anwaltssuche
Kategorie: Anwalt Arztrecht , 11.04.2016 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Arzthaftung: Zahnarzt darf Amalgam verwenden!

Seit rund 150 Jahren wird Amalgam als Zahnfüllmaterial genutzt. Weil es aus Quecksilber und Schwermetallen besteht, was zu gesundheitlichen Schäden führen kann, raten viele Mediziner Amalgam durch anderes Zahnfüllmaterial zu ersetzen. Das Oberlandesgericht Hamm hat aktuell entschieden, dass ein Zahnarzt nach wie vor Amalgam als Zahnfüllung benutzen darf.

Die Verwendung von Amalgam bei Zahnfüllungen ist grundsätzlich unbedenklich, entschied das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 16/15) im Fall einer Patientin, die von ihrem Zahnarzt Amalgamfüllungen eingesetzt bekam. Obwohl die Frau bereits seit ihrer Kindheit Amalgamblomben besitzt, reagierte sie allergisch und die Zahnfüllungen wurden ihr von einem anderen Zahnarzt entfernt. Außerdem mussten ihr zwei Zähne gezogen werden. Sie klagte auf rund 12.000 Euro Schmerzensgeld.

Sachverständiger bescheinigt Amalgam als gesundheitlich unbedenklich


Erfolglos, entschied das Oberlandesgericht Hamm. Das Gericht konnte in der Zahnbehandlung mit Amalgam keine fehlerhafte Behandlung durch den Zahnarzt erkennen. Laut einem Sachverständigengutachten sei die Verwendung von Amalgam unbedenklich. Das von Zahnarzt verwandte Silberamalgam habe die Eigenschaft durch Kontakt mit Speichel einen Überzug zu bilden, der elektrochemische Reaktionen verhindere. Eine grundsätzlich mögliche Allergie gegen Amalgam habe der Zahnarzt ohne weiteres nicht feststellen können und müssen. Die von der Patientin geschilderten Beschwerden, seien laut Sachverständigengutachten nicht eindeutig der Amalgambehandlung zu zuordnen. Der Zahnarzt habe auch seine Aufklärungspflichten nicht verletzt, da die Patientin keine gesundheitlichen Risiken aufgezeigt habe.




Lesen Sie hier weitere Fachartikel im Themenbereich Gesundheit & Arzthaftung
Hier finden Sie bundesweit Rechtsanwälte für Arztrecht

War dieser Expertentipp für Sie hilfreich?
Eigene Bewertung abgeben: stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau stern_grau

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.8979591836734695 / 5 (49 Bewertungen)
Diese Beiträge könnten Sie interessieren:
Kategorie: Anwalt Arzthaftungsrecht 14.11.2016
Ein Arzt haftet, wenn er seinen Patienten nicht mit der gebotenen Sorgfalt und nach den Regeln der aktuellen ärztlichen Kunst behandelt. Wenn der Patient als Folge daraus einen Schaden erleidet, kann er den Arzt verklagen. Neben eines Prozesses ist auch eine außergerichtliche Schlichtung möglich.
Kategorie: Anwalt Arzthaftungsrecht 12.07.2018
Die Voraussetzung für das Vorliegen eines Behandlungsfehlers ist nicht etwa eine gescheiterte Heilung, sondern mangelnde Sorgfalt des Arztes. Die Beweisführung bei Falschbehandlung ist für Laien oftmals schwierig. Mehr Informationen dazu hier.
Fehlerhafte Behandlung beim Zahnarzt - Schmerzensgeld! © yanlev - Fotolia
Expertentipp vom 18.04.2017 (727 mal gelesen)

Schmerzen der Patientin nach Wurzelbehandlung falsch interpretiert. Dieser Fehler unterlief einem Zahnarzt. Im Anschluss musste er Schadenersatz und Schmerzensgeld zahlen.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.7096774193548385 / 5 (31 Bewertungen)
Expertentipp vom 09.02.2016 (924 mal gelesen)

Ob Kronen, Implantate oder Prothesen- Zahnersatz ist in Deutschland ein teueres Vergnügen. Umso ärgerlicher wenn die Zahnprothetik dann Probleme macht. Neben den Torturen, die der Patient erleiden muss, stellt sich die Frage, wer die Kosten für den mangelhaften Zahnersatz tragen muss.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.96875 / 5 (64 Bewertungen)
Expertentipp vom 26.09.2016 (721 mal gelesen)

Besenreiser sind kleine erweiterte Venen, die auf der Haut sichtbar sind. Dabei stellen sie in der Regel für den Betroffenen kein medizinisches Problem dar, sondern ein ästhetisches. Ihre Behandlung ist mit Komplikationen verbunden, für die ein Hausarzt allerdings nicht haftet, wenn er den Patienten vor dem Eingriff umfassend aufgeklärt hat.

Stern Stern Stern Stern grau Stern grau 3.902439024390244 / 5 (41 Bewertungen)
Expertentipp vom 08.09.2016 (796 mal gelesen)

Ein Arzt muss einem Patienten 6.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Grund: Er versäumte es, diesen vor der Operation, bei der sein Sprunggelenk versteift werden sollte, über eine Pseudoarthrose aufzuklären.

Stern Stern Stern Stern Stern grau 4.222222222222222 / 5 (45 Bewertungen)


Alle Expertentipps zum Thema Gesundheit & Arzthaftung

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Datenschutzerklärung