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Kategorie: Anwalt Familienrecht , 12.02.2019 (Lesedauer ca. 5 Minuten)

Scheidungsrecht – Wichtige Infos in der Ehekrise!

Wie läuft ein Scheidungsverfahren ab? Was ist unter einem Trennungsjahr zu verstehen? Wie reagiert man auf einen Scheidungsantrag? Was kostet eine Scheidung? Wenn es in der Ehe kriselt, tritt neben der emotionalen Belastung oft eine große Unsicherheit im Hinblick auf das Scheidungsrecht. Hier erhalten Sie rechtssichere Informationen – übersichtlich und verständlich zusammengestellt. Und natürlich finden Sie auf unserer Plattform bundesweit Anwältinnen und Anwälte für Familienrecht.

Scheidungsrecht – Das sollten Sie im Vorfeld überlegen!

Eine Scheidung ist mit vielen Emotionen und wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Im Vorfeld einer Scheidung sollten sich die Ehepartner über einige rechtliche Voraussetzungen des Scheidungsrechts im Klaren sein.

Eine wichtige Überlegung im Vorfeld ist, ob die Ehepartner in der Lage sind eine einvernehmliche Scheidung durchzuführen. Diese spart Zeit, Kosten und vor allem Nerven! Bei einer einvernehmlichen Scheidung werden die Scheidungsfolgen (wie Unterhalt und Sorgerecht) in einer sog. Scheidungsfolgenvereinbarung Scheidungsfolgenvereinbarung geregelt. Im Scheidungstermin muss nur ein Anwalt, der den Scheidungsantrag stellt, beauftragt und bezahlt werden.

In vielen Fällen ist eine einvernehmliche Scheidung für die Eheleute aus emotionalen Gründen nicht möglich. Dann gilt es sich frühzeitig über die Voraussetzungen und Auswirkungen einer Scheidung zu informieren. Seien es Fragen zum Verbleib in der ehelichen Wohnung, zum Unterhalt oder Sorgerecht: Ein Anwalt für Familienrecht kennt sich in der komplexen Materie des Scheidungsrechts aufgrund seiner fachlichen Kompetenz und seiner Erfahrung bestens aus. Er hilft Ihnen etwa bei unerlaubte Vermögensverschiebungen des Ehepartners, beim Einholen von Vermögensauskünften beim Ehepartner oder bei Problemen mit einem bestehenden Ehevertrag.

Unter welchen Voraussetzungen wird eine Ehe geschieden?

Nach dem deutschen Scheidungsrecht wird eine Ehe geschieden, wenn sie zerrüttet ist. Die Dauer der Ehe und auch die Schuld des Scheiterns spielt im Scheidungsrecht keine Rolle mehr. Eine Zerrüttung der Ehe wird angenommen, wenn die Lebensgemeinschaft der Eheleute nicht mehr besteht und auch nicht zu erwarten ist, dass diese wiederhergestellt wird.

Eine Ehe gilt laut gesetzlicher Vermutung als gescheitert, wenn die Eheleute seit mindestens einem Jahr getrennt leben. Die Ehe kann dann auf Antrag eines Ehepartners geschieden werden, wenn der andere Ehepartner dem Scheidungsantrag zustimmt. Will ein Ehepartner an der Ehe festhalten, hat er die Möglichkeit Beweise vorzutragen, die gegen eine Trennung sprechen. Dies wäre etwa der Fall, wenn beide Ehepartner nach wie vor in einer häuslichen Gemeinschaft leben.
Eine Ehe ist unwiderlegbar gescheitert, wenn die Eheleute mindestens drei Jahre getrennt leben. In diesem Fall kann das Familiengericht auch gegen den Willen eines Ehepartners die Scheidung vollziehen.
In Härtefällen, wie bei häuslicher Gewalt, kann eine Scheidung auch ohne Einhaltung des Trennungsjahrs vom Familiengericht durchgeführt werden.

