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Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht , 22.12.2016

Kein Jägerlatein: Urteile rund um die Jagd!

Kein Jägerlatein: Urteile rund um die Jagd! © Andrey Popov - Fotolia

Zurzeit rufen die Jäger zur Fuchsjagd auf. Aber auch anders Wild wird noch gejagt - Nicht immer ohne Konfrontation mit dem Gesetz!

Jagd wird durch Moto-Cross-Anlage nicht beeinträchtigt


Die Klage eines Jägers gegen eine Moto-Cross-Anlage wurde vom Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 14 U 70/14) abgewiesen. Der Kläger ist Anwohner der Moto-Cross-Anlage und betreibt auf seinem Grundstück eine sogenannte Eigenjagd. Die Jagdausübung ist nach Auffassung des Anwohners durch die Motorengeräusche beeinträchtigt.

Das sah das Oberlandesgericht Oldenburg anders: Die Richter stimmten den Klägern zu, dass das Gelände ihrer Eigenjagd durch die unmittelbar angrenzende Moto-Cross-Anlage an den Trainings- und Renntagen stark verlärmt wird. Dennoch werde die Jagd nicht wesentlich beeinträchtigt. Der gerichtliche Sachverständige hatte festgestellt, dass das Wild durch den Lärm nicht dauerhaft vergrämt werde. Es meide während des Betriebs lediglich einen Bereich von etwa 300 m um die Anlage herum. Auch sei es nicht zu erwarten, dass sich die Wildtierpopulation im Gebiet der klägerischen Jagd dauerhaft nennenswert verringern würde. Das von den Klägern eingeholte Privatgutachten überzeugte das Gericht nicht.

Der starke Lärm an den Betriebstagen müsse vom Anwohner hingenommen werden. Er hätte keinen Anspruch auf vollständige Ruhe und könnte die Jagd an fünf von sieben Tagen ungestört ausüben. Im Übrigen hatte der Betreiber der Anlage dem Anwohner angeboten, kein Training an den Tagen durchzuführen, an denen er Gesellschaftsjagden abhalten wollte.

Jäger haftet für Schäden aufgrund einer Treibjagd


Einem Landwirt wurde vom Oberlandesgericht Oldenburg (Aktenzeichen 14 U 80/13 1) Schadensersatz zu gesprochen, weil seine Rinder aufgrund einer Treibjagd aus einer umzäunten Wiese ausbrachen und der Landwirt beim Einfangen der Rinder einen Unfall erlitt. Der Jagdausübungsberechtige als Veranstalter und Organisator einer gemeinschaftlichen Jagd sei dafür verantwortlich, dass Dritte nicht durch jagdtypische Gefahren zu Schaden kämen. Deshalb seien Jagdpächter verpflichtet, sich vor Beginn der Treibjagd darüber zu vergewissern, ob sich in dem konkret zu durchjagenden Bereichen Nutztiere befänden, welche durch Schüsse oder durchstöbernde Hunde gefährdet werden könnten. Wer dies unterlasse, so der Senat, hafte danach auch für Schäden, die durch das Einfangen flüchtender Nutztiere entstünden. Die Landwirte seien rechtzeitig zuvor von der beabsichtigten Treibjagd zu unterrichten, um ihnen die Möglichkeit zum vorübergehenden Einstallen der Tiere zu geben. Andernfalls müsse im ausreichenden Abstand mit angeleinten Jagdhunden der Gefahrenbereich weiträumig umlaufen werden, um ein Durchstöbern der Weide durch die Jagdhunde und damit die Gefahr einer panikartigen Reaktion der Tiere zu verhindern.




erstmals veröffentlicht am 03.03.2015, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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