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Kategorie: Anwalt Steuerrecht , 03.06.2022 (Lesedauer ca. 2 Minuten, 153 mal gelesen)

Neue Grundsteuer: Was Eigentümer und Mieter jetzt wissen müssen!

Neue Grundsteuer: Was Eigentümer und Mieter jetzt wissen müssen! © freepik - mko

Die Grundsteuer wird in Deutschland neu berechnet. Dafür müssen Millionen Immobilieneigentümer in diesem Sommer eine Art zweite Steuererklärung abgeben: die Feststellungserklärung zur Berechnung der Grundsteuer. Was müssen Eigentümer und auch Mieter jetzt wissen? Was ändert sich bei der neuen Grundsteuer? Wen betrifft sie? Ab wann muss die neue Grundsteuer gezahlt werden? Und was ist bei der Abgabe der Feststellungserklärung zu beachten?

Was ist eine Grundsteuer?


Die Grundsteuer ist an vorhandenen Grundbesitz geknüpft und wird von Immobilieneigentümern bezahlt. Erhoben wird sie von der Kommune, in der sich die Immobilie befindet, und ist im Grundbesitzabgabebescheid enthalten, den man jährlich von der Kommune erhält. Die Basis zur Berechnung der Grundsteuer ist der jeweilige Wert der Immobilie.

Was ändert sich bei der neuen Grundsteuer?


Mit Stichtag 1. Januar 2022 wird der Grundbesitz in Deutschland für die Erhebung der Grundsteuer neu bewertet. Damit verliert der bisher geltende Einheitswert als Berechnungsgrundlage seine Gültigkeit. Der neue Grundsteuerwert wird vom Finanzamt mit Hilfe einer Feststellungserklärung ermittelt, die alle Immobilienbesitzer abgeben müssen.

Auf Grundlage der abgegebenen Feststellungserklärung erlässt das Finanzamt dann zwei Bescheide: einen Grundsteuerwertbescheid auf den 1. Januar 2022 und einen Grundsteuermessbescheid auf den 1. Januar 2025. Auf der Basis des Grundsteuermessbescheids setzt die Kommune dann die Grundsteuer fest.

Wen betrifft die neue Grundsteuer?


Die neue Grundsteuer betrifft zunächst die Eigentümer einer Immobilie, egal ob sie eine Eigentumswohnung, Haus oder Grundstück besitzen.

Da die Grundsteuer bei vermieteten Wohnungen auf die Mieter umgelegt werden kann, sind auch die Mieter von der neuen Grundsteuer betroffen.

Welche Angaben müssen Immobilieneigentümer in der Feststellungserklärung machen?


Für die Berechnung der Grundsteuer fragt das Finanzamt Angaben zur Immobilie oder zum Grundstück ab. Das sind etwa die Flurnummer, Gemarkungsnummer, amtliche Flächen, Wohnflächen, Gebäudeart, Baujahr und Bodenrichtwerte. Da die Berechnungsmodelle ja nach Bundesland unterschiedlich sind, sind auch die Angaben, die Immobilieneigentümer machen müssen, nicht einheitlich. Alle wichtigen Regelungen der Länder zur neuen Grundsteuer finden Sie unter grundsteuer.de.

Wichtig zu wissen: Immobilieneigentümer sind verpflichtet die geforderten Angaben gegenüber dem Finanzamt in der Feststellungserklärung abzugeben.

In welcher Form kann die Feststellungserklärung abgegeben werden?


Die Feststellungserklärung ist zwingend elektronisch beim zuständigen Finanzamt über die Steuer-Onlineplattform „Mein ELSTER“ abzugeben. Immobilienbesitzer, die noch kein Benutzerkonto bei „Mein ELSTER“ haben, müssen sich dort kostenfrei registrieren. Die Registrierung kann bis zu zwei Wochen dauern.

Gibt es eine Abgabefrist für die Feststellungserklärung?


Ab dem 1. Juli 2022 haben Grundstückseigentümern die Möglichkeit ihre Feststellungserklärung elektronisch abzugeben. Die Abgabefrist endet am 31. Oktober 2022.

Was passiert, wenn Eigentümer keine Feststellungserklärung abgeben?


Kommt ein Immobilieneigentümer seiner Pflicht zur Abgabe der Feststellungserklärung nicht oder nicht fristgerecht nach, drohen Zwangsgelder oder die Schätzung des Grundbesitzes durch die Behörde.

Ab wann muss man die neue Grundsteuer zahlen?


Die neue Grundsteuer muss von allen Immobilieneigentümern ab dem 1. Januar 2025 gezahlt werden. Dann tritt das neue Grundsteuer-Reformgesetz in Kraft.

Zahlt man auf jeden Fall mehr Grundsteuer nach der Grundsteuerreform?


Es lässt sich nicht pauschal beantworten, ob jeder Immobilieneigentümer nach der Grundsteuerreform mehr Grundsteuer zahlt. Ziel der Grundsteuerreform ist, dass diese Steuer auch in Zukunft werteorientiert erhoben wird. Experten gehen davon aus, dass in gefragten Metropolen die Grundsteuer steigen und in strukturschwachen Gegenden die Grundsteuer hingegen sinken wird.


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