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Verkehrsrecht , 08.02.2013

Haftung bei Wintersport-Unfällen

Beim Ski- und Snowboardfahren kommt es immer wieder zu Unfällen mit erheblichen gesundheitlichen Folgen. Gerichte müssen dann die Frage klären, wer für den Unfall verantwortlich war und damit auch für die Folgen haften und letztlich bezahlen muss. Wir haben einige aktuelle und interessante Gerichtsentscheidungen zusammengestellt.

Beim Ski- und Snowboardfahren kommt es immer wieder zu Unfällen mit erheblichen gesundheitlichen Folgen. Gerichte müssen dann die Frage klären, wer für den Unfall verantwortlich war und damit auch für die Folgen haften und letztlich bezahlen muss. Wir haben einige aktuelle und interessante Gerichtsentscheidungen zusammengestellt.

Die Klage einer Skifahrerin vor dem Landgericht Coburg (Aktenzeichen 22 O 600/11 ) gegen den Mitbenutzer eines Doppelschlepplifts wegen eines Sturzes blieb ohne Erfolg. Die Frau war mit einem anderen Skifahrer während der Fahrt mit einem Doppelschlepplift gestürzt. Sie behauptete, dass der Beklagte habe den Sturz und dadurch einen Bruch in ihrem Handgelenk verursacht. Er sei schräg vor ihr mit seinen Skiern in der Liftspur und sogar auf ihren Skienden gestanden. Deshalb sei es zum Sturz gekommen. Die Klägerin wollte mindestens 10.000,00 Euro Schmerzensgeld und über 5.600,00 Euro weiteren Schadenersatz. Das Landgericht Coburg war von ihren Angaben nicht überzeugt und lehnte die Schadensersatzforderung ab. Das Gericht konnten die Angaben der Klägerin deshalb nicht überzeugen, weil diese während des Prozesses mindestens drei verschiedene Versionen des Unfallhergangs präsentierte. Auch einen Verstoß des Beklagten gegen die allgemeinen Verhaltensregeln des internationalen Skiverbandes FIS konnte das Gericht nicht feststellen.

Das Landgericht Ravensburg hat in einer Entscheidung (Aktenzeichen 4 O 185/05) klargestellt, dass bei einem Unfall auf der Skipiste allein der von oben kommende Skifahrer haftet. Das Gericht verwies bei seiner Begründung auf die Regeln des Internationalen Skiverbandes, die weltweit auf allen Pisten gelten würden und gewissermaßen die Straßenverkehrsordnung der Piste darstellen. Hiernach müsse der hintere Fahrer die Fahrspur und die Geschwindigkeit so wählen, dass der vor ihm fahrende Fahrer nicht gefährdet werde (FIS-Regel Nr. 3).
Ein Skifahrer darf auf der Skipiste stehen bleiben, um sich ein Bild über den weiteren Pistenverlauf machen zu können. Fährt ein anderer Skifahrer in ihn hinein, haftet dieser alleine für die Unfallfolgen. So entschied das Oberlandesgericht Dresden (Aktenzeichen 7 U 1994/03).

Nach einem Urteil des Landgerichts Bonn (Aktenzeichen 1 O 484/04 ) trägt ein Snowboardfahrer bei einem Unfall mit einem Skifahrer eine höhere Haftungsquote. Das Bonner Gericht begründet seine Entscheidung damit, dass ein Snowboardfahrer ein höheres Gefährdungspotential darstelle.

Kommt es auf einer Skipiste in Österreich zu einem Ski-Unfall zwischen zwei deutschen Skifahrern gilt nach einem neueren Urteil des Oberlandesgericht Koblenz (Aktenzeichen 5 U 1273/10) das deutsche Schadensersatzrecht.



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