliche Messung mit dem Gerät "Jenoptik 5350" ausgesprochen. Die Folge: der betroffene Autofahrer vom Vorwurf der Geschwindigkeitsüberschreitung freigesprochen (Az.: 350 OWi - 9863 Js 1377/15).

Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (24 mal gelesen)

Wer mit seinem Fahrzeug einen Unfall verursacht und einfach weiterfährt begeht Fahrerflucht - und die kann Autofahrer teuer zu stehen kommen.

Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (167 mal gelesen)

Erwirbt ein Verbraucher von einem Händler ein gebrauchtes Fahrzeug, muss er regelmäßig davon ausgehen, dass der Händler die Gewährleistungsfrist – zulässiger Weise – auf ein Jahr statt der gesetzlichen zwei Jahre verkürzt. In der Regel erfolgt die Verkürzung der Gewährleistungsfrist durch allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Gebrauchtwagenhändler bedienen sich dabei oft der vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. – kurz ZDK – herausgegebenen AGB.

Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (22 mal gelesen)

Auch beim Gebrauchtwagenkauf vom Autohändler sollte der Käufer genau hinschauen. Wird ihm ein Auto als „TÜV neu“ verkauft, muss es auch die notwendige Verkehrssicherheit aufweisen. Fehlt diese, kann der Käufer sofort vom Gebrauchtwagenkauf zurücktreten.

Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht GKS Rechtsanwälte    (155 mal gelesen)

Radwege sind nach der StVO (Zeichen 237) den Fahrradfahrern vorbehalten, im Zweifel haben Fahrräder dort Vorfahrt: "anderer Verkehr darf ihn (den Radweg) nicht benutzen" heißt es im Gesetz. Kollidiert ein Radfahrer allerdings auf einem Radweg in unmittelbarer Nähe einer Bushaltestelle mit einem Fußgänger, so kann dem Radfahrer ein überwiegendes Mitverschulden an dem Unfall angerechnet werden.

Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (15 mal gelesen)

Handy am Ohr und Autofahren ist verboten, das wissen alle Autofahrer! Doch ist es auch verboten ein Handy am Fahrzeugsteuer als Navigationshilfe zu nutzen, oder zur Internetrecherche?

Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht    (13 mal gelesen)

Autofahrer fürchten sie: die Fahrtenbuchauflage! Sie kann den Halter eines Fahrzeuges dann treffen, wenn die Straßenverkehrsbehörde nach einem Verkehrsverstoß vergeblich versucht hat, den Fahrer des Fahrzeuges festzustellen.

Alle Expertentipps zum Auto & Verkehr
Suche in Fachbeiträgen