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Kategorie: Anwalt Verkehrsrecht , 20.11.2019 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Fußgängerunfall auf Radweg – Wer haftet?

Fußgängerunfall auf Radweg – Wer haftet? © Kzenon - Fotolia

Zu den Hauptunfallursachen im Straßenverkehr gehört laut aktuellen Statistiken das falsche Verhalten von Fußgängern, unter anderem auf Fahrradwegen. Hier kommt es oft zu Kollisionen mit Radfahrern und seit neuestem auch mit Elektro-Rollern und Segway-Fahrern. Wer haftet?

Radfahrer müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen


Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle (Aktenzeichen 14 U 141/19) müssen Radfahrer auf einem Sonderweg, den Radfahrer und Fußgänger gemeinsam nutzen können, im besonderen Maße auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Ist eine Verkehrssituation unklar, muss ein Radfahrer etwa Blickkontakt mit dem Fußgänger aufnehmen und so fahren, dass er jederzeit stehen bleiben kann. Dies gilt laut Gericht in besonderem Maß auf Gehwegen, die für Radfahrer frei gegeben sind. Hier besteht für die Belange der Fußgänger ein besonders hohes Maß der Aufmerksamkeit durch den Radfahrer.

Fußgänger kollidiert mit Segway-Fahrer - keine Mitschuld


Kommt es zu einer Kollision zwischen einem Fußgänger und einem Segway-Fahrer, haftet immer das Elektrokleinstfahrzeug, entschied das Oberlandesgericht Koblenz (Aktenzeichen 12 U 692/18). Fahrer von Elektrokleinstfahrzeugen, wie Segways oder Elektro-Roller müssen auf Fußgänger Rücksicht nehmen und ihre Geschwindigkeit so anpassen, dass sie diese weder behindern noch gefährden.

Fußgängerin kollidiert mit Radfahrer – hälftige Mitschuld!


Kommt es zu einem Zusammenstoß zwischen einem Fußgänger und einem Radfahrer, können beide gleichermaßen für den Unfall verantwortlich sein, entschied das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen 26 U 53/17). Eine Fußgängerin hatte an einer Fußgängerampel eine Straße überquert hinter der deutlich erkennbar ein Radweg verlief. Diesen überquerte sie auch und stieß mit einem deutlich zu schnell fahrenden Radfahrer zusammen. Die Frau stürzte und zog sich mehrere Knochenbrüche zu. Sie verlangte vom Radfahrer Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Das Oberlandesgericht Hamm sprach den beiden Unfallbeteiligten jeweils eine fünfzigprozentige Mitschuld am Unfall zu. Der Radfahrer sei gegenüber der Fußgängerin vorfahrtsberechtigt gewesen. Die Fußgängerampel gelte insoweit nicht für den hinter ihr verlaufenden Fahrradweg. Allerdings sei der Radfahrer viel zu schnell gefahren, weshalb er eine hälftige Mitschuld trage. Die Fußgängerin sei aber auch zur Hälfte für den Unfall verantwortlich gewesen. Sie habe nicht auf den Radverkehr und dessen Vorfahrtsberechtigung geachtet.

Wichtig: Fahrradfahrer muss Radweg nutzen


Ist ein Fahrradweg neben einer Landstraße vorhanden, muss dieser auch von den Fahrradfahrern benutzt werden. Für den Fahrradfahrer besteht ansonsten aufgrund der großen Geschwindigkeitsdifferenz eine stark erhöhte Gefahrenlage. Dies entschied das Verwaltungsgericht Köln (Aktenzeichen 18 K 189/14).

erstmals veröffentlicht am 13.03.2018, letzte Aktualisierung am 20.11.2019

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