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Kategorie: Anwalt Arbeitsrecht , 25.04.2017 (Lesedauer ca. 2 Minuten)

Lohnrückstände – So können sich Arbeitnehmer wehren!

Lohnrückstände – So können sich Arbeitnehmer wehren! © Marco2811 - Fotolia

Wenn der monatliche Arbeitslohn nicht auf dem Konto eingeht, hat das für Arbeitnehmer existenzielle Folgen: Miete, Bankraten oder der allgemeine Lebensunterhalt kann oft nicht mehr bestritten werden. Was können Arbeitnehmer also tun, wenn der Chef den Arbeitslohn nicht mehr oder verspätet zahlt?

Zahlungsverzug beim Arbeitgeber?


In den meisten Arbeitsverträgen – oder Tarifverträgen - ist ein bestimmter kalendarischer Monatstag als Termin für den fälligen Arbeitslohn vereinbart. Ist der Arbeitslohn an diesem Termin nicht, oder nicht vollständig, auf dem Konto des Arbeitnehmers, befindet sich der Arbeitgeber automatisch im Verzug. Gibt es keinen fest vereinbarten Termin muss das Geld am ersten eines jeden Monats beim Arbeitnehmer angekommen sein.

Ansprüche des Arbeitnehmers beim Zahlungsverzug des Arbeitgebers


Befindet sich der Arbeitgeber im Zahlungsverzug mit dem Arbeitslohn muss er laut Gesetz dem Arbeitnehmer den Schaden ersetzen, der durch seine nicht oder verspätet geleistete Zahlung entstanden ist. Das können etwa die Folgen einer Kündigung eines Stromliefervertrags oder Mahnkosten von anderen Gläubigern sein. Pauschal muss der säumige Arbeitgeber – auch für verspätete Lohnzahlungen - in jedem Fall 40 Euro an den Arbeitnehmer zahlen, sowie Verzugszinsen.

Was kann der Arbeitnehmer bei Lohnrückständen tun?


Ein Arbeitnehmer kann Lohnrückstände jederzeit vor einem Arbeitsgericht einklagen. Ob er allerdings sofort den Gerichtsweg bestreiten sollte oder nicht, hängt individuell von den Gesamtumständen ab. Ist das Unternehmen finanziell an sich gesund und es bleibt nur eine Lohnzahlung aus, könnte der Arbeitnehmer zwar klagen – das Verhältnis zu seinem Arbeitgeber wäre aber beeinträchtigt. Anders sieht es aus, wenn mehrere Lohnzahlungen nicht erfolgt sind und das Unternehmen vor einer Insolvenz steht. In diesem Fall sollte sofort geklagt werden.

Bei Lohnrückständen ist für den Arbeitnehmer der sicherste und risikoloseste Weg, wenn er zunächst sein Zurückbehaltungsrecht ausübt. Das heißt er stellt seine Arbeit für die Dauer des Lohnverzugs ein. Die Arbeitsleistung wird nicht mehr erbracht, um nicht noch mehr ohne spätere Vergütung zu arbeiten. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall für die Dauer des Zurückbehaltungsrechts weiter Lohn zahlen.

Last but not least hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit bei Lohnrückständen das Arbeitsverhältnis fristlos zu kündigen. Die Lohnrückstände müssen dann aber erheblich sein, also sollten mindestens zwei Gehälter betragen. Zudem muss der Arbeitnehmer den Arbeitgeber zuvor abgemahnt haben.


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