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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 09.10.2018 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Elterngeld: Wie viel, wie lange und wer hat einen Anspruch?

Elterngeld: Wie viel, wie lange und wer hat einen Anspruch? © mko - topopt

Das Elterngeld soll berufstätigen Eltern vorübergehend erleichtern auf die Berufsausübung zu verzichten und sich der Kinderbetreuung zu widmen. Lesen Sie hier, wer Anspruch auf Elterngeld hat und mit wie viel Elterngeld Sie rechnen können.

Mit dem Elterngeld werden junge Familien nach der Geburt eines Babys unterstützt. Berufstätigen Eltern, soll das Elterngeld erleichtern, vorübergehend auf die Berufsausübung zu verzichten und sich der Kinderbetreuung zu widmen. Hier erfahren Sie, wer Anspruch auf Elterngeld hat und mit wie viel Elterngeld Sie rechnen können.

Wer hat einen Anspruch auf Elterngeld?


Einen Anspruch auf Elterngeld haben alle Eltern. Auch nicht-erwerbstätige Menschen, wie Studenten oder Hausfrauen erhalten Elterngeld.

Wie viel Elterngeld erhalte ich?


Die Höhe des Elterngeldes bemisst sich nach dem Durchschnittseinkommen der letzten zwölf Monate des antragstellenden Elternteils. Erzielten das Elternteil ein Einkommen von 1.000 bis 1.200 Euro so erhält es 65 Prozent vom Nettoeinkommen als Elterngeld. Bei Geringverdienern, die monatlich weniger als 1.000 Euro verdienen, steigt das Elterngeld stufenweise auf bis zu 100 Prozent.

Mehr als 1.800 Euro Elterngeld gibt es allerdings nicht. Der Mindestbetrag an Elterngeld ist 300 Euro. Diesen Mindestbetrag an Elterngeld erhalten auch alle nicht berufstätigen Eltern, wie zum Beispiel Hausfrauen oder Studenten, die nicht mehr als 30 Stunden in der Woche arbeiten. Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld um 300 Euro pro Kind.

Kommt es zu schwangerschaftsbedingten Einkommensverlusten kann sich der Berechnungszeitraum ausnahmsweise verschieben, entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen (Aktenzeichen L 2 EG 8/18). Hätte eine Mutter ohne die schwangerschaftsbedingte Erkrankung einen höheren Verdienst in den letzten zwölf Monaten erzielt, muss dies bei der Elterngeldberechnung berücksichtigt werden.

Tipp der Redaktion: Auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Familie findet man unter www.familien-wegweiser.de einen Elterngeldrechner, der bei der konkreten Berechnung des zu erwartenden Elterngeldes weiterhilft.

Wie lange erhalte ich Elterngeld?


Ein Anspruch auf Elterngeld besteht in den ersten 14 Lebensmonaten des neugeborenen Kindes. Vater und Mutter haben zusammen einen Anspruch auf 12 Monate Elterngeld und können sich die Elternzeit flexibel aufteilen. Nutzen beide Eltern das Angebot der Elternzeit und verzichtet ein Elternteil mindestens zwei Monate auf einen Teil seines Einkommens, erhalten sie zwei zusätzliche Monate. Alleinerziehende Elternteile haben ebenfalls einen Anspruch auf 14 Monate Elternzeit.

Erhöhen Gehaltsnachzahlungen das Elterngeld?


Ein in den 12 Monaten vor der Geburt des Kindes nachgezahltes Gehalt erhöht das Elterngeld auch dann, wenn es sich um eine Nachzahlung aus dem vorangegangenen Kalenderjahr handelt. Nicht beim Elterngeld berücksichtigt werden dagegen Gehaltsnachzahlungen, die Eltern erst nach der Geburt des Kindes erhalten. Das hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (Aktenzeichen L 13 EG 5/09) entschieden.

Steuerklassenwechsel kann Elterngeld erhöhen!


Ehegatten dürfen vor der Geburt eines Kindes die Steuerklasse wechseln, um höheres Elterngeld zu beziehen. Das hat ebenfalls das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (Aktenzeichen L 13 EG 51/08) entschieden.
So sieht es auch das Bundessozialgericht und hat in zwei Fällen entschieden, dass der von den verheirateten Klägerinnen während ihrer jeweiligen Schwangerschaft veranlasste Wechsel der Lohnsteuerklasse bei der Bemessung des Elterngeldes zu berücksichtigen ist.




erstmals veröffentlicht am 14.10.2013, letzte Aktualisierung am 09.10.2018

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