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Kategorie: Anwalt Versicherungsrecht , 14.07.2016 (Lesedauer ca. 1 Minute)

Wie weit geht die Aufsichtspflicht im Kindergarten?

Bei Kindergartenkindern, die draußen auf dem Kindergartengelände spielen, reicht es, wenn eine Erzieherin im Abstand von 15 bis 30 Minuten nach dem Spiel der Kinder schaut. Stellen die Kinder dazwischen Unfug an, führt das nicht zu einer Aufsichtspflichtverletzung seitens der Erzieher. Dies musste ein Autobesitzer erfahren, dessen Wagen von Kindergartenkindern mit Steinen beworfen und schwer beschädigt wurde.

Aufsichtspflicht richtet sich nach Alter und Charakter


Das Amtsgericht München (Aktenzeichen 133 C 20101/15) entschied nämlich, dass die Erzieher in einem Kindergarten ihrer Aufsichtpflicht entsprochen haben. Die Aufsichtspflicht richtet sich nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs nach dem Alter und Charakter der Kinder sowie den drohenden Gefahren, der örtlichen Besonderheiten und der Zumutbarkeit für die Erzieher. Bei 5 bis 6jährigen Kindern, die eine altersgerechte Entwicklung vollzogen haben, ist eine permanente Überwachung nicht notwendig.

Autobesitzer bleibt auf Schaden sitzen


Im vorliegenden Fall habe es sich bei den Steinewerfern nur um eine Gruppe von zwei bisher unauffälligen Kindern gehandelt, wo keine großen gruppendynamischen Prozesse zu erwarten waren. Ein Kontrollabstand von 15 bis 30 Minuten ist laut Gericht völlig ausreichend. Es habe auch keine Anzeichen dafür gegeben, dass die auf dem Kindergartengelände spielenden Jungs das parkende Auto mit Steinen bewerfen wollten. Der Träger des Kindergartens muss damit den Schaden am Auto, der durch den Steinwurf der Jungs entstanden ist, nicht bezahlen, so das Münchner Amtsgericht.

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