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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 13.03.2018

Fußgängerunfall auf Radweg – Wer haftet?

Fußgängerunfall auf Radweg – Wer haftet? © Kzenon - Fotolia

Zu den Hauptunfallursachen im Straßenverkehr gehört laut aktuellen Statistiken das falsche Verhalten von Fußgängern. Aber auch die Radfahrer kommen nicht besser weg: sie verursachen mehr als die Hälfte aller Radunfälle. Kollidiert ein Fußgänger mit einem Radfahrer muss daher genau geschaut werden, wer die Haftung für den Unfall trägt.

Das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 53/17) stellte in einer aktuellen Entscheidung fest, dass Radfahrer und Fußgänger auch gleichermaßen für den Unfall verantwortlich sein können.

Fußgängerin kollidiert mit Radfahrer auf Radweg


Im zugrundeliegenden Fall überquerte eine Fußgängerin eine Straße, an der eine Fußgängerampel stand. Hinter der Straße verlief deutlich erkennbar ein Radweg. Diesen überquerte sie auch und stieß mit einem deutlich zu schnell fahrenden Radfahrer zusammen. Die Frau stürzte und zog sich mehrere Knochenbrüche zu. Sie verlangte vom Radfahrer Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Gericht spricht beiden Unfallbeteiligten hälftige Mitschuld zu


Das Oberlandesgericht Hamm sprach den beiden Unfallbeteiligten jeweils eine fünfzigprozentige Mitschuld am Unfall zu. Der Radfahrer sei gegenüber der Fußgängerin vorfahrtsberechtigt gewesen. Die Fußgängerampel gelte insoweit nicht für den hinter ihr verlaufenden Fahrradweg. Allerdings sei der Radfahrer viel zu schnell gefahren, weshalb er eine hälftige Mitschuld trage. Die Fußgängerin sei aber auch zur Hälfte für den Unfall verantwortlich gewesen. Sie habe nicht auf den Radverkehr und dessen Vorfahrtsberechtigung geachtet.


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