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Kategorie: Anwalt Zivilrecht , 22.12.2016

Weihnachtsgeschenke online einkaufen- Ihre Rechte!

In der Vorweihnachtszeit boomt das Online-Shopping. Wer seine Weihnachtsgeschenke zu Hause im Internet ordert, erspart sich viel Stress und Rennerei in überfüllten Kaufhäusern und Fußgängerzonen. Doch Vorsicht, beim Online-Shopping können Probleme auftauchen, wie etwa falsche oder zu späte Lieferungen, keine Umtauschmöglichkeit oder betrügerische Angebote, die juristische Auseinandersetzungen mit sich bringen können. Hier ein paar Tipps für Einkaufen im Internet, damit die Vorfreude aufs Fest nicht getrübt wird.

Problem: Ware anderes als beschrieben

Waren müssen im Internet korrekt und zutreffend beschrieben sein. Fehlt eine zugesicherte Eigenschaft bei einem Artikel, hat der Käufer das Recht den Onlinekauf rückabzuwickeln. So geschehen im Fall eines Käufers eines angeblichen Originalwerks von Wilhelm Busch, welches sich bei der Lieferung nur als Kopie herausstellte. Das Internetauktionshaus musste dem Käufer aufgrund einer Entscheidung des Landgerichts Coburg (Aktenzeichen 32 S 43/06) den Kaufpreis zurückerstatten und seine Ware zurücknehmen.

Problem: Ware bezahlt, aber nicht geliefert

Bei vielen Online-Shops haben Käufer als Bezahlmöglichkeit nur die Vorauskasse, das heißt sie bezahlen den Kaufpreis und erhalten die Ware erst nach Zahlungseingang beim Verkäufer. Ein nicht seltener Fall ist, dass der Käufer seine Ware bezahlt hat, aber nicht geliefert bekommt. Der Verkäufer ist allerdings verpflichtet dem Käufer nach der Kaufpreiszahlung die Ware zu übergeben. In diesem Fall ist der Gang zum Anwalt anzuraten.

Problem: Kosten für Rücksendung

Verbraucher, die Waren aus dem Internet oder aus Katalogen bestellt haben müssen nichts für den Versand zahlen, wenn sie die Ware wieder fristgerecht zurückschicken. Ein Verkäufer von Waren im Fernabsatzgeschäft darf einen Verbraucher nicht mit den Versandkosten für die Hinsendung der Ware an den Verbraucher belasten, wenn dieser von seinem Widerrufs- oder Rückgaberecht Gebrauch macht. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden und bestätigte damit die Klage der Verbraucherzentrale NRW gegen das Versandhandelsunternehmen Heinrich Heine (BGH – Aktenzeichen VIII ZR 268/07). Auch das Oberlandesgericht Hamburg (Aktenzeichen 5 U 128/04) hat entschieden, dass auf anfallende Versandkosten von Versandhändler im Internet deutlich hingewiesen werden muss.

14 tägiges Rücktrittsrecht vom Kaufvertrag

Online-Shopper können ihre Bestellung innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Dieses Recht gibt ihnen das Fernabsatzgesetz. Maßangefertigte Ware ist allerdings von diesem Widerrufsrecht ausgeschlossen.

Tipp der Redaktion fürs Weihnachtsonlineshopping:
- Artikelbeschreibung ganz genau lesen
- Preis der Ware vergleichen
- Bewertungsportale checken
- Lieferzeiten überprüfen (vor Weihnachten?)
- AGBs, Versand- und Lieferkosten prüfen
- Widerrufsrecht und Rückgabemodalitäten prüfen
- Sichere Zahlungsmethode wählen, am besten: Rechnung


erstmals veröffentlicht am 05.12.2013, letzte Aktualisierung am 22.12.2016

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