Wie läuft ein Scheidungsverfahren ab?

Das Scheidungsverfahren beginnt mit dem Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht. Nachdem der antragstellende Ehepartner die Gerichtsgebühren gezahlt hat, stellt das Familiengericht dem anderen Ehepartner den Scheidungsantrag zu. In der Regel wird mit dem Scheidungsantrag ein erster Termin zur mündlichen Verhandlung bestimmt und der Ehepartner wird zur Stellungnahme aufgefordert.

Sobald alle Voraussetzungen für eine Scheidung vorliegen, bestimmt das Familiengericht den Haupttermin zur mündlichen Verhandlung. Dort werden die Scheidungsvoraussetzungen mit beiden Ehepartnern und deren Rechtsanwälte erörtert. Scheidungstermine sind nicht öffentlich. Vor dem Familiengericht besteht Anwaltszwang. Liegen alle Voraussetzungen vor, wird die Ehe mit Beschluss geschieden. Verzichten beide Ehepartner auf Rechtsmittel gegen den Scheidungsbeschluss, gilt die Scheidung als sofort vollzogen.

Eine hilfreiche Checkliste zu einer schnellen Scheidung finden Sie hier.

Checkliste Scheidungsrecht

Formular Checkliste Scheidungsrecht Checkliste Scheidungsrecht
Für eine schnelle Scheidung ohne Rosenkrieg sollten Sie die Aspekte des Scheidungsrechts in dieser Checkliste beachten
Quelle: anwaltssuche.de, 05.02.2019 Downloads: 15



Wichtige Unterlagen für den Scheidungsantrag!


Neben dem Scheidungsantrag benötigt das Familiengericht folgende Unterlagen:

  • Kopie des Familienstammbuchs/ der Heiratsurkunde

  • Kopie der Geburtsurkunde der Kinder

  • Kopie der Scheidungsfolgenvereinbarung – notarielle Beglaubigung

  • Unterlagen zum Zugewinnausgleich (Aufstellung der Vermögenspositionen/ Verbindlichkeiten)

  • Unterlagen zur Berechnung des Versorgungsausgleichs (Auszug Rentenkonto/ private Rentenversorgung)

  • Evtl. Unterlagen zu den Scheidungsfolgesachen (Gehaltsbelege, Grundbuchauszug, Mietvertrag, Bankbelege)

  • Personalausweise – Vorlage im Scheidungstermin

Was versteht man unter Scheidungsfolgesachen?

Unter Scheidungsfolgesachen versteht man alle familienrechtlichen Angelegenheiten, die möglichst zusammen mit der Scheidung verhandelt und entschieden werden sollen. Dazu gehört etwa der Zugewinnausgleich, Versorgungsausgleich, nachehelicher Unterhalt, Kindesunterhalt, Umgangsrecht, Sorgerecht, Verbleib in der Ehewohnung sowie die Hausratsaufteilung.

Tipp: Eine Scheidung läuft wesentlich schneller ab, wenn Ehepaare diese Scheidungsfolgesachen bereits im Vorfeld im Rahmen einer Scheidungsfolgenvereinbarung geregelt haben.

Was kostet eine Scheidung?

Die Kosten einer Scheidung setzen sich aus den Anwalts- und Gerichtskosten zusammen. Für beides wird als Berechnungsgrundlage ein Verfahrenswert bestimmt, der sich nach dem Nettoeinkommen beider Eheleute in Höhe von drei Monaten errechnet. Die Anwaltskosten ergeben sich dann aus dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz, die Gerichtskosten aus dem Gerichtskostengesetz. Eine einvernehmliche Scheidung spart Kosten! In diesem Fall muss nur ein Anwalt beauftragt werden, dessen Kosten können sich die Eheleute teilen.

Wer aufgrund seiner finanziellen Situation nicht in der Lage ist die Verfahrenskosten einer Scheidung zu tragen, kann zusammen mit der Scheidung Verfahrenskostenhilfe beim Familiengericht beantragen.



