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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 12.11.2020 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 1666 mal gelesen)

Namensänderung nach Scheidung: Welche Rechte haben Ex-Partner?

Namensänderung nach Scheidung: Welche Rechte haben Ex-Partner? © freepik - mko

Nach einer Scheidung haben viele Ex-Eheleute den Wunsch ihren angeheirateten Namen zu ändern. Diese Namensänderung ist in Deutschland auch möglich. Doch welche Voraussetzungen müssen für eine Namensänderung nach einer Scheidung erfüllt sein? Wer ist zuständig? Was kostet sie? Und kann der Ex-Partner die Namensänderung erzwingen?

Namensänderung nach Scheidung – diese Varianten sind möglich


Grundsätzlich behält ein Ehepartner nach einer Scheidung seinen angeheirateten Namen. Wer seinen Namen aber ändern möchte, hat nach dem Bürgerlichen Gesetz mehrere Optionen eine Namensänderung durch zu führen. Zum einen kann der Geburtsname nach der Scheidung wieder angenommen werden. Es können aber auch Geburtsname und angeheirateter Nachname als Doppelnamen geführt werden. Auch der Nachname einer vorherigen Eheschließung kann wieder angenommen werden.

Welche Voraussetzung müssen für Namensänderung erfüllt sein?


Wichtigste Voraussetzung für eine Namensänderung ist, dass die Ehe rechtskräftig geschieden wurde. Dafür müssen entweder beide Ehegatten im Scheidungstermin auf Rechtsmittel verzichten oder es wurde innerhalb eines Monats nach dem Scheidungsbeschluss kein Einspruch von einem Ehegatten erhoben.

Der Rechtskraftvermerk wird auf dem Scheidungsbeschluss gerichtlich dokumentiert. Dafür muss der Scheidungsbeschluss nach der Scheidung nochmals dem Gericht zugesandt werden.

Eine Trennung reicht für eine Namensänderung nicht aus.

Als weitere Voraussetzung für die Namensänderung wird vom Standesamt die Vorlage von Personalausweis / Reisepass verlangt und unter Umständen eine beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister.

Bei Ehen, die im Ausland geschlossen oder/und geschieden wurden, ist eine Übersetzung der Ehe- und/oder Scheidungsurkunde eines vereidigten Übersetzers notwendig.

Kann Ex-Partner eine Namensänderung erzwingen?


Auch wenn viele geschiedene Ehepartner sich das wünschen: Der Ex-Partner kann nicht zu einer Namensänderung gezwungen werden. Er hat das Recht zu entscheiden, welchen Namen er in Zukunft tragen will.

Wer ist für die Namensänderung zuständig?


In Deutschland ist das Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich die Heirat erfolgte, für Namensänderungen nach der Scheidung zuständig. Der Antrag auch Namensänderung kann aber auch beim Standesamt des aktuellen Wohnsitzes gestellt werden, er wird dann an das zuständige Standesamt weitergeleitet.

Für Ehen, die im Ausland geschlossen wurden, ist das Standesamt Ihres Wohnsitzes oder gewöhnlichen Aufenthaltes zuständig.

Was kostet die Namensänderung?


Für die Beurkundung und Beglaubigung der Namensänderung verlangt das Standesamt rund 25 Euro. Eine Abschrift des Familienbuchs kostet 10 Euro. Dazu kommen noch die Kosten, die aufgrund der Änderung von Personalausweis, Reisepass oder Kreditkarten entstehen.

Gibt es eine Frist zu beachten?


Es gibt keine Frist innerhalb der eine Namensänderung nach einer Scheidung beantragt werden muss. Die Ex-Ehepartner können sich also in Ruhe Gedanken machen, welchen Nachnamen sie in Zukunft tragen möchten.

erstmals veröffentlicht am 25.02.2016, letzte Aktualisierung am 12.11.2020

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