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Kategorie: Anwalt Verwaltungsrecht , 01.04.2020 (Lesedauer ca. 3 Minuten, 46 mal gelesen)

Leinenpflicht für Hunde – was gilt?

Leinenpflicht für Hunde – was gilt? © freepik - mko

Beim Spaziergang im Wald oder im Park möchte jeder Hundebesitzer seinem Hund gerne freien Auslauf bieten. Doch wo darf der Hund ohne Leine unterwegs sein? Gibt es eine generelle Leinenpflicht in Deutschland? Was gilt bei gefährlichen Hunden? Und welche Konsequenzen drohen bei einem Verstoß gegen die Leinenpflicht?

Gibt es eine generelle Leinenpflicht für Hunde?


Eine generelle Leinenpflicht für Hunde ist in Deutschland nicht gesetzlich normiert. Hier regelt jedes Bundesland und jede Kommune, wann und wo ein Hund angeleint werden muss.

In welchen Bundesländern muss der Hund an die Leine?


In Berlin herrscht landesweit eine Leinenpflicht für Hunde. Etwa in Fußgängerzonen und Bahnhöfen darf die Leine nur einen Meter lang sein, in öffentlichen Grünanlagen oder Promenaden ist eine zwei Meter lange Leine vorgeschrieben. Ohne Leine darf der Hund nur auf gekennzeichneten Flächen laufen.

Brandenburg hat ein Hundegesetz und eine Leinepflicht für Hunde. Ein Erwachsener darf nicht mehr als drei Hunde mit sich führen. Die Leinenpflicht für Hunde gilt etwa auf Sport- und Campingplätzen, in Parkanlagen, Einkaufszentren und Fußgängerzonen sowie auf Volksfesten. Die Hundeleine darf nicht länger als 2 Meter lang sein.

In Hamburg dürfen Hunde sich nur auf gekennzeichneten Flächen ohne Leine bewegen. Im Wald und auf öffentlichen Wegen muss der Hund an die Leine, wenn er nicht einen entsprechenden Eignungstest absolviert hat.

Eine Leinenpflicht für Hunde gibt es in Niedersachsen nur während der Brutzeit in der freien Natur. Das ist vom 1. April bis zum 15. Juli.

In Nordrhein-Westfalen muss ein Hund, ab einer Größe von 40 cm und einem Gewicht von mindestens 20 kg, in der Öffentlichkeit an die Leine. Kleiner Hunde müssen im Park und in der Fußgängerzone an die Leine.

Im Saarland gilt auch eine Hundeleinenpflicht während der Brutzeit, vom 1. März bis zum 20. Juni sowie in der Öffentlichkeit.
Schleswig-Holstein hat eine Leinenpflicht für Hunde in der Öffentlichkeit und an Badestränden vom 1. April bis zum 30.9.

Und in welchen Bundesländern gibt es keine Leinenpflicht?


In Baden-Württemberg gibt es keine generelle Leinepflicht für Hunde. Sie müssen aber auf Kinderspielplätzen, Spiel- und Liegewiesen sowie auf Wassertretanlagen angeleint sein. Einige Städte und Kommunen haben spezielle Verordnungen zur Anleinpflicht.

In Bayern gibt es kein Landesgesetz zur Leinenpflicht von Hunden. Hier haben viele Kommunen individuell festgelegt, wann der Hund nicht frei rumlaufen darf. So gilt in München eine Anleinpflicht für Hunde die größer als 50 cm Schulterhöhe sind sowie für Boxer, Doggen, Dobermann und Schäferhund.

In Bremen gibt es keine Leinenpflicht für Hunde. Nur in öffentlichen Verkehrsmitteln, Einkaufszentren und bei Menschenansammlungen muss der Hund an die Leine.

Hessen hat keine allgemeine Leinenpflicht für Hunde. Hier muss der Hund nur bei Volksfesten und Menschenansammlungen sowie in Naturschutzgebieten angeleint werden.

In Mecklenburg-Vorpommern darf ein Hund nur auf einem privaten Grundstück frei rumlaufen. In der Öffentlichkeit muss er an die Leine.

In Rheinland-Pfalz können Hunde frei laufen- mit einer Ausnahme: in Naturschutzgebieten.
In Sachsen-Anhalt gibt es keine generelle Anleinpflicht für Hunde. Leinenzwang herrscht nur während der Brutzeit.
In Thüringen muss der Hund nur im Wald an die Leine.

Was gilt für gefährliche Hunde?


Bei besonders gefährlichen oder bissigen Hunden gilt eine Leinenpflicht und eine Maulkorbpflicht. Bestimmte Hunderassen, wie Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, American Pit Bull Terrier, müssen an öffentlichen Orten immer angeleint sein.

Was droht bei einem Verstoß gegen die Leinenpflicht?


Ein Verstoß gegen die Leinenpflicht bei Hunden wird als Ordnungswidrigkeit geahndet. Dabei kann ein Bußgeld von maximal 50.000 Euro fällig werden. Die Höhe des Bußgelds hängt unter anderem vom Gefährdungsgrad anderer Menschen und Tiere ab.

Leinenpflicht für Hunde – So entscheiden die Gerichte


Einen generellen Leinenzwang für Hunde, ohne Rücksicht auf Art und Größe der Hunderasse halten sowohl das Oberlandesgericht Hamm (AZ 55s OWi 1125/00) als auch das Oberlandesgericht Lüneburg (AZ 11 KN 38/04) für unverhältnismäßig.

Nach einer Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen (Aktenzeichen 5 A 2601/10) dürfen Hunde auf Waldwegen ohne Leine laufen. Städte und Gemeinden dürfen dort keinen Leinenzwang für Hunde festlegen.
Sollen Hunde in einer Parkanlage nur deshalb an die Leine, weil man damit Lärm vermeiden möchte, ist dies nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt (Aktenzeichen 8 G 3693/07(3) nicht zulässig.

Für kranke Hunde gibt es keine Ausnahme vom Leinenzwang, entschied das Verwaltungsgericht Ansbach (Aktenzeichen AN 4 K 10.01869). Eine entsprechende Ausnahmegenehmigung würde die allgemeine Akzeptanz eines Leinenverbots unterlaufen.

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