Populäre Irrtümer im Scheidungsrecht!

Top-Irrtum: Scheidung nur mit Zustimmung


Bei vielen Eheleuten herrscht die Vorstellung, dass eine Scheidung nur mit Zustimmung beider Ehepartner erfolgen kann. Weit gefehlt! Eine Scheidung erfolgt nach drei Jahren Trennung auch ohne Zustimmung des Ehepartners. In Härtefällen kann eine Scheidung auch vor Ablauf der dreijährigen Trennungszeit gerichtlich durchgeführt werden.

Top-Irrtum: Kein Anwaltszwang bei einvernehmlicher Scheidung

Eine weitere Fehlvorstellung ist, dass Eheleute bei einer einvernehmlichen Scheidung keinen Anwalt benötigen. In Familiensachen herrscht vor Gericht Anwaltszwang. Auch bei einer einvernehmlichen Scheidung wird ein Anwalt benötigt, der den Scheidungsantrag stellt.

Top-Irrtum: Nachehelicher Unterhalt muss nur für drei Jahre gezahlt werden

Es gibt keinen gesetzlich starren Zeitrahmen für Unterhaltszahlungen. Der Grund und die Dauer von Unterhaltszahlungen muss individuell geklärt und festgelegt werden. Dabei spielen insbesondere ehebedingte Nachteile und die Betreuung der gemeinsamen Kinder eine große Rolle.

Top-Irrtum: Nach der Scheidung muss das gesamte Vermögen aufgeteilt werden!

Wie das Vermögen nach einer Scheidung zwischen den Eheleuten aufgeteilt wird, hängt in erster Linie vom Güterstand der Eheleute ab. Im Regelfall haben die Eheleute weder Gütertrennung, noch Gütergemeinschaft, vereinbart, so dass sie sich in einer Zugewinngemeinschaft befinden. Hier wird nur das Vermögen, dass in der Ehe erwirtschaftet wurde, aufgeteilt.




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Scheidungsrecht - häufige Fragen und Antworten


+Scheidungsrecht - wer bekommt was?

Wer welches Vermögen nach einer Scheidung bekommt, hängt vom Güterstand der Ehe ab.



+Wer bekommt die Kinder?

Auch nach einer Scheidung müssen beide Eltern die elterliche Sorge für ihre Kinder wahrnehmen. Können sie sich nicht darauf verständigen, wer jeweils das Aufenthalts- und Umgangsrecht wahrnimmt, entscheidet das Familiengericht.



+Wer muss ausziehen?

In der Regel müssen sich die Eheleute darauf einigen, wer aus der ehelichen Wohnung ausziehen muss. In Härtefällen, wie bei häuslicher Gewalt, weist das Familiengericht die Ehewohnung an einen Ehepartner zu.



+Wie lange Unterhalt?

Unterhalt muss so lange gezahlt werden, so lange die Voraussetzungen für die gesetzlichen Unterhaltsbestände gegeben sind und der unterhaltspflichtige Ex-Partner leistungsfähig ist.



+Wer bekommt das Auto?

Steht ein Ehepartner als alleiniger Eigentümer im Fahrzeugbrief, bekommt er das Auto im Trennungsfall. Ist das Auto Teil des gemeinschaftlichen Eigentums der Eheleute, wird im Rahmen der Hausratsaufteilung entschieden, wer der Auto bekommt.



+Wer bekommt Kindergeld?

Kindergeld erhält der geschiedene Ehepartner, in dessen Haushalt das Kind lebt.



+Scheidung - wie einreichen?

Eine Scheidung wird mit einem Scheidungsantrag beim zuständigen Familiengericht beantragt.



+Scheidung - wie teuer?

Die Kosten einer Scheidung setzen sich aus Anwalts- und Gerichtskosten zusammen. Als Berechnungsgrundlage wird ein Verfahrenswert ermittelt, der sich aus dem Nettoeinkommen der Eheleute berechnet.




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