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Die lieben Erben. Oder: Was Sie beim Erben beachten müssen

Mit Erben ist zweierlei gemeint: Einerseits der Umstand des Erbens (eines Nachlasses), andererseits die erbenden Personen. Beidesmal hat ein Vererber ein Erbe hinterlassen, um das es sich zu kümmern gilt. Die meisten Ratsuchenden kommen aus drei Gründen zum Anwalt: Entweder möchten sie ihren Erbanteil durchsetzen oder sie möchten wissen, ob es sinnvoll ist, das Erbe anzunehmen. Oder sie möchten sich im Vorfeld über die Möglichkeit informieren, möglichst klug zu vererben.

Sie erben grundsätzlich alles an Vermögen und Schulden...

Der Gesetzgeber macht keinen Unterschied zwischen Vermögen oder Schulden. Das bedeutet: Treten Sie das Erbe an, erben Sie grundsätzlich alle Wertgegenstände, aber auch alle Schulden. Für offene Verbindlichkeiten - etwa Rechnungen oder Kredite - stehen Sie dann zunächst mit Ihrem Privatvermögen ein. Dann haben Sie lediglich die Möglichkeit, einen Antrag auf Nachlassinsolvenz zu stellen. Wird diesem stattgegeben - was nur dann der Fall ist, wenn die Kosten für Verfahren und Insolvenzverwalter durch die Erbmasse abgedeckt ist - ist Ihre Haftung auf den Nachlass beschränkt. Anderernfalls stehen Sie im Zweifelsfall für alle heutigen und künftigen Schulden gerade.

... oder nichts, wenn Sie das Erbe ausschlagen

Als Erbe oder Erbengemeinschaft müssen Sie das Erbe nicht annehmen, Sie können dieses auch ablehnen. Wenn Sie das Erbe ausschlagen, müssen Sie dies allerdings innerhalb einer sehr kurze Frist tun (3 Wochen, unter Umständen sogar weniger). Der Nachlass kann in dieser Zeit unmöglich vollumfänglich gesichtet werden, Einsicht in bestimmte Dokumente (z.B. Kontoauszüge) erhalten Sie zu diesem Zeitpunkt sowieso nicht. Entscheiden Sie sich dafür, das Erbe auszuschlagen, ist diese Entscheidung endgültig. Finden sich später doch überwiegend Wertgegenstände, können Sie auf diese keinen Anspruch mehr erheben.

Ihre Rechte als Erbe

Viele Nachlässe bestehen derzeit jedoch aus übigem Vermögen. Die Erben möchten natürlich den Anteil erhalten, der ihnen zusteht. Dabei gilt es zu prüfen, ob die gesetzliche Erbfolge greift, ob ein Erbvertrag oder ein Testament vorhanden ist - und ob die vorliegenden Dokumente rechtens ist. Bereits ein formaler Fehler kann imense Auswirkungen auf die Erbenden haben - im Guten wie im Schlechten. Ist beispielsweise das Testament eines Ehepaares - meist das Berliner Testament - nicht handschriftlich geschrieben, so muss sich der überlebende Ehepartner das Erbe doch mit den Kindern teilen und wird eben nicht so lange als Alleinerbe eingesetzt, bis er ebenfalls verstorben ist. Ist andererseits ein Testament oder Erbvertrag ungültig, haben darin nicht berücksichtigte Personen Anspruch auf einen größeren Anteil als lediglich den Pflichtteil. Denn der Pflichtteil besteht prinzipiell nur aus der Hälfte des Erbanteils.

Erben mit möglichst wenig Erbschaftssteuer

Viele Familien möchten den Nachlass noch zu Lebzeiten der Erblasser (der Vererber) regeln. Dazu soll möglichst viel Erbmasse an die nachfolgenden Generationen weitergeben werden - und möglichst wenig Erbschaftssteuer bezahlt werden müssen. Mehrere Optionen stehen Ihnen hierfür zur Verfügung. Wir stellen zwei Varianten vor:
  • Die Schenkung. Mit Hilfe einer Schenkung kann ein bestimmter Betrag bereits zu Lebzeiten an die Erben übertragen werden. Gehen zehn Jahre ins Land, muss der Beschenkte keine Steuer darauf entrichten.
  • Abfindung statt Pflichtteil. Für Erben und Erblasser kann es sinnvoll sein, auf den Pflichtteil zu verzichten. Auch dadurch lässt sich eine künftige Erbschaftssteuer minimieren. Als Gegenleistung erhalten die Erben gerne eine Abfindung und somit sofort einen Anteil vom bestehenden Vermögen. Für den genannten Pflichtteilsverzicht müssen Sie zwingend zum Notar. Zudem sollten Sie sich von einem eigenen Anwalt begleitet lassen.

Anwalt für Erbrecht

Eine anwaltliche Beratung hilft Ihnen in jedem Stadium des Erbens und Vererbens, ob beim Aufsetzen eines Testaments oder Erbevertrags, bei der Beratung über den Kreis der Erben oder beim Durchsetzen Ihrer Ansprüche als erbberechtigte Person. Unabdingbar ist ein Anwalt dann, wenn das Vermögen umfangreich, sich teilweise oder ganz im Ausland befindet oder ein Unternehmen Teil der Erbmasse ist. Nehmen Sie gleich hier unverbindlich Kontakt mit einem unserer kompetenten Anwälte in Ihrer Nähe auf.

Letzte Aktualisierung am 2016-06-09

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