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Kategorie: Anwalt Erbrecht , 08.08.2012 (Lesedauer ca. 3 Minuten)

Testament – so geht der letzte Wille in Erfüllung! Teil 2: Inhalt, Form und Aufbewahrung

Bei der Errichtung eines Testamentes gibt es Formvorschriften, die in jedem Fall eingehalten werden müssen, ansonsten ist das Testament ungültig. Hier ein paar Tipps zum Inhalt, der Form und der Aufbewahrung eines Testaments ...

Bei der Errichtung eines Testamentes gibt es Formvorschriften, die in jedem Fall eingehalten werden müssen, ansonsten ist das Testament ungültig. Hier ein paar Tipps zum Inhalt, der Form und der Aufbewahrung eines Testaments:

• Inhalt des Testaments
Im Rahmen der testamentarischen Verfügung ist man bezüglich der Wahl der Erben völlig frei. Es kann eine Person als Alleinerben eingesetzt werden, oder auch mehrere Personen mit bestimmten Anteilen bedacht werden. Tiere sind aber nicht erbfähig!

Der Erblasser kann sogenannte Teilungsanordnungen treffen, wie das Vermögen zwischen den Erben aufgeteilt werden soll. Sind sich die Erben über eine andere Aufteilung einig, so können sie von der Teilungsaufteilung abweichen. Für die Aufteilung des Nachlasses kann auch ein Nachlassverwalter eingesetzt werden.

Soll der Verbleib des Vermögens auch für die Zeit nach dem Tod geregelt werden, kann dies durch eine Vor- und Nacherbschaft im Testament bestimmt werden. Der Vorerbe ist dann nur für eine bestimmte Zeit Erbe des Erblassers und mit Eintritt eines bestimmten Ereignisse ( bspw. Tod des Vorerben) geht das Erbe auf den Nacherben über.

Hat man einen Erben entgegen der gesetzlichen Erbfolge im Testament bedacht und sollte dieser sterben bevor der Erbfall eintritt, gibt es die Möglichkeit im Testament einen Ersatzerben zu benennen.

Im Testament können bestimmte Gegenstände aus dem Nachlass oder Geldsumme an Personen vermacht werden, ohne dass diese Erben werden. Man spricht dann von einem Vermächtnis. Beim Vermächtnis hat die Person nur einen Anspruch auf den ihr zugedachten Gegenstand, darüber hinaus aber keine erbrechtlichen Ansprüche.

Weiterhin können testamentarische Auflagen bezüglich des Nachlasses festlegen. Hier einige Beispiele mit welchen Auflagen Erben im Testament verpflichtet werden können: Haustiere zu pflegen. Verpflichtung zur Errichtung eines Grabsteins, Verpflichtung zur Grabpflege, Verteilung eines Geldsumme für wohltätige Zwecke. Verpflichtung eines Erben eine Unternehmen fortzuführen ( BGH FamRZ 1985, 278). Die Art und der Ort der Bestattung können ebenfalls im Testament geregelt werden.

• Form und Aufbewahrung des Testaments
Bei der Errichtung eines Testamentes gibt es Formvorschriften, die in jedem Fall eingehalten werden müssen, ansonsten ist das Testament ungültig.

Beim eigenhändigen Testament muss der gesamte Text eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Sollte der Texte mit einer Maschine oder von einem Dritten geschrieben worden sein, führt dies zur Ungültigkeit des Testaments. Benötigt der Verfasser eine Schreibhilfe in Form von Halten der Schreibunterlage oder eines zitternden Handgelenks ist dies laut Rechtsprechung noch zulässig. Das Führen der Hand wird hingegen nur dann akzeptiert, wenn die Schriftzüge im Ergebnis noch als die eigenen des Erblassers angesehen werden können ( BGH NJW 1967, 1124).

Die Unterschrift sollte zur Vermeidung von Verwechslungen den Vor- und Familiennamen enthalten. Wird beispielsweise nur mit „Eure Mutter“ oder mit einem Künstlernamen unterschrieben, ist das Testament nur von Gültigkeit, wenn die Urheberschaft zweifelsfrei feststeht.

Eine nachträgliche Verfügung unterhalb der Unterschrift ist in einem Testament unwirksam, wenn sie lediglich mit „D.O.“ unterzeichnet ist und es sich dabei nicht um die Initialen des Erblassers handelt. Dies zeigt eine aktuelle Entscheidung des OLG Celle (Aktenzeichen 6 U 117/10).
Das Schreibmaterial ist unerheblich. Ob also Papier, Tinte oder Kugelschreiber genommen wird ist unerheblich, wenn ein ernsthafter Wille zur Errichtung eines Testaments erkennbar ist.
Darüber hinaus sollten Ort und Datum der letztwilligen Verfügung angeben werden. Dies ist zwar keine Wirksamkeitsvoraussetzung, ist aber insbesondere dann von großer Bedeutung, wenn es mehrere Testamente gibt. Das neuere Testament hebt die älteren Testamente in ihrer Wirksamkeit auf.

Beim gemeinschaftlichen eigenhändigen Testament reicht es aus, das ein Ehegatte das Testament eigenhändig niederschreibt und beide Ehegatten den gesamten Text eigenhändig unterschreiben.

Ein Testament sollte so aufbewahrt werden, das es leicht auffindbar, aber trotzdem sicher verwahrt ist. Eigenhändige (gemeinschaftliche) Testamente können beim Amtsgericht hinterlegt werden. Für die Verwahrung zuständig ist das Nachlassgericht. Das Testament ist so vor Verlust, Fälschung oder Unterdrückung gesichert. Die Hinterlegung des Testaments ist gebührenpflichtig.